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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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den Bemühungen des Erzbischofs Adelbert von Mainz, KaiserHeinrichs V. erbittertsten Gegners, 1119 gelungen war, für KunoGnade und Absolution vom päpstlichen Stuhle zu erwirken unddenselben so für diesen zu gewinnen. Bruno wandte sich ohneZweifel nun von Kuno ab und wurde dessen Gegner. In die Zeitnach der politischen Frontveränderung des letzteren — Ende desSeptember oder Anfang des Oktober — fällt denn auch ohneZweifel die Abfassung des bereits erwähnten Dekrets, durch welchessich der Kaiser der Stadt Straßburg gegenüber von dem Bischöfeannahm. Denn bemerkenswert ist die Schärfe, mit welcher ge-dachtes Dekret in der kaiserlichen Kanzlei, deren Vorstand unserBruno gewesen, welcher auch der Beratung angewohnt hat, abge-faßt worden"h, wiewohl Kuno, zumal sich noch vier andere Bischöfein des Kaisers Gefolge befanden, nicht für geraten gefunden, vondiesem da derselbe gerade zu Straßburg weilte, fern zu bleiben.

Nachdem Erzbischof Adelbert von Mainz die AnerkennungKuno's von Seiten des päpstlichen Stuhls erlangt hatte, sollteman glauben, das Domkapitel werde sich mit demselben ausgesöhnthaben, geschah aber nicht. Im Gegenteil gelang es Bruno, das-selbe, welches allem nach Kuno um jeden Preis von seinem Stuhlentfernen wollte, sogar von dem römischen Stuhl abzubringen.Denn als der Erzbischof dem Domkapitel ein Schreiben des PapstesKalixtus II. über Kuno's Bekehrung und Anerkennung zusandte,wollte es solches nicht einmal öffnen, geschweige denn lesen, ergriffdagegen die Partei des Kaisers, mit dessen Hilfe es hoffen konnte,des verhaßten Bischofs los zu werden, und Heinrich V. erwies sich,wie aus der bereits erwähnten Gunstbezeugung desselben gegen dasDomstift von 1122 hervorgeht, auch dankbar dafür. Es erreichteschon im nächsten Jahre mit Hilfe des Kaisers, was es im Jahr1106 vergeblich von dem Papst erwartet hatte, nämlich Kuno'sAbsetzung. Der an dessen Stelle von einem Teil des Kapitels er-wählte und von dem Kaiser eingesetzte Bischof, welcher auch Brunohieß, war indes nicht, wie mau bis daher allgemein angenommen,unser Bruno, der bisherige Dompropsts und Reichskanzler, sondern

*) Siehe die Anm, Nro. 34.