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nach unseren speziellen Ausführungen in der Seite 12 erwähnten Ab-handlung vornehmlich an solchen Stätten errichtet, da zuvor Wo-dan verehrt worden. Sonach war der Zoller in der heidnischalamannischen Zeit ein Wodansberg, was unstreitig auch ausfolgendem hervorgeht. Der 29. September ist der Tag, aufwelchen die christliche Kirche im Jahr 813 dasjenige Michaelsfestansetzte, welches zur endlichen Beseitigung des Wodanskultus be-stimmt war; somit sind diejenigen Kirchen (Kapellen), welche aufden angegebenen Tag geweiht wurden, auch an die Stelle vonWodans-Tempeln getreten oder auf Kultstätten desselben errichtetworden. Zu denselben gehört u. a. auch die St. Michaels-Kapelle derBurg Zollern, denn dieselbe wurde bei dem Wiederaufbau derletzteren nach der noch erhaltenen Reconsekrations-Urkunde eben am29. September 1461 geweiht, und man darf mit Bestimmtheitannehmen, daß dies auch der Tag der ältesten Kirchweihe war.
Zu dein ehemaligen Wodans-Tempel auf dem Zoller stimmtganz gut, daß sämtliche Lokalsageu um denselben auf alten Wodans-dienst zurückweisen, insbesondere die stark umgehende, vielgestaltigeSagevom„Muotesh eere" und dem Schimmelreiter*). Auch spieltWodans Geisterroß in einer Sage**), als deren HauptpersonGrafFriedrich von Zollern (f 1289), der Stifter des KlostersStetten am Fuße des Zollern, welcher eine Reise in „weit gelegenelender der haidenschaft gemacht", auftritt, die hervorragende Rolle,nur wird, wie auch sonst in Sagen aus der christlichen Zeit Wodandarin als der „Tausendlistig" (Teufel) eingeführt, erinnert aber offen-bar an jene uralten Sagen, in denen erzählt wird, daß der Gott
lingen eine noch im 16. Jahrh. vorhandene Kapelle dieses Heiligen. Und aufden Martinsbergen bei Hechingen und Rotenburg standen ehedem ohne ZweifelKapellen, welche dem genannten Heiligen geweiht waren. Derselbe und St.Georg sind aber nebst St. Michael, dieser ganz besonders die drei ritterlichenHeiligen.
*) Ausführlich bei I)r. Thele Schulprogramm Beilage Nr. II. S. 6 ff.und kurz zusammengefaßt III. S. 1.
Erhalten in der Zimmerischen Chronik Bd. I. S. 278 f., auch durchL. Nhlands Fürsorge in Fr. Pfeiffers Ksrinuniu Band IV. S. 93 f. abge-druckt. Wir werden bei der Geschichte des betreffenden Grafen näher daraufeingehen.