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die noch leicht erkennbare Straße zu überschreiten hatte, sieht manden Zoller als einen hohen Bergkegel, welcher ostwärts in weiterFerne am Horizont auftaucht.
Nach den vorstehenden Ausführungen kann es keinem Zweifelunterliegen, daß der Zoller zur Zeit der römischen Besetzung vonSüdwestdeutschland und speziell Schwabens einen der bedeutenderenBeobachtungs-Türme mit einer kleinen Besatzung getragen. Es wardaher im Interesse des Dienstes, daß die Römer demselben auch einenNamen gaben, oder, wenn sie bereits einen solchen vorfanden, den-selben, nachdem er ihnen mundgerecht gemacht^) d. h. latinisiertworden, beibehielten. Die Annahme, der Berg habe schon vorAnkunft der Römer einen von den Umwohnern gegebeneu Namengehabt, erscheint gerechtfertigt, da hochragende Berge und großeStröme insbesondere selbst dem rohen Menschen allzusehr in dieAugen fallende, Staunen und Ehrfurcht erregende Gegenstände sind,als daß sie nicht bald einen Namen erhalten haben sollten. Wasnun insbesondere hohe Berge betrifft, so kommt noch dazu, daßdie-dieselben besonders den Natur-Völkern, bei welchen der Sonnen-Kultus zu Hause war, schon deshalb heilig erscheinen mußten, weilihre Gipfel zuerst von den Strahlen des verehrten Gestirns begrüßtwerden und der Mensch sich auf denselben dem Gotte näher denkenkonnte. Sonnen-Anbeter aber waren, wie wir anderwärts desNäheren ausgeführt Habens, die Kelten und alle Hauptvölker desgermanischen Stammes, deren vornehmster Gott Wodan war,neben welchem die Sueven auch dessen Sohn den SchwertgottZiu verehrten. Kelten und Sueven bewohnten aber vor An-kunft der Römer die Gegend um den Zoller ^), und diese trafen,als sie die Gegend um denselben besetzten, ohne Zweifel Nach-kommen jener, von denen sie die Kunde erhalten haben konnten,der Berg sei eine Kultus-Stätte des Sonnengottes derselben ge-wesen. So lag den neuen Ankömmlingen, welche auch in dem
*) Im Keltischen heißt die Sonne suit im Altnordischen sSI.
Siehe unsere Abhandlung betitelt: die Heimat der Hohen-zollern. Land undLeute de r selben in den älte st en Zeiten— in den Publikationen des Hohenzollerschen Geschichtsvereins in Sigmaringen.Jahrg. 1887.
Vergleiche die ebenerwähnts Abhandlung.