Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
424
Einzelbild herunterladen
 

424

v. Dalwigk) geahnet haben, daß man ansonsten soviele docke lMpolson habenwürde, als Gebiete in der Konföderation seien, wovon keiner dem andern nndkeiner dem Original ähnlich sähe. Ein Mißstand, wodurch anstatt die durch diebisherige verschiedene Landrechte bestandenen Rechts-Unsicherheitcn zu heben, nurneue und größere Verwirrung entstehen würde. Vielleicht wären Euer Hoheitdieser Betrachtung wegen geneigt, der von Hessen und Nassau für nützlich er-kannten gemeinsamen Berathnng beizutreten, als welches ich Höchstdero tiefenEinsicht und Ermessen der vermischten und angrenzenden Lage des FürstenthumsAschaffenburg, dann des hiesigen und Wetzlarer Gebiets mit jenen Staatenhalber unterthänigst anheimstellen muß, und respektvollest verharre Euer Hoheitunterthänigster Diener Eberstein.

9.

Am 27. Mai 1809. Euer Hochwohlgcboren bemerke ich hierauf aus höchstemAuftrage daß Höchst Sie mit diesen Grundsätzen allerdings einverstanden

seien, wenn es einmal zur Einführung des docke Napoleon kommen werde.Vorerst ist nur den Professoren Bachmann, Stickel und Abel die gutachtlicheBearbeitung der etwaigen Modifikationen nach allgemeinen nnd Lokal-Verhält-nissen aufgetragen. Diesen ward auch der badische Entwurf zugeschickt nnd sollensich auch in Gießen um die Grundsätze des (locke, ack lloe erkundigen. IhrGutachten soll alsdann den verschiedenen Regierungsbehörden zu Frankfurt,Rcgcnsbnrg, Wetzlar nnd Aschaffenburg mitgetheilt werden und hierauf durchein paar ausgezeichnete Rcchtsgclehrte ein Ganzes gemacht werden, welches sichvorzüglich nach den Grundsätzen unserer Nachbaren, wie es Euer Hochwohlgeborenrichtig bemerken, richten soll. lNo""^ ich z^m Grafen v. Hazfcld aufge-tragen, sich wegen der Einführung des docke Napoleon in Sachsen die Meinungdes Königs zu erbitten; das Definitive ist demnach noch ausgesetzt, weil INn^"«Sich hierin nicht übereilen wollen; ohnehin würde eine politische Veränderungalles einzelne wieder umwerfen, und wir können derselben doch am Ende nichtentweichen. Mit innigster Hochachtung gehorsamster Freund ,

Gruben.

10.

Herr Staatsrat!) Freiherr von Eberstcin wird beiliegendes darmstädtischcSchreiben zur Einsicht mitgetheilt mit dem Beinerken, daß Ich zu der vorge-schlagenen Konferenz nach Gießen absenden werde den hiesigen Ober-Appellations-Rath Danz, den Professor in Aschaffcnburg Bachmann und den Professor inWetzlar Stickel. Ich ersuche den Hrn. Staatsrath Freih. von Eberstcin in dieserMaß ein Antwortschreiben in meinem Namen zu entwerfen und beizufügen, daßich deswegen drei Kommissaricn ernenne, weilen die Verhältnisse von Frankfurt,Aschaffenburg, Wetzlar nnd Regensburg so sehr verschieden sind.

Frankfurt, 20. Junius 1809. Carl.

11.

Frnnkfiirt, 26. Mai 180!). Eurer Hoheit habe ich die Gnade, anliegendesgestern erhaltenes Schreiben des Herrn Konsuls Hestermann zu Neapel unter-thänigst vorzulegen. Es enthält seine vermeintliche Rechtfertigung gegen dievon dem Herrn Minister ckes Kelakions ülxksrieurss wargreis cks Calla durchden königlichen Botschafter zu Paris an Eure Hoheit gebrachte Beschwerde.Unmaßgeblich erachte ich unterthänigst, daß dasselbe ohne weitere Rückantwortlediglich auf sich erliegen bleiben könne, da diese Sache seitdem schon ziemlichin Vergessenheit gekommen ist. Zwei tödliche, kurz auf einander gefolgte Krank-heiten des Herrn Konsuls sollen seine Rechtfertigung verspätet haben. Respekt-vollest beharrend unterthänigster Diener Eber stein.

12.

Aschaffenburg, den 28tcn. Am besten ist's, die Sache beruht auf sich.Auch wüßte ich ihm weiter nichts zu antworten, als den bekannten Denkspruch:8is dawilis, Iraker. Die Warnung wird dem sonst braven Manne nützlich sein.

Carl.