Nachlese z» de» Nachträgen.
Unter dem 30. Dez. 1883 schreibt mir u. a. Herr Pfarrer Breitling znHilders an der Rhön:
„Das Doppelwappen jedoch auf dem uralten steinernen Thürgewand derKapelle auf der Milzenburg trägt Ihr Wappen mit den fränk. Lilien; dasNcbenwappen jedoch ist nur schwer erkennbar.
Einen altersgrauen Grenzstein mit dem Buchstaben l? habe ich auf einer Irr-fahrt in der Waldung nächst dem Nüsterrascn gefunden.
Ich hoffe, daß der gegenwärtige erst neu hierhergekommene Herr OberförsterSchnrian dem verwilderten Fahrweg zur Ruine Eberstein seine Aufmerksamkeitzuwenden wird."
Der in genealogischen Forschungen unermüdliche Freiherr Rudolfv. Buttler zu Fritzlar hatte die Güte, mir unter dem 12. März 1883 zweiUrkunden im Original zu übereignen; in der einen heißt es:
„Dem vcsten vnserm lieben Getreuen Eiteln vom Hutten. Philips Gräfe zuHanau, Herr zu Mnnzcnberg. Unfern Gruß zuvor zc. ?c. Auch so haben Wir dieGüter zu Oberkalb, so Dein Vater doselbst von Uns zu Lehen gehabt und cntpfangenund Eberstein jctzunt hat, auch ufgclaffeu, und die Güter zum Volmits, so Eber-stein Frowein dargcgcn zugcstallt, an die Statt gesetzt us Ursachen, daß UnserEltern dem von Eberstein alle Lehen, so Heinz Kochmcister zu Schwarzen-fels seßhaftig gehabt, geluhen haben, wie Eberstcins Lehcnbrief noch inhält; undaber in dcsselbigen Küchenmeisters altem Lehenbrief die Güter zum Volmitsklärlich ausgedruckt und also gewiß und bcweislich, daß solich Güter Unser Eigen -thum des Kochmeisters und Eberstcins Lehen bisher geWest und nn furdcrvermöge des Wechsels zwuschcu Eberstein und Frowein in diesen Lehenbrief zusetzen gebührt, haben Wir die darin setzen lassen. Das alles haben Wir Dir, auchfurder Dein Vettern zum Steckelberg, haben anzuzeigen, nit wollen verhalten.Geben Dinstags nach dem Palmtag Anno :c. xxviij."
Unter dem 20. Juni 1883 schreibt mir Herr Eugen Freiherr Löffel-holz v. Kolberg zu Ansbach:
„Meine kleineu Arbeiten auf historischem Gebiete beziehen sich wenn auch nichtausnahmslos, so doch ganz besonders ans Genealogie und Heraldik, zu erstcrcr vonmeiner frühesten Jugendzeit angeregt durch die umfassende Bearbeitung unserer Familien-geschichte Seitens meines Vaters, welcher dieselbe auch in einem viele Bände um-fassenden Album, dem s. g. Löffclholzischen Familicnstammbnche in Schriftund Bild deponirt hat.
Euer Hochwohlgeboren können sich denken, mit welchem Interesse ich jede Pnbli-cation auf dem fraglichen Gebiete betrachte und für meine Zwecke wieder verwende, indemich meinem ziemlich groß angelegten Regestenwerke über den deutschen Adel damit neuenZuwachs verschaffe, ans dem ich aber auch zu meiner Freude schon manche erwünschteMitthcilungen Anderen zu machen im Staude war.
Sind's nun auch nur ein paar Kleinigkeiten aus diesen meinen Sammlungen,durch deren Mittheilungen an Sie, geehrter Baron, ich Ihnen meinen aufrichtigenund herzlichen Dank zu beweisen vermag, so gönnen Euer Hochwohlgeboren mir viel-leicht doch die Freude, solche von mir gütigst entgegennehmen zu wollen.
Das Facsimile des Ebersteiuischen Wappens habe ich unserem hiesigen nichtunbedeutenden alten Wappcnbuche von 1490 entnommen. Ich habe dieses Wappen-buch vor einigen Jahren im Berliner „Ilerolä" beschrieben. Auf dem Blatte, dasIhr Wappen genau in der beigelegten Form enthält, befinden sich noch diejenigender Lrsaaor, lässliaZsa, 8ebottsa, Master, ksyelsabuob, unmittelbar daneben dieSolmIsmbnrZ, LolrrvaaMu, lAIriobsbaussa, LebanmburK, Iloolrt'släsa, gewiß eine würdigeentsprechende Gesellschaft.
Das andere Blatt, das ich beizulegen mir erlaube, ist ein Auszug aus „Joh.August Vocke, Geburts- und Todtenalmauach Ansbachischer Gelehrter, Augsburg 1796