Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
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Vorwort.

Wie lebendig fühlten schon im vorigen Jahrhundert patriotische deutsche Männer,wie der unvergleichliche Justus Mösor, gegenüber der nur in dem Eeremouielleu beste-henden und ganz darin aufgehenden französischen Schoinbildung das Bedürfnis, zurück zugreifen auf den in der deutschen Vergangenheit vergrabenen Schatz des eigenen zu alleinGroßen und Herrlichen angelegten Wesens! Entsprach bei dem löblichen Bestreben, diealtgermanische Vergangenheit und Verfassung zu erforschen und zu neuem Leben in derGegenwart zu erwecken, nun freilich die Ausführung nicht der Absicht, unternahm inErmangelung wirklich geschichtlicher, auf zusammenhängender Erforschung des Urkunden -materials sicher beruhender Einschau auch Milser das Wagstück, sich durch den eigen-thümlicheu Auustgriff der Rückkonstruktion von seiner Gegenwart aus, die früheren Zu-stände, das Lehnwesen, die Gefolgschaft, das Verhältnis der Hörigen, der Freien, des Adelszu einander, das öffentliche und Privatrecht im Geiste sich vor Augen zu führen, und istauch von diesen in ihrer Art klassischen Produkten einer aus realistische Zustände gerich-teten Phantasie jetzt nichts mehr zu verwerthen: so gebührt ihm aber doch das nicht hochgenug anzuschlagende Verdienst, die (ZZuellcuforschung in diesem Sinne von neuem wiederangeregt und einen Eichhorn zur Ausarbeitung der bahnbrechendenReichs- und Rechts-geschichto" gebracht zu haben. Und wir Neuzeitigen nun haben die Freude, überalltüchtigeund rührige Forscher au der Arbeit zu sehen; es haben sich neben der sachgemäßeren Ein-richtung und der Neubildung von Staats- und Provinzial-Archiveu auch die öffentlichenund Patrimonial-Gcrichtsregistraturen und endlich auch die lange verschlossen gewesenenFamilienarchive geöffnet und liefern von Jahr zu Jahr immer reichere Ausbeute. Seitmehr mm als dreißig Jahren habe in letzterer Beziehung ich mein bescheidenes Scherf-lein beizutragen mich bemüht. Beginnt mm überhaupt bei Nächstbetheiligten das schlum-mernde rein historische Interesse, wenn auch nur zunächst wenigstens als erwachenderFamiliensinn, sich zu regen und auch als solchen sich zu bekunden: so hat es mich selbst-redend wohlthuend berühren müssen, wenn Einige meiner verwandten aus eigenein An-triebe mich thätig unterstützt haben. Mit herzlichem Danke nenne ich hier meinen achtzig-jährigen Vetter Freiherrn Wilhelm Alexander Ernst v. Eberstein auf Buhla, den Seniorder Dillenburger Branche der Eberstein - Ncuhäuser Linie, und den Enkel des MinistersAar! Theodor Frhru. v. Eberstein Ernst v. Vidtman, k. pr. Lieutenant und Adjutantenim q,. Garde-Gren.-Reg. zu Aoblenz und Mitglied des Vereins Herold. Elfterer erfreutemich nicht nur mit einer anerkennenden Zuschrift, sondern zugleich mit einer sachför-dernden That: