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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
296
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Personen gebundene Name Eberstein, sodaß nicht nur in dortiger Gegend nachund nach die Mythe von dem gänzlichen Ausgestorbensein des Geschlechts ent-stehen konnte, sondern daß selbst der an den die Stammburg tragendenBasaltkegel gebundene Name verdunkelt und vor der in der volksmundartlichen,von gelehrten Leuten gründlich mißverstandenen Bezeichnungdas Tann-Földsch" für denEbcrstein" zurücktrat. Nur dieEberstein'schen Erbenim Fuldischen" und dieEbersteinhöfe" bei Poppenhausen an der Harderinnerten an die ehemaligen Grnndherren,

Graf Ernst Friedrich, Minister Karl Theodor

und

Hofrath Wilhelm v, Eberstein

als Geschichtsschreiber der Gberstein'schen Familie.

In dem Grafen Ernst Friedrich v. Ebcrstein, welchem überdies alsältesten Sohne Christinn Lndwig's die Bewahrung der werthvollen Familien-Dokumente anvertraut wurden, waren noch die Traditionen von seinem Groß-vater dem Feldmarschall Ernst Albrecht in unmittelbarer Lebendigkeit rege.Gab ihm nun solches schon reiche Veranlassung, in Betreff des Ursprungs seinesGeschlechts über die Befriedigung der gewöhnlichen wenn auch natürlichen Wiß-begierde hinaus durch wirkliche eigene Einsichtnahme in die älteren Familien-Urkunden sich eine sichere Basis zu verschaffen, so waren noch zwei andere Momentevon anspornendem Einflüsse nach dieser Richtung hin: einmal die schwebendenRechtshändel bezüglich der Ämter Leinnngen und Morungen und der großeMansfeldische Liquidationsprozeß, in dem behufs Legitimationsführnng einStammbaum einzureichen war, und dann die damalige (durch die in den Nach-trägen v. 1880 abgedruckten Leichcnpredigten genügend erläuterte) Sitte, der-gemäß bei den Leichenfcierlichkeiten für adelige Personennach gehaltenem Leich-Sermon" dem Lebenslaufe derselben (ihrem christthümlich geführten Lebens-Wandel und seligen Abschiede aus dieser Eitelkeit") eine genealogische Skizzevorausgeschickt wurde. Hielt ja doch der Graf Ernst Friedrich selbst im I.1726 eine solche Parentation dem letzten Fürsten ans dem Hause Anhalt-Harz-gerode, und zwar in solcher Formvollendung, daß er dem dabei gegenwärtigenVerwandten des Dahingeschiedenen, dem späteren Fürsten Wilhelm von Nassau-Dillenburg versprechen mußte, auch ihm einstmals die Parention zu halten. Undschon im I. 1703 bei Gelegenheit der Beisetzung seines Oheims Anton Albrcchthätte er der von ihm gesprochenenAbdankung" einen Abriß der EbcrsteinischenGenealogie beigeben können, wenn, wie er sagt, er nicht aus eben dem Eber-steinischcn Stamm geboren wäre:

Wäre ich nicht ans eben dem Eberstcinischen Stamm, worans Er entsprossen,geboren, so würde ich mit Euripidc ausrufen: lllN'exia st insixnis est intsr llowinssnatu dono stirps uasoi! Ich würde dessen berühmtes Alterthum und die ausselbem bekannten Helden nach einander aufführen und anfs deutlichste aus glaub-würdigen Sinkenden darthun, daß nicht allein die von Eberstein, deren Namenbereits in den frühesten Zeiten in Franken und Sachsen bekannt waren, mit unterder Zahl der Edeln gewesen, welche ihre Freiheit solange behauptet, ja gar unterdenen wenigen Geschlechtern, aus welchen zu Kriegszeiten die Heerführer erwähltwerden müssen, und daß Sie damalen denen, nachdem in der Welt so hochge-