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Folge 5 (1885)
Entstehung
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Wronol'ogisches Verzeichnis

der

bis zuin Jahre Z5Z9 in Urkunden aufgeführten freieigenen

und als Lehen

von den

fränkischen (Lbersteinen

innegehabten Besitzungen im fuldifchen, würzburgischenund Hennebergischen Gebiete.

I. Allgemeine Lage.

Die ältesten, die drei fränkischen Lilien im Wappen führenden Ebersteinefinde» wir zuerst seßhaft nicht nur westlich von der Hohen Rhön, aberin deren unmittelbaren Nähe (zwischen Hilders, Hüufeld, Fulda, Neuhofund Gersfeld), sondern auch südöstlich derselben zu beiden Seiten derfränkischen Saale (zwischen Fladungen, Melrichstadt, Münnerstadt, Kissingenund Bischofsheim vor der Rhön). Später, von Anfang des 15. Jahrhundertsan, war die Familie auch begütert cinmal, bis zu Anfang des 16. Jahr-hunderts, in der Umgegend von Schweinfurt mit dem Hauptsitze Markt-st ei nach, dann, bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts, im WetterauischcnGrenzgebiete (zwischen Salmünster, Ober-Sinn, Brückenau und Neuhof).

Es ist diese Gegend der ältestkultivirte Theil des alten Buchenlandes.

Das alte Bnchenland, Buchonien, die Buchen oder der Buchen-wald war ein den Urwäldern Deutschlands augehörender Waldbezirk, welcheran den Grenzen von Thüringen und Franken lag und im 8. Jahrhundertden Raum zwischen der Werra und dem Mittelmain, also zwischen deinVogelsberge, Spessart», über die Rhön hinüber bis zum Thüringer Waldeausgefüllt, aber keine bestimmten Grenzen gehabt hat; vielmehr wurde beifortschreitender Ausrodung mit seinem Umfange auch die Anwendung seinesNamens eingeengt. Als Provinzial-Name versteht man unter Buchonienbloß das Fuldaische Gebiet oder den westlichen Theil des Grabfeldes,welches der nördlichste Gau OstfraukenS (Frankoniens) war.

Die Geschichte des westlichen Grabseldes beginnt mit dem Erscheinendes angelsächsischen Heidenbekehrers und Missiousbischofs Bonifatius unddessen Jüngers Sturm in den buchonischeu Forsten, Ivo der eben genannteApostel der Deutschen" im Jahre 744 in der Mitte von vier Völkerschaften(Thüringer, Hessen, Wetterauer und Grabfelder) das Kloster Fulda amgleichnamigen Flusse, der hier das Grabfeld von der Wetterau scheidet, er-