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Reich zu neuem Glänze zu bringen, ohne zu merken, wie himmelweit er mit seinenPlänen von denen des französischen Kaisers abwich; das hinderte den Kaiser nicht,sich seiner bei Gelegenheit zu bedienen." . . . „Immer wieder muß hervorgehobenwerden, daß Dalberg bei seiner Verblendung in dem neuen Bunde das Ziel patriotischerBestrebungen, die Verwirklichung aller ans nationale Einigung gerichteter Wunscheerblickte."
Zur Sache selbst berichtet nun im Anschlüsse an das oben Vorausgeschickteder Verfasser Folgendes (S. 10 ff.):
Nach dem Frieden von Tilsit traf Napoleon ans seiner Rückreise nach Paris inFrankfurt a. M. ein und lud den Großherzog von Frankfurt (lW. muß heißen denFürsten Primas, denn zum Großherzoge hatte er ihn noch nicht gemacht) ein, zurBerichtigung der deutschen Angelegenheiten, insbesondere zur Abfassung eines Fun-damentalstatnts, sowie zur Abschließnng eines Konkordates mit dem römischenHofe für die katholische Kirche Deutschlands eiligst nach Paris zu kommen. Niemandhätte über einen solchen Auftrag glücklicher sein können als Dalberg; seinem Ehr-geize, seiner Eitelkeit mußte es schmeicheln, daß der Kaiser sich seinen Rath erbat.Wie reizend mochte ihm erst die Aussicht erscheinen, daß von nun an jeder, der indeutschen Angelegenheiten einen Wunsch hatte, sich an ihn, den Mittler zwischenFrankreich und Deutschland, wenden werde.
Bei so glücklichen Hoffnungen ging ihm keine Ahnung von der wirklichen Sachlageans; er merkte nicht, wie wenig Ernst es dem Kaiser Napaleon mit einer KonsolidationDeutschlands war und wie die deutschen Fürsten, die Absichten des Kaisers bessererrathcnd, einzeln ihre Pläne in Paris verfolgten und durchsetzten, sodaß Dalberg,der in Paris den Mittelpunkt der Dinge zu werden hoffte, in Wirklichkeit nicht bloßnichts durchsetzte, sondern durch seine Thntigkeit grade bei seinen Mitständen das größteÄrgernis erregte. Doch greifen wir dem Verlaufe der Dinge nicht vor.
Zu seinen Berathern ersah sich Dalberg zwei Männer ans, nämlich fürdie politischen Angelegenheiten den geheimen Staatsrath und Direktorial-ge sandten Freiherr» von Ebcrstcin, für die geistlichen Angelegenheiten denWeihbischof von Kolborn. Der erstere ist noch vielen Bürgern unserer Vater-stadt in lebhafter Erinnerung, sodaß es gestattet sein dürfte, mit einigen Wortenseiner zu gedenken.
Karl Theodor Joseph Freiherr von Eberstein, Sohn des kurfürst-lichen Kammerherrn Karl Christian v. Eberstein und der Sophia Franziskav. Dalberg, zu Mannheim am 12. Aug. 1761 geboren, erhielt seine Erziehungam Hofe seines Pathen, des Kurfürsten Karl Theodor, in dessen Dienst erzunächst als Kammerherr eintrat; diesen Dienst vertauschte er später mit derStelle eines zweiten dirigircnden geheimen Raths bei der geheimenKanzlei des Fürsten von Thurm und Taxis in RegenSburg, woselbst er nach seinerBeförderung zum Generaldirektor der kaiserlichen Posten bis zum Jahre1798 verblieb. Nachdem er kurze Zeit privatisirt, trat er in die DiensteDalberg's, der ihn zu seinem geheimen Staatsrathe und bei Übernahme desGroßherzogthnmS Frankfurt, Januar 1307, zu seinem Kon kommissarius undim Sept. 1806 zum Direktorialgesandten bei dem Bundestage ernannte.Seit dem Rücktritte Albini's lag die Leitung der öffentlichen Angelegenheitendes Staates bis zur Auflösung des rheinischen Bundes in seiner Hand;Dalberg schenkte ihm volles Vertrauen und er that sehr wohl daran, dennalle die Eigenichaften, die dem Regenten abgingen, waren reichlich bei demMinister vertreten. Tüchtiges Wissen, Erfahrung, Gewandtheit und Ausdauerin der Arbeit, Entschiedenheit im Handeln zeichneten den Minister vor anderenRüthen des Großherzogs ans; besser wie alle andern hat er die Mängel, aberauch die guten Seiten seines Fürsten erkannt und ihn in seinem Sinne zu leitengewußt. Nach dem Rücktritte aus dem StaatSlebcn hielt er sich in Mainz auf,woselbst er am 29. März 1833 verstarb.
Er und seine Frau, die am 16. April IS37 verstorbene Gräfin A-rr^usritsb'klicüls» Isiäars äs Lrosss, zeichneten sich durch ihren Wohlthätigkcitssinn aus;nicht minder bekannt wurde der alte Herr dnrch seine freimüthigen Äußerungen,seinen schlagenden Witz, der ihm alle Zeit zu Gebote stand.