missions-Sckretair führt das Protokoll, das dem Sonveraincn Fürsten zurBestätigung einzusenden ist.
Z 4. Das sämtliche Militair und der Ober-Polizcidircktor, Direktonsrath Jtzstein,sind an den Gcneral-Kommissarins zur Ausführung und Befolgung in Erhaltungöffentlicher Nnhc und Sicherheit, auch Vollstreckung der Gesetze angewiesen.
Z 5. Die Oberaufsicht, die dem Konkonimissarius anvertraut ist, wird allenStellen bekannt gemacht. Seine Bemerkungen über den wirklichen Geschäftsgang gebendem Gencral-Kommissarins, dem solche mitgetheilt werden, Anlaß zu vollstreckendenMaßregeln. Dem Rcferendair liegt ob, die Verfassung der zu entwerfenden Weisungen,die in dringenden Fällen provisorisch von der Kommission gemeinsam zu erlassen sind;in entscheidenden jedoch erhalten solche durch die fürstliche Bestätigung ihre Kraft.Archivarins Holbein und die Kanzlei-Personen sind an den Refercndair angewiesen,stehen aber demnächst wie alle übrigen dahin gehörige Subalternen in wesentlichenSachen unter dem General-Kommissarius und werden deshalbci? von der Kommissionverpflichtet.
Z 6. Wenn ein Mitglied der Kommission abwesend ist, so wird die Besorgungseines Geschäftes von den beiden andern übernommen.
Frankfurt, den 29. Novbr. 1806.
Carl Fürst ttrimas, <D. 8.)
So wenig es nun aber dem Gründer und Protektor des Rheinbundes,dem auf die Welt-Despotie hinarbeitenden Napoleon, Ernst mit dem Bundewar, so betrachteten diesen auch die größeren in ihn eingeführten Staaten nurals Mittel zu ihren egoistischen Zwecken. Zunächst beschickten sie den ausge-schriebenen Bundestag nicht und brauchten den zwischen Napoleon und Preußenausgekrochenen Krieg als Vorwand, die Verhandlungen über das Reichsgrnnd-gcsetz hinauszuschieben.
Eine Darstellung der ferneren erfolglosen Bemühungen Dalbergs gicbt einauf genauer Kenntnis der Aktenstücke beruhender Vortrag, welchen der groß-herzoglich hessische Bezirksgerichtsrath Herr vr. K. G. Bockenheimer am24. Febr. 1870 im Vereine für Erforschung rheinischer Geschichte und Altcr-thümer gehalten hatte. Da einmal dieser Gegenstand nicht sachgemäßer ge-schildert werden könnte und eine in Worten abweichende Darstellung doch nureine bloße Umschreibung sein würde: so hebe ich, unter Berücksichtigung derBetheiligung Karl Theodor's v. Ebcrstein, indem ich der stillschweigenden Ge-nehmigung des Herrn Verfassers theilhaftig zu werden hoffe, die betreffendenPartien aus.
Voraus schicke ich das allgemeine Urthcil Herrn De. Bockenheimcrs überDalberg (S. 4 f.):
„Ausgestattet mit einen? für alles Edle leicht empfänglichen Herzen, von deinregsten Eifer erfüllt, den Kreis seines Wissens nach den verschiedensten Richtungenauszudehnen, von dem Wunsche beseelt, seinen Namen mit den bedeutendste?? nndwichtigsten Erscheinungen und Verhältnissen seiner Zeit in Verbindung zu bringe??,würde Dalberg mit seinen keinestvcgs hervorragenden Talente?? in? ruhige?? Verlansder Zeiten ein väterlicher Regent, ettvä nach den? Muster des Kurfürsten Friedrich Karlv. Erthal, ein warmer Beschützer von Kniest nnd Wissenschaft, ei» Wohlthäter fürHülfsbedürftige innerhalb nnd außerhalb der Grenzen seines Landes geworden sein,wenn nicht die Stürme der französischen Revolution den Bestand des Kurfürstenwesentlich verändert und damit dem Koadjutor vorerst den Boden zur Entfaltungseiner Thätigkeit entzogen hätte??. Es war ein gefährlicher Ersatz, den sich Dalbergbei seinen? Drange nach große?? Thaten suchte; er drängte sich in die hohe Politik,zu einer Zeit, wo klares Erfassen der Dinge, festes und entschiedenes Handeln dieiiothwcndigsten Eigenschaften eines Diplomaten sein mußten, Eigenschaften, die ihn?gänzlich fehlten Was Wunder wenn die wechselnden Ereignisse ihn? nach den ver-schiedensten Richtungen trieben "
„Bei Gelegenheit der Verhandlungen mit den Franzosen hatten d?esc ?h?n wgewaltig imponirt, nnd diese hatten, in richtiger Würdigung der Eitelkeit des Mannes,die schwachen Seiten so gut zu benutzen gewußt, daß Dalberg von da an unwider-stehlich zu jener Seite sich hingezogen fühlte. Bekannt ist, wie glücklich ihn die Be-gegnung mit Napoleon in Mainz bei Gelegenheit der Kaiscrfahrt des Jahres 1804machte; wie er hoffte, daß es ihn? gelingen werde, mit Hülfe des Kaisers das deutsche