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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
383
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nur allzuwohl begründet zu finden, nach länger als einem arbeitsvollcnDecennimn sich gänzlich von den Geschäften zurückzuziehen, nachdem er solchenunmehr in ein ruhigeres Gleis geleitet hatte. Er beharrte auf diesem Ent-schlüsse, trotzdem ihn seine Geschwister durch dringende Bitten davon wiederabzubringen suchten.

Cirrnlar n» nirinr untrn genannte» Geschwister.

Lange genug habe ich den sich in wirrem Drange sich immer widriger gestaltendenVerhältnissen mich unterzogen gehabt und ihrer Regelung mich hingegeben. Jetzt aberbin ich nicht mehr im stände, die Vollmachten länger zu behalten, indem mich triftigeGründe dazu bewegen, es Euch aufzusagen. Klagen ist nie meine Sache gewesen.

Die Pacht von Leiuungen gebe ich auf, und zwar zu Johann! 1834. Ihr habtdaher es anderweit zu verpachten oder administrircn zu lassen. Da unser NeffeErnst in Horla in meine Pacht zu der Zeit eintreten will, so rathc ich, es ihm zuüberlassen, indem es doch besser und vorthcilhaftcr ist, es ihm in Pacht zu geben, alseinem Fremden. Ein Fremder würde sich auch schwerlich finden, da wir bei unserenjetzigen Verhältnissen auf eine bestimmte Anzahl Jahre gar nicht verpachten können,ohne Gefahr zu laufen, den Pächter enorm entschädigen zu müssen.

Die Rechnungen werde Ende d. I. legen. Ihr habt daher Zeit genug, bis dahineinen Generalbevollmächtigten zu wählen, dem ich dann alles übergeben kann; auchwerde ich es zu der Zeit in öffentlichen Blättern bekannt macheu, daß ich die General-vollmachten von meinen Geschwistern abgegeben habe.

Grosz-Leinungen, den 16. Juni 1833/ Gustav von Ebcrsteiu.

Hierunter spricht sich der älteste Bruder Oberst Karl folgendermaßen aus:

„An den Bruder Gustav. Ich halte mich überzeugt, daß sowie ich auch alleübrigen Geschwister ihren brüderlichen und schwesterlichen Dank für Deine Geschäfts-führung aus das herzlichste gegen Dich aussprechen werden; daher kann ich auch denWunsch nicht unterdrücken, Dich, lieber Gustav, auf das inständigste zu bitten, dieseGeschäfte ferner zu leiten, damit sie nicht in fremde Hände gerathcu."

In gleichem Sinne äußert sich Franz:

„Auch ich, mein lieber Bruder Gustav, kann nicht unterlassen, Deines sowohl alsunser aller Besten halber Dich um Beibehaltung der Gcschäftsleitnng zu bitten. Jederfremdartige Einfluß in Familienangelegenheiten führt zum Ruin einer Familie, umwie viel mehr in unseren kritischen Angelegenheiten! — Diesem Schicksale haben wirstandhaft entgegengearbeitet durch Deine bewährte Leitung der Geschäfte. Ohne Dirzu schmeicheln, schreibe ich dieic Zeilen, denn Schmeicheln ist ganz und gar wider meineNatur, das weißt Du wohl zu gut. Dankbar statte ich Dir daher meinen wärmstenDank, aber auch für die Zukunft ab. Schönefcld, den 9. Juli 1833. Dein Dichliebender Bruder Franz v. Eberstein."

Ebenso die Schwestern:

„So ist auch meine Gesinnung und Bitte an Dich, lieber Bruder. Wenn DuDich nur noch diesmal erhören ließest von unserer Aller Dank und Bitten! Vielleichtgiebt Gott Änderung und wird Dir es gewiß verlohnen. Du hast ja schon so vielSchlimmes überstanden. Bedenke, Lottchen und ich sind geschlagen, wenn die Ge-schäfte ans Deinen Händen kommen. Darum bittet Dich schwesterlich und dringendDeine Dich liebende Schwester Emilie von Eberstein."

„Auch ich bin derselben Meinung, wie alle meine übrigen Geschwister, so kannauch ich nicht unterlassen, Dich innigst und herzlich zu bitten, die zwar sehr mühe-vollen Geschäfte nicht abzugeben, wofür wir alle Dir zeitlebens dankbar sein werden.Ich schließe in der Hoffnung, daß Du, lieber Bruder, unsere dringenden Bitten er-hörest. Dresden, den 13. Juli 1833. Deine Dich herzlich liebende Schwester

Charlotte v. Ehreuthal geb. v. Ebcrsteiu."

Mit vollendetem elften Jahre der Geschäftsleitung, zu Johanni 1834, legteGustav dieselbe nieder und übertrug sie auf seinen Neffen Wilhelm AlexanderErnst v. Ebcrstcin, dem er auch die Pachtung der zum Schlosse gehörigenÖkonomie abtrat. Er selbst zog zunächst in das von dem Hauptmann Alb rechtvon der Wolf-Dietrich'schen Branche erbaut gewesene, vor dem Marktplätze, demRathskeller gegenüber angenehm liegende Haus, welches sich damals nebst demzugehörigen Gehöfte und Gute in Erstens Besitze befand, und bewirthschaftete

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