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Wer diese Zeit nicht mit durchgemacht hat, kann sich von den damaligen Verhältnissenkeinen Begriff machen. Deinem Bater mit seiner Ruhe und Überlegung ist es alleinzu danken, daß alles nach und nach beigelegt wurde. — Auch die Wirthschaft brachtenichts ein, denn 1 Scheffel Roggen kostete 15 Groschen, 1 Schffl. Hafer 6 Gr., einKalb 1 Thlr.; dies weisen meine alten Bücher ans. Diese Preise waren natürlichauch in Geh ose», der alte Hammer crkärte sich bankerott, zahlte kein Pachtgeld,er ließ die Wirthschaft stehen, wir sehten einen Wirthschaftcr dahin und schriebeneine neue Verpachtung in den Blättern aus, der Termin war in Wallhansen undsiehe da, kein Mensch bot nur einen Pfennig. Es wurde ein neuer Termin angesetzt,doch zuvor einigte sich Dein Vater mit Hammer. Die übrigen Herren Mitbesitzerverlangten ihr Geld, aber keiner wußte, was es für Mühen und Sorgen herbeiführte, was für saure Wege gemacht und unangenehme Briefe gelesen werden mußten.Hierzu kam noch, daß Deines Vaters Sekretär Zimmermann, der auch Rechnungs-führer von GeHofen war, sich erschoß, nachdem er die Kasse stark angegriffen hatte.
Den Domhof anlangend, so war derselbe in der Snbhastation erstanden worden;da ans Halsstarrigkeit der Lchnskuric für die zur Behauptung des Gutes nöthigcnKapitale keine Sicherheit gegeben werden konnte, so benutzte der Amtsschösser Oster-loh in Sangerhauscn, da er selbst auf billigen Kauf des Gutes speknlirte, unsereVerlegenheit und bewirkte durch Jntrignen, daß ein Kapital nach dein andern gekündigtwurde, so auch das auf Leinnngen stehende Hohcnthal'sche. Nun verschaffte zwar der-selbe Herr wieder Geld, aber gegen so hohe Zinsen, daß es nicht mehr zu ertragenwar. Der Domhof wurde wieder verkauft, und es stellte sich hinterher heraus, daßein Posten zweimal berechnet war, was einen neuen Prozeß hervorrief.
Dies ist nur ein kleiner Abriß der damaligen schweren Verhältnisse, die Deinguter Vater treulich, redlich und umsichtig durchgemacht hat. Es liest sich leicht, aberman muß es mit erlebt haben; obcnhincin noch Undank und Mißtrauen von mancher Seite.
Wenn schon Gustav 's Bruder Wilhelm bald nach Übernahme der Fa-miliengeschäfte ersterem nntcrm 12. Febr. 1817 von Horla aus in einem ver-schiedene geschäftliche Angelegenheiten behandelnden Briefe schreibt:
„Es machen mir überhaupt die ganzen Familienangelegenheiten sa viel Sorge undVerdruß, daß ich es manchmal recht dick habe. So hat auch die ganze Domhofs-Angelegcnheit, die ich allein habe betreiben müssen, um unsere Rechte und Vortheilwahrzunehmen, sehr viel Sorge gemacht; ich bin in diesen Terminen allein von derFamilie zugegen gewesen und habe auch für die anderen Vettern zanken müssen. —War keiner von den Ebersteinen zugegen, so gingen vielleicht die vielfachen Appellationenbei dem konfusen Obcrlandesgericht von Naumburg (denn die Hälfte besteht ansSächsischen Rüthen) durch, und wir wurden ganz ausgeschlossen von unseren Rechten.Doch bin ich aber mit allem bis jetzo durchgekommen. So hauen die Holzhauerwieder für den nämlichen Preis wie gewöhnlich. Ferner habe ich das Holz abermalsanktionswcise verkauft, und es ist weg bis auf 600 Malter und 500 Schock Wellen.Ich habe viel zu kämpfen und habe alles zum Feinde; es wird sich aberwohl mit der Zeit verlieren, wenn sie sehen, daß sie nicht durchkommen
Jetzo hat die Frau Jägermeisterin ein Theilungsprojekt (in Bezug auf den Forst)vor und ist dieserhalb gerichtlich eingckommen, nach dem Gesetz kann sie es verlangen.
— Die Bedingungen habe ich noch nicht und habe sie von dem Gericht verlangt.Da nun Nonsisur Witschet und (Hauptmann) Ernst sehen, es ist nicht mehr vielzu machen, nun wollen sie theilen. — Ist die Theilung Vortheilhaft (denn ich glaube,sie opferten gegenwärtig etwas) und ist es nicht gegen die Rezesse und unsereAnsprüche an Rötha, mm so könnte man einwilligen. Ich glaube, um allein znschalten, opferte Witsche! jetzo etwas, denn die alten Weiber thnn, was er sagt;verkaufen können sie doch nicht an andere nach den Recessen. Nächstens werdet IhrNachricht darüber erhalten, sowie über meine Meinung. Wolf und der HauptmannErnst Ebenstem haben die ganzen Bergleute wegen Forderungen in Allarm gesetzt*);
— ich werde ihnen aber auch dienen; Eisenstuck hat mir dazu Hoffnnug gemacht.Sie halten ihre rückständigen (Lchnstamms-) Zinsen dieserhalb zurück. So geht esmir mit allen, auch das Geringste muß ich erkämpfen."
sv hat man anch nach den vorausgegangenen Berichten und Erzählungen ausder Zeit von Gustav's Geschäftsführung die Prämissen, mn Gustav's Entschluß
*) Diese Andeutung wird näher erläutert durch eine Stelle in einem Briese von Gustav's jüngstem BruderGeorg ct. ci. Salzburg, 1. Dez. 1817: „Der Vetter Wolf und Hauptmann Ernst wollen einen Prozeß wegender versubhastirten Bergwerke, wo sie 70 000 Thlr. Entschädigung verlangen!"