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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
369
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Fensterscheiben nnd von Dachluken in Bauernhäusern dienten, wieder zusammen.Die in meinerBeigabe" über der Cabinets-Ordre von l80S befindliche Kopieseiner Silhouette ist 1807 von seiner Schwester Emilie angefertigt worden unddanach zu beurtheilen.

Den ersten Unterricht erhielt Gustav mit seinen Brüdern Moritz nndFranz durch einen Hanslehrer, einen alten Magister, und kam darauf zusammenmit Moritz in das adlige Kadetten-Corps zu Dresden. In dieser Anstalt blieber jedoch bloß ein Jahr (vgl. Abgangszeugnis c>. 6. Dresden, 25. Sept. 1798in meiner Geschichte S. l195, Anm. 54) aus folgender Veranlassung. SeinVater, ein hitziger, rasch aufbrausender Mann, hatte sich eines Abends in derRessource bei dem L'honwre-Spielc mit dem Kommandanten des Kadetten-Corps,Obersten Georg p. Christian!, überwarfen, war sofort aufgesprungen, zu deman einem anderen Tische sitzenden preußischen Gesandten Grafen Vitzthum ge-treten und hatte diesen gebeten, bei seinem Schwager, dem preuß. General GrafenWartenslcben, anzufragen, ob er bei seinem Regiments ein Paar Junker brauchenkönne. Die nach acht Tagen eingetroffene Antwort Wartensleben's fiel bejahendans, nnd so wurden von dem rasch handelnden Vater die beiden Brüder Moritznnd Gustav (14'/2 bzw. l2^ Jahr alt) sofort in der Nacht aus dem Kadetten-Corps geholt, in der Sophicnkirche konfirmirt nnd den andern Tag nach Licgnitzzu dem Wartenslebenschcn Regiments geschickt. Hier angekommen, erregt aberdie Kleinheit und Schmächtigkeit Gustav's die Verwunderung des Generals, derda sagt, es sei gut, daß die von dem Könige kurz zuvor abgenommene Rcvüevorüber sei, er bezweifele aber dennoch, daß der König bei seiner nächstjährigenAnwesenheit ihn behalten werde. Inzwischen rangirte er Moritz als 10. Junkerbei der Compagnie des Major v. Stosch nnd Gustav als 11. Junker bei derComp, des Capitain v. Knorr ein. Die eben angeführten Thatsachcn erhellenauch des Näheren aus nachstehendem Briefe Wartenslebens an den Vater derbeiden Brüder:

Hoch- und Wohlgeborner Freiherr, besonders hochzuehrendcr Herr Landcs-Re-gicrnngs-Hofrath! Ans Euer Hoch- und Wohlgcboren geehrtes Schreiben vom 24.v. Monats habe ich die Ehre, hiermit ergcbenst zu erwidern und zugleich mit anzu-zeigen, daß Dero beiden Hrn. Söhne gestern allhier beim Regiment angekommen sind.Nach Dero vorletzten Schreiben hatte ich mir selbige größer vorgestellt, als ich sienachher finde, und befürchte daher, daß sie bei der Usvus Sr. Majestät dem König,da sie die Kleinsten im Regiment sind, auffällig sein werden. Da ich aber Ew. Hoch-nnd Wohlgeboren einmal stnein Wort gegeben und noch Hoffnung habe, daß sieWachsthum erlangen, so sind selbige als tvtcr und llter Junker beim Regimcnteeinrangirt, nnd zwar steht der Älteste bei der Compagnie des Major von Stosch nndder Jüngste bei der Compagnie des Capt. v. Knorr, welchen ich sie beiderseits zurAufsicht mit übergeben nnd auch künftig die Besorgung der Zulage von Ew. Hoch-nnd Wohlgcboren übernehmen werden. Für die übrigens mir mitgetheiltcn Nach-richten sage ich den verbindlichsten Dank nnd empfehle mich zu fernerer Freundschaft,mit welcher ich zu sein die Ehre habe Ew. Hoch- und Wohlgcboren ganz ergebenster

i .22 Wartensleben.

Liegmtz, den 1. Okt. 1/93

Die eingeschickte 50 Thlr. sind mit 25 Thlr. den beiden Hrn. Comp.-Chefsübergeben.

Als der König nun wirklich kommt und über die Kleinheit Gustav's undüber dessen Annahme Seitens Wartenlebens die Nase rümpft, rechtfertigt sichletzterer mit der Bemerkung:Majestät! die beiden jungen Leute sind im Wachs-thum" und fügt in Bezug auf Gustav's Wachsthum noch eine scherzhafte Be-merkung hinzu, durch welche er den König zum Lachen bringt und erreicht, daßderselbe Gustav nicht zurückschickt. Dieser Umstand war später nicht nur fürGustav selbst, sondern für die ganze Dillcnburger Branche der Familie, wieweiter unten dargelegt werden wird, von wesentlichen Folgen. Als der Königdas Jahr darauf wieder kommt, geht er sofort auf Moritz und Gustav zu, sagt:Ah! das sind ja die beiden Edelsteine! nun, ihr habt euch hübsch heraus-gemacht!". Und von dieser Zeit an behielt der König beide Brüder im Auge.

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