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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
370
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Gustav wird am 4. Sept. 1800 zum Portcpö-Fähnrich bei gedachtemNcgimcnte beförderst marschirt mit diesem Reg. 16. April 1801 aus Liegnitz, istvmi Anfang Mai bis 12. Inn! des nächsten Jahres in Berlin, Schöneberg undPotsdam, nimmt 1802 am 2. Aug. Nordhauscn (woselbst er in das ehemalsPlaut'sche jetzt Frcnkcl'schc Hans, Ecke der Rantcnstr. und Petersberger Born-gasse cinqnartirt wird), gleich darauf Mühlhansen und Erfurt (bis dahinfreie Reichsstädte) mit ein, worauf das Regiment Erfurt und Mühlhauscn alsGarnisonorte erhält und bis zum Ausbruche des Krieges mit Napoleon behält.Mittlerweile wurde Gustav am 27. Januar 1803 zum wirkst Fähnrich,24. Mai 1804 zum Seconde-Lient. ernannt. Nachdem das Regiment schon ein-mal (15. Okt. 1805 von Erfurt über Jena nach dem Voigtlande auSmarschirtwar, in Triptis Winterquartiere bezogen, am 12. Febr. aber wieder nach Erfurtzurückgekehrt war, wurde es Mitte August mobilisirt, rückte 22. Aug. ans Erfurtder französischen Armee entgegen, zuerst bis in die Gegend von Halle, dannüber das Querfnrter Plateau zurück bis über Gotha hinaus, dann wiedersüdlich von Erfurt bis vor Weimar, wo es am 11. Okt. ein Lager bezog (nach-dem es die Nacht vorher unter dem Gewehr gestanden), in der Nacht vom 13.zum 14. bei Auerstedt bivonakirtc und früh am Morgen bei undurchsichtigemNebel in die Schlacht rückte, welche anfangs einen für die Preußen glücklichenVerlauf nahm; durch den Nebel war aber Unordnung in den Stellungen ein-gerissen, verschiedene preußische Regimenter hatten sich gegenseitig beschossen; beidurchbrechender Sonne war die Schlachtordnung zwar wieder hergestellt und eswurden manche Vortheile erkämpft da kamen denn die von Jena her reti-rirendcn geschlagenen Kolonnen und vernichteten so das durch die gute Haltungder bei Auerstedt engagirten Armeeabtheilnng in aufreibendem, zuletzt fast insHandgemenge übergehenden Kampfe errungene Resultat. Während der Schlachtrettet Gustav mit seinem Bruder Moritz die Fahne des I. Bataillons (nach-dem der Kommandeur, Major v. Ebra, und der Hauptmann v. Brause blessirtwaren) und auf der Rctirade Gustav allein 2 Fahnen vom Reg. Puttkamer,die sie 15. Okt. nach Erfurt bringen und in die Hände des Kommandantenniederlegen, wird Hierselbst französischer Gefangener, geht auf Ehrenwort ent-lassen, nach Dresden, von wo er, da alle jenseit der Elbe Geborenen ansprcnß. Diensten entlassen werden um seinen förml. Abschied einkommt. Stattdes Abschieds erhält er aber gemeinschaftlich mit seinem Bruder Moritz dieehrenvolle in meiner Geschichte S. 1196 abgedruckte, sowie in der Beigabefaksimilirte CabinetS-Ordre von Sr. Majestät dem Könige. Infolge dieserOrdre, in welcher der König Veranlassung nimmt, beiden Brüdern seine Zu-friedenheit über ihrgutes Benehmen in und nach der Schlacht bei Auerstedt"auszusprechen, wurden dieselben, obgleich geborene Sachsen, der mit Napoleonabgeschlossenen Konvention entgegen (welcher zufolge nach dem Frieden zu Tilsitdie preußische Armee nur 42000 Mann stark sein sollte und die links der Elbegeborenen Offiziere entlassen werden mußten) sofort in der preuß. Armee, undzwar mit großem Vorthcile wieder angestellt. Sie hatten sich auf des KönigsBefehl bei dem General-Feldmarschall Grafen Kalchreuth in Königsberg znmelden, welcher sie dem Könige auf der Parade unter der Hinweisung vorführt,wie der Geist, der die ostpreußische Armee beseele, wesentlich von dem Groß-vater dieser jungen Leute (dem 1778 während der Campagne des bayer. Erb-folgekricges ch Kommandeur des Tilsiter Dragoner-Regts., Obersten I. KarlFr. Frhrn. v. E.) gepflegt und genährt worden sei. Hierauf befiehlt sie derKönig in das königliche Schloß und stellt sie der Königin und den übrigenMitgliedern der Königlichen Familie mit den Wollen vor:zwei junge Leute,die sich um Mein Haus verdient gemacht haben" und entläßt sie mit den huld-reichen Worten:Konscrvirct euch in meinem Dienst, Ich werde ferner für euchsorgen".

Die näheren Umstände, auf welche sich des Königs Gnade gründete, er-hellen aus dem in den Nachtr. v. 1878. S. 47 f. abgedruckten Berichte.