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2 Geschwister hast, von denen der eine noch gar keine Erziehnng hat, nicht aus denAugen lassen, denn diese kann ich ja nicht zurücksetzen und leiden lassen. Eine Adressevon dem Wcihbischof v. Aaümsn an seinen Bruder würde wohl zu obteniren sein,wann ich in Zeiten davon benachrichtigt werde, allein ich sehe auch, daß Geld dazu nöthigist, wann man Höfe anfs Geradcwohl bereisen will, nnd dieses ist der Hauptknoten.Bisher habe ich alles mögliche hervorgesncht, um Dir das Nöthige tviirnirsn zukönnen, allein wie saner es mir geworden, ist Gott bekannt, da ich von draußen jaans keinen Gr. rechnen kann. Dn denkest überhaupt dem Anschein nach sehr hoch; einjunger Mensch braucht so sehr viel nicht, er darf niemand zu Gaste laden; gehet erin Gesellschaft, warum muß er spielen, wer zwingt ihn dazu, ein Lnmmsresspicl aberkann keinen rninircn, er spiele dann hoch; die Trinkgelder kommen auch nicht so ofte,nnd hierin muß man nicht zu hoch traben; vernünftige Leute lachen, wenn sich einerüber sein Vermögen hierin, als in allem Hervorthun will; den reichen Mann vor-stellen und nicht viel haben, bleibt allzeit Thorheit, nnd dieses insinuirst nicht. DerMajor v. Kracht kennet die Höfe nicht nnd bekümmert sich darum wenig, er kann Diraber eine RscomnmnckMwn an den Eon. IV-nmit? in Kassel geben, welcher Dir daselbstBekanntschaft machen kann. Der Mann in Berlin, welches der Geheime SsvrstairLoeüizr ist, hat die Meinung, daß Dn in Berlin eine Zeit lang Dich als Rotoren-clarins aufhieltest und sodann als würklichcr Rath im ÄlaKäedurMollsn oder Ilaidor-stöcktsebeii im Jnstizfache piaeirt werden könntest, nnd dieses ist mit den wenigstenUmständen verknüpft nnd kost nicht soviel, als Dein Rrossot, wogegen ich sonsten nichtshabe, als daß ich die Kosten dazu in meinen jetzigen Umständen nicht zu schaffen ver-mögend bin; kannst Du mir aber ein hstmowm festsetzen, was Du glaubest jährl. biszu Deiner Unterkunft nnnmgänglich nöthig zu haben nnd womit Du auszukommengedenkest, so will ich solches von Dir erwarten und sodann meine Rssolution geben,dann anfs Ungewisse kann nnd werde ich nicht ontrirou, genug, wann ich thue, wasich kann, und damit mußt Dn vernünftiger Weise zufrieden sein. Gott kann seinenSegen zu Wenigem geben nnd vor Dich als der beste Vater sorgen. An Gottes Segenist alles gelegen. Es finden sich nicht sehr viel Leute, die in ihrem 23. Jahr schon ver-sorget sind. An Rskoronclarin« in Königsberg zu werden, hat niemand absolut ge-dacht nnd hicrvor bin ich selbst nicht. Daß Dn Dich in lkalls iusoridironlässest, ist dennoch auf alle Fälle wohl gcthan. Daß die Welt freilich jctzoans die rothc Absätze sieht und mancher Windbeutel ankommt, ist bekannt, allein es istdie Frage, ob ein solcher sich ..... lang soutonirst, dahingegen ein solider, gclehrt-n»d geschickter Mann sich allemal oonsorvirsu nnd bei der vernünftigen Welt geltenwird, nnd Dn urtheilcst richtig, wann Dn sagest, man thnt am besten, dieAugen zuzudrücken und einer höheren Fügung sich zu überlassen nnd anzuvertrauen.Gott bewahre Dich für Galster's Streiche, dessen Schicksal sehr gelinde ist, vondiesem Rxempsl kann man nicht auf den ganzen Pr. Dienst schließen, jedoch ist dasauswärtige Fach platterdings vor keinen unvermögenden Mann sowohl in Pr. alsanderen Diensten. Der östrcichische Dienst mag in dem Ncichsfach gut sein, wann dieReligion nicht im Wege, worauf hei ihnen als in' Nannüsim sehr gesehen wird. ImReich ist außer (lasset, Oarinstaclt, Racken, und Oranien-blassau wenig zu eonsicksrirsn,(totlia nnd (Vsimar, besonders letzterer, kann eonsickerabls werden. Im Pr. Justizfach hatman Brod bis an sein Ende des Lebens, wann man nur erst einmal plaeirt ist,welches in etwas mehr als einem Jahr gewiß geschehen könnte, doch hast Du DeineFreiheit, ich will Dich zu nichts zwingen, nur wäge alles nach Deinen Umständen ab.Es ist besser, klein angefangen nnd groß aufgehört, als groß angefangen nnd klein aufge-hört. Gott wolle Dir in Dein Herz einleuchten, was das Beste ist, und Dir zugleich dasBeste wählen lassen, ich hoffe nnd glaube, Er wird es thun, je mehr Du Ihm kindlich ver-trauen wirst.
Vgl. auch 4 Folge, S. 272: „Da nun endlich Deine Studienjahre :c." und
S. 273: „Tilse, 28. Nov. 1775. M. l. S. Dein Schreiben vom 23. Oct. w. ?c"Wie aus mehrfachen, in obigen Briefen enthaltenen Stellen hervorgeht,hegte Wilhelm den Wunsch, in die diplomatische Laufbahn eintretenzn können.Zu diesem Zwecke unternahm er, um sich einigermaßen zu orientircn eine Reise
verlor auch außerdem durch deu zweimaligen Bankerott des Kaufmanns Kehser in Tilsit die bedeutende Summevon 18000 Gulden und mußte dann noch 8000 fl. zu verlieren fürchten. Von seiner Rate an dem durch schlechteWirtichschaft überschuldeten Berg- nnd Hüttenwerke eine Revenüe ziehen zu wollen, davon konnte der anstrenge Ordnung gewvbnte Mann nicht denken, denn er hielt es für verkehrt, da auf Einnahmen zu denken, woSchulden vorhanden sind und bezahlt werden müssen nnd konnte daher das einzige Mittel,' das Werk mit derZeit lviedcr frei zu machen, nur in einer solchen Einrichtung finden, daß man von den Hütteneinnahmen vorallen ^ mgen die Bergleute bezahle, den Nest aber immer anwende, um Schulden zu bezahlen, und dies solange, bis alles bezahlt sei. o o v , >