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Folge 5 (1885)
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cS sich thun läßt. Übrigens erlasse Dich der Gnadenobhut Gottes und verbleibeunter nochmaliger herzlicher Begrüßung von uns allen Dein treuer

Tilsc, d. 7. Dez, 1777. Vater Eb erst ein.

Nachdem Wilhelm über zwei Jahre (zum Thcil mit etwas übertriebenemFlei ße, da er meist des Nachts nur 4 Stunden schlief,) die Universität Leipzigbesucht hatte und sich nun in dein fünften Semester befand, lag es ihm nah, überseinen künftigen Beruf einen festen Plan zu entwerfen und zu solchem dieBilligung seines Vaters einzuholen. Auf seine Anfrage über diesen Punktschreibt ihm sein Vater unter dem 21. Febr. 1775:

Was nun den Artikel Deines künftigen Fortkommens betrifft, so setze ich Dirdie Gedanken eines sehr vernünftigen Mannes und guten Freundes hierher; derselbehat gar solide Ansichten und stehet in großer Konnexion. Er schreibt Folgendes:. , das Beste würde sein, wenn der Herr Sohn rcsolvirt, sich in der praxi unsererLandesrechte zu habilitiren, und zu dem Ende entweder hier in Berlin beim Kammer-gericht oder auch bei der Regierung in Königsberg ein paar Jahre als Re-fcrendarins in 1'rooossnalibns arbeitete, dann dies ist jetzt in unseren Landen die rechtePftanzschnle für junge Herren, ans welcher sie hicrnächst in hohe Kollegin als wirklicheRäthe mit einem ziemlichen Gehalt versetzt werden, und könnte der Herr Sohn nachbestandener Kapacität alsdann bei der Magdeburger oder Halbcrstädter Regierungals RegiernngSrath placirt werden, um von denen dortigen Gütern nicht zu weitentfernt zu sein. Dieser Plan ist solide in aller Absicht, wenn nur der Herr Sohnnicht zu sehr zu pnbiigusn -i.tla.irs8 neiget, worzn große Büttel und reiche Familiengehören, außer man ist mit dem Minister oder dem Fürsten und dessen Hanse sehrwohl bekannt und kann viel Dienste thnn."" Nun will ich noch dies -zuzusetzen: ichlasse Dir völlige Freiheit, in der großen Zuversicht, daß wann Du mit Gott DeineSache anfängst und denselben um seinen Gnadcnbcistand bittest, Du schon in der Weltfortkommen wirst, nur bitte ich, trachte nicht nach hohen Dingen. Kannst Du derFührung Dich in wahrem Zutrauen überlassen, wirst Du allemal sicherer und besserfahren. Hier im Lande kann man sein Glück auch machen, wer nur etwas gelernthat; es ist ein großer Unterschied an einem kleinen Hoie in einem so weitläufigenReich; doch hast Du völlige Freiheit, Gott öffne Dir eine Thür. Beim Kamm cr-gericht in Wetzlar ist nicht das liebe Brod, beim Neichshofrath, der kann mehrsein, allein wie wäre dahinein zukommen? mit der Zeit läßt sich alles machen. Wennman nur erst den Anfang im Kleinen gemacht hat, hernach findet sich alles Weiterefast von selbst, der erste Grundstein muß nur mit Fürsichtigkcit gelegt werden. Ziehevernünftige Leute, welche die Welt gut stndirt haben und solide denken, zu Ruthe: eskann Dir dortcn an solchen Leuten nicht fehlen, nur vertraue Dich nicht der Jugend,worzn junge Leute mehr Vertrauen haben, als zu alten erfahrenen. Hast Du niemalcnGelegenheit gehabt, mit klugen Leuten darüber zu sprechen? oder mit solchen, welchedie Höfe kennen. Allein es ist doch auch Vorsichtigkeit dabei nöthig, denn selten istder Mensch ganz affcktenlos, er kann viele Privatnrsachcn, auch Absichten haben, vondiesem Gutes und von jenem Böses et vies versa zu sprechen. Soviel sage ich nurnoch, wann Dn willst im Brandenbnrgschen cmploirt sein, mußt Du Dich eine Zeitlang in Halls ans der Akademie aufgehalten haben, oder dem Vorwurf ausgesetzt sein. Wie viel glaubst Du wohl nöthig zu haben, ein Jahr Dich etwas umzusehen, undDich an einigen Höfen, als z. E. Dresden oder Weimar, Gotha, Kassel, Badenbekannt zu machen? selbst in Wetzlar würdest Dn die dasige Verfassung kennen lerne»können, wann Du bei einem kurzen Aufenthalte Dich um den Löhnbcrgcr Prozeßerkundigest bei einem gewissen Rath Uuäoltk daselbst, welches ein sehr kluger Mann istund große Connaissance hat. Ich sehe auf Gott, welcher alles vermag, und wannes zu Deinem Besten, wird Gott schon auch hier Rath schaffen, sowie Er bishergethan, oft ganz wunderbar.

Ferner unter dem 5. Mai 1775 (4. Folge, S. 271):

Was nun hicrnächst Dein künftiges Unterkommen betrifft, so habe ich darübermeine Meinung bereits gesagt. Soviel in meinen Kräften stehet, will ich gern zuDeiner Unterstützung hergeben. Du mußt aber meine Umstände^) und daß Dn noch

*) Dem Obersten Karl kam nicht mir die Übernahme bon Lcinungc» bedeutend höher zu stehen als kon-traktlich ausbedungen war, insofern er behufs der Erlangung der Cession von seines Mannheimer Bruders an-theiligem Wiedereinlösungsrechte bezüglich des Gutes Horla noch Schulden des verstorbenen Grgsen an seinesBruders Frau zahlen, auch sonst in manchen sauren Apfel beißen und in das Schloß und die Ökonomie vonMeinungen, statt davon Revenüen zu ziehen, nur fortwährend bedeutende Summen hineinstecken mußte, er