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Seite zerbrach und ohne Besinnung vom Platze getragen wurde. Seine Jugendund gute Natur aber siegte, und nach 8 Wochen war er geheilt. „Aber dieserUmstand", fährt er weiter fort, „gab Veranlassung, daß mein Vater mich meinerstets kränkelnden Gesundheit halber endlich die militairische Karriere aufgebenund meinen Abschied nehmen ließ. Nun wollte ich mich dann dem Studiummit Ernst widmen. Und da eben ein gewisser Subrektor und Isrtios (loUsAnan der Provinzialschule Lukas David Vogel einen Fehler in xoooto ssxtigemacht hatte und dadurch, sowie in Verbindung mit dem Umstände, daß er sichzuweilen betrank und in den Schulstunden betrunken war und darüber Zänkereienmit dem Rektor und Schul-Jnspektor hatte, nach Verhör vor einer eigenen nachTilsit geschickten Untersnchnngs-Kommission der geistlichen Behörde veranlaßtworden war, seine Dimission zu fordern: so brachte ich ineinen Vater dahin,diesen Mann ins Haus auf unbestimmte Zeit zu nehmen dergestalt, daß er Logisund Tisch n. s. w. nebst 15 Thalcrn monatlich llonoraeis erhielt. Denn dieferMann war an sich, sein Sittliches abgerechnet (das mir nicht mehr auffallendwar, da ich in meiner Militair-Karriere mit dergleichen bekannt und übrigens fürmein Alter ziemlich gesetzt und dcterminirt war), ein wahres Genie, der besondersin nmtbsnmIicüL vorzügliche Kenntnisse besaß, dabei in clniuiois ein Schüler vondem Begründer der wissenschaftlichen Chemie, dem berühmten Stahl, und inPottens Laboratorio in Berlin eine Weile Famulus gewesen war. Dieser Mannhielt mir Vorlesungen in der Mathematik, Physik und Chemie, wobei ich beimeinem erwähnten Rektor NaZislsr Schuster die Latinität und schöne Wissen-schaften forttrieb. Die 18 Monate vom März 1769 bis September 1770 nutzteich nun mit anhaltendem Fleiße und eigner Bearbeitung meiner selbst. MeinHerr Vogel betrank sich nun zwar nicht selten, darin er ordentliche Periodenhatte, wo er oft 8 Tage stets betrunken war und den echten Höllischen Burschenin seinem bOsten Jahre spielte, aber dann auch etliche Monate wieder ganzregulär sich verhielt."
Zu Michaeli 1770 ging Wilhelm nach Königsberg zum akademischenUnterricht und sollte vom Oktober 1772 mit einem Führer, dem Kandidaten derRechtswissenschaft Martini, der aber leider selber einen Führer nöthig gehabthätte, die Universität Leipzig beziehen. Jedoch mehrere Monate vor Beginnder Vorlesungen daselbst ließ der Oberstlieut. Karl seinen Sohn von HauS ab-reisen, um vorher noch nach Groß-Leinungen in der Grafschaft Mansfeldgehen zu können, woselbst er in des Vaters Austrage verschiedene Familienange-legenheiten reguliren sollte. Auf dem Wege dahin machte er in Eisleben demOber-Aufseher der Grafschaft Mansfeld seine Aufwartung, welcher Schritt ihmauf seinen Bericht vom 21. Aug. das Lob des Vaters einträgt. Dies Kom-missorium war für Wilhelm nicht nur in Rücksicht überhaupt auf die in denÄmtern Lein- und Morungen herrschenden Fideikommiß- und Bergwerks-angelegenheitcn, auf welche sich die von seinem Vater ihm aufgegebenen Auf-träge bezogen, sondern durch die gerade damals eingetretene Vervielfältigungder seit längerer Zeit dort obwaltenden Verwickelungen eine wahre Schule unddie beste Vorbereitung für den gewählten Beruf (f. das Ausführliche hierüberoben S. 129).
Daß Wilhelm hier bei Bearbeitung solcher durch und durch verwickeltenVerhältnisse, wobei er in gespanntester Energie Eifer, Fleiß und Verstand zubewähren hatte, in Ansehung seines jugendlichen Alters den strengen Änforde-rungen seines Vaters Genüge zu leisten vermochte, sogar zu solcher Zufrieden-heit, daß ihm derselbe in einem Briefe vom 21. Febr. 1775 schreibt: „AusDeinen Nachrichten und Raisonnements über die dortigen Umstände sehe ichDeine vollkommen gute Einsicht in alles, indemc Du alles weitläufig detaillirthast, ohne auch nur das Geringste dabei zu vergessen, und Du hast ganz recht."DaS ist abgesehen von seiner außergewöhnlichen Begabung, nur zu verstehen ausder mit militairischcr Disciplin von frühester Jugend an durchgeführten plan-vollen und doch auch durch besondere Umstände begünstigten Erziehung, wie