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Nach Ausbruch des siebenjährigen Krieges war durch das Vordringen derRussen die persönliche Sicherheit in Tilsit sehr gefährdet; dieselben bombar-dirten im Sommer l7S7 die Stadt und überschwemmten dann, sengend undbrennend, die Provinz, sowie später auch Pommern und die Mark. Als dieUnsicherheit immer mehr zunahm, bestimmte die drohende Gefahr Wilhelm'sVater, seine Familie in eine mehr Sicherheit bietende Gegend gehen zu lassen.Obzwar nun gleich im Beginne des Jahres 1762 Friedrich's Feindin, dierussische Kaiserin Elisabeth, gestorben, ein Ende des Krieges aber noch nichtabzusehen war, traf der Oberst Karl die Veranstaltung, daß unter dem Schutzedes Hauptmanns v. Preuß, der ein Rekruten-Kommando für das Regimentaus Preußen zu führen hatte, Wilhelm nebst Mutter, Schwester und zweiStiefschwestern sich nach Harzgerode begaben zu der Witwe des Ober-Berg-Hauptmanns Anton Gottlob v. Eberstein, bei welcher eine Schwester vonWilhelm's Vater wohnte. Nachdem Hierselbst Wilhelm nebst seinem HofmeisterKamann einige Zeit verweilt und da Gelegenheit gehabt hatte, aus Leinungenverschiedene Mitglieder der Ebersteinischen Familie persönlich kennen zu lernen,ging er, während Mutter und Schwester zuerst zurückblieben, der Anordnungseines Vaters gemäß mit dem Rekrutenkommando nach dem Kriegsschauplatzeins sächsische Erzgebirge, trat in das von seinem Vater kommandirte Regimentals Junker ein und machte alsbald (29. Okt. 1762) die Schlacht bei Frcibergmit, an deren siegreichem Ausgange das Regiment einen vorzüglichen Anthesthatte. Sein Vater wurde in der Schlacht am Fuße verwundet, ließ sich nachNossen bringen, wartete daselbst die Wundbehandlung und Heilung ab, undWilhelm pflegte seinen Vater nahe zwei Monate lang. Im Monat Dezembermarschirte das Regiment nach Herzberg a. d. Elbe und blieb daselbst bisEnde Januar in Garnison. Hierhin ließ nun auch der Vater seine Familie vonHarzgerode kommen. Hier auch machte Wilhelm auf eine sonderbare Weise dieinteressante Bekannntschast des späteren Vorlesers Friedrich's des Großen, vonwelchem auch die Inschrift an der königlichen Bibliothek in Berlin herrührt:blrckr'iwEirtuw Lpiritus. Wilhelm erzählt das Abenteuer selbst in seiner Auto-biographie (Nachtr. v. 1883. S. 279 f.).
Nachdem Wilhelm mit seinem Regiments Ende April 1763 wieder inTilsit eingezogen war, blieb er noch 6 Jahre als Junker im Dienste, genoßaber daneben in den dienstfreien Stunden, nach Entlassung des unbrauchbarenHofmeisters Kamann, den Unterricht in „brrmairiorilzus sto." in den Schul-stunden der 1. und 2. Klasse der (nebst noch zweien anderen) nach dem Musterder drei sächsischen Fürstenschulen eingerichteten Provinzialschnle unter Leitungdes Rektors Schuster.
Im Jahre 1768 ging Wilhelm als Fähnrich mit einem Remontepserde-Koinmando unter Führung des, einen dankbar von ihm anerkannten, instructivenund väterlichen Einfluß auf ihn ausübenden, kenntnisreichen Hauptmanns v.Üchtritz durch Polen über Brody in die Ukräne und an die tartarische Grenzebis Chozim. Diese Expedition war nicht allein in geographischer und ethno-graphischer Beziehung von Interesse für Wilhelm, sondern trug auch sonst vielzu seiner Bildung und Bereicherung seiens Wissens bei und regte ihn zu viel-seitigen Beobachtungen an (a. a. O. S. 231 f.).
Nach seiner Rückkehr nach Tilsit Ende September 1768 setzte Wilhelmden Besuch der Lehrstunden in früherer Weise fort. Über seine Zeiteintheilungund Lebensweise findet sich das Nähere in der Autobiographie (a. a. O. S.282 ff.). Hierin legt er im Einzelnen dar, daß er auf Anordnung seines Vatersschon in seinen frühen Jugendjahren eine sehr strenge Erziehung erhalten,aber derselben die Kräftigung seiner ursprünglich schwächlichen Gesundheit zuverdanken hat. Nachdem nun Wilhelm das vorbeschriebcne Remonte-Kommandonoch als Fähnrich mitgemacht und im Herbste 1768 zurückgekommen war, stießihm gegen Ende des Jahres der Unfall zu, daß er beim Exerzieren einen Sturzmit dem Pferde erlitt, wobei er, vom Sattel gedrückt, eine Rippe auf der linken