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Folge 5 (1885)
Entstehung
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dem auswärtigen Departement an das Dresden'schc Ministerium ergange», auchschicket er Dir S Kopien, woraus Du das Nöthigc beurtheilen mögest, feiern müßteman jetzo auf keine Weise, sondern die Sache ernstlich treiben, sobald er sich bessernwird, will er an den Gesandschafts-Sekretar schreiben, übrigens grüßt er Dich undden Hrn. Illartini von Herzen und empföhle Euch der Obhut Gottes. Deine Er-innerung, liebster Bruder, für das Leben unsers würdigen Vaters zu bitten, wurdebei der Erhaltung Deines Briefes doppelt oermchrt, da wir zu gleicher Zeit von ihmein Schreiben erhielten, worin er uns von seinen kränklichen Umständen benachrichtigte.Was vor Schmerzen hat er auf dem fatigantcn Marsche ausgestanden, Schon vordem Einrücken ins Lager sind ihm die Hämorrhoide» mit solcher Gewalt ausgetreten,daß er nicht hat sitzen können, und doch hat er mit manövrirt; bei dem Ausrückenaus dem Lager haben ihn solche Schmerzen überfallen und solche jählinge Mattigkeit,daß ein jeder an seinem Aufkommen gezweifelt hat, und bei solchen Umständen dochfort müssen, daß ist sehr hinreißend. Mein Herz bricht bei der Beschreibung dieserfür mich so empfindlichen Andenken und doch habe ich es täglich vor Augen. AberGott seie gedankt, daß er ihn bis hierher hat kommen lassen, wo er doch etwas mehrRuhe genießen kann, wovon er doch oft genug gestöret wird. Seine Erholung gehetsehr langsam, welches bei der entsetzlichen Entkräftnng seines Leibes und Schwächeder Sinne wohl nicht fehlen kann. Die Gcsundheitsumstände der übrigen Hans-genossen sind Gottlob noch ziemlich gut :c. zc. zc.

Wilhelm Freiherr li. Eberstein,

k. sächs. Hof- und Justitienrath,

wurde am 11. Febr. 1753 früh 3 cklhr als der älteste Sohn des damaligenRittmeisters bei dem Ruitsischen (später Plettenbergischen, dann Appenburgischen)Dragoner-Regiments zu Tilsit in Ostpreußen geboren. Seine schon einmalverheirathet gewesene Mutter, Agnes Christine geborene o. Dubinsky, warallen vorhandenen Nachrichten zufolge eine wenig pflegmatische Frau von großerSchönheit. Wilhelm selbst war ein sehr aufgewecktes Kind, mit rascher undscharfer Auffassung, sowie mit außerordentlichem Gedächtnisse begabt: noch inseinem 50. Jahre hatte er ganz deutliche Erinnerungen aus seiner allererstenJugend in zahlreicher Menge bewahrt. Über seinen Lebensgang findet sich ineinem Bruchstücke seiner an seinem 50. Geburtstage niedergeschriebenen Auto-biographie folgende charakteristische Stelle (vgl. Nachtr. v. 1883. S. 278):

Meinen ersten Unterricht übernahm in meinem 3. Jahre ein unverheirathetesFrauenzimmer mit Namen Jungfer Bresinin, die Tochter eines gewesenenGeistlichen, der ich in Absicht auf die Bildung meines Verstandes alles schuldigbin, indem bis in das 5. Jahr unter steter Beschäftigung durch sie . . . meinVerstand in Absicht auf Reflexion zu einer gewissen bei Kindern in diesem Alterungewöhnlichen Ernsthaftigkeit und Liebe zur Lectüre gebracht war, daß mein^.o. 1759 im September mir von meinem Vater aus der Kampagne zugeschickteHofmeister Namens Gottfried Kamann, gewesener Auditeur bei dem sonstv. Sydow'schen Regimente in Berlin, wann er auf dem Wege hätte fortarbeiten»vollen, er mich viel weiter hätte bringen können. Allein leider! er warmehrentheils krank am Podagra, und was ich nicht selbst wollte, unterbliebganz, ich machte seinen Wärter. Da ich aber nicht aus der Stube durfte undeinmal glücklicherweise an Beschäftigung mit Büchern gewöhnt war, so las ichalle Reisebeschreibungen und Romane, die in Tilsit aufzutreiben waren . . und dain meiner Eltern Hause alles, was nur von Honoratioren in Tilsit war, ofteund fast täglich sich befand, so ward ich durch das Disputiren, das ich liebte,und darin sich die bei der dasigen Provinzialschulc befind!. 5 Schulmänner mitmir viel zum Spaße abgaben, in dieser Zeit in Absicht ans den Kopf durcheigene Bemühung etwas gebildet".