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alle juristischen Kniffe, anwenden wolltest, ich mache mir aus etlichen Appellationennichts, allein die erste wird wohl hinreichend sein, Dich meiner gerechtsamcn Sache zuüberzeugen, und dieses schieb ich in Dein Gewissen, welches vcrmuthlich mit Deinenjuristischen Einsichten nach allen geometrischen Dimensionen sich täglich vergrößernmuß. Sollte ich Deine Liebe mit Deinen Zeilen abwägen, so würde eine negativeKognation daraus, denn ich hatte, wo ich recht nrthcile, einige von Dir empfangensollen, dach unter zärtlich freundschaftlichen Herzen findet wohl kein Cercnionial-Gesetzstatt und ich überliefere Dir hiermit den Beweis meiner anfrigtigen Liebe. Nur bc-danre, daß ich die Fragen meines Herzens von Deinem Wohlsein sogleich nicht be-antwortet sehen kann. Besonders wünschte, daß Dn beständig recht gesund und ver-gnügt gewesen. Daß unser bester Bater krank gewesen, wird Dir vcrmuthlich bekanntsein nnd Du kannst leicht denken, daß wir unterdessen die Harfen an die Weide» ge-hangen haben, jetzo hat das wöchentliche Koncert wieder seinen Anfang genommen,wo ich dieses ohne Dich schwcrmiithig zu machen, erwähnen darf. Auf unserer Uetourhätten wir bald das Vergnügen gehabt, die vortreffliche Violinistin .Vlaclli Bahrenin Frankfurt zu hören zc. ?c. Der kleine Karl wird Dir schriftlich seine Liebes-erklärung überfchicken. Dubinskys lassen Dich insgesamt vielmal grüßen, nnd ichverbleibe in einer unendlichen Progression meines zärtlich geliebten Bruders gehorsameDienerin nnd getreue Schwester Charlotte v. Ebcrstein.
Tilse, 12, Zan. 1774, Allerliebster Bruder. Heute fodcrt mich alles zur Freudeauf, ich selbst bin ganz davon durchdrungen zc., von ohngcfähr blättre ich in meinemJournal und finde bei dem vorjährigen heutigen Dato eine Anmerkung und werdegewahr, daß mich mein Herz an Gedächtniß übertrifft, es feiert das jährliche Jubel-fest unserer ^rriveg in Leipzig zc. zc. Ich will Dir etliche Neuigkeiten, nicht ausdein deutschen Nsrenr, sondern ans dem Tilseschen Register schreiben. Der Tod derGenl. Pcrsoden hat unsere Gesellschaft vermehrt, nämlich ihre Frl. Tochter, welcheseine Gelegenheit ist, Deine Liste von dein unvcrheiratheten Frauenzimmer zu smbslliren,wenn Du sie noch halten solltest, woran ich doch zweifle, die Leipziger Hamenswerden sie ganz verlöscht haben. Der Kaufmann Blaurock ist niit Tode abgegangen,der Lient. Uooüorv hat seinen Abschied genommen zc. Der Nomson, welcher erstBuchhalter bei liezwsrs war, hat bei dem Professor Usiciiell um sein Lottchen angehalten,ist aber in Gnade abgewiesen worden zc. zc.
Tilse, 8. Zuli 1774, Auf Befehl unseres besten Vaters soll ich Dich benachrich-tigen, daß er Deinen Brief vom Monat Mai ohne Datum in dem Lager bei blocüracvrichtig erhalten hätte, seine kränklichen Umstände ihm aber gänzlich verböten, Dir zuantworten nnd noch weniger eine richtige vscissicm seines Willens in Ansehung einnnd andre darin enthaltene Dinge zu geben. Er befiehlst alle diese Anordnungen nndbesonders die Leinung'sche und Rodcsche Angelegenheiten Deinen besten Einsichten,Fleiß nnd bisher gezeigten Eifer, diese Affairc in Ordnung zu bringen, bis seine Ge-nesung ihm zulassen wird, über dergleichen Geschäfte nachzudenken. Der Papa übcr-schickt Dir beiliegendes pro memoria, Reparaturen betreffend, welches er von demVerwalter erhalten, nnd geglaubt hat, daß da in letztere Rechnung so viele Verbesse-rungen an den Gebäuden nnd Dächern anfgeführet, alles in gutem Stande seinwürde; da er indessen von der Necessität der Sache nicht urtheilcn könnte, so möchtestDn, wann es nothwendig, dem Verwalter nur aufgeben, daß es verfertigt würde.Ferner habe der Verwalter seine Entlassung auf Johann! verlangt; da nun weder einandrer noch ein Pachter von Euch besorgt wäre, so würde kein anderes Mittel zu er-greifen sein, als daß Du ihn bis zu einer anderen Veränderung persuadirest, imAmte zu bleiben, er könne jetzo ohnmöglich ihm antworten. Der Papa vermuthct,daß da der Hr. Major v. Kracht auf seiner Reise nach Frankfurt über Leipzig habegehen wollen, Du ihn ohne Zweifel gesprochen haben wirst und er dem Hrn. Nartiuidas nothwendige Geld zur Fortsetzung Deiner Stndia abgegeben, wovon der Papahoüt, daß Du den besten Gebrauch zu machen wissen wirst. Das dabei erhaltenePäckchen Chineser Thee sollst Du baldigst der Frau Ober-Aufseherin in des PapasNamen übersenden mit der Versicherung, daß er es so zu überfchicken sich die Freiheitnehme, wie es rseta aus Petersburg gekommen wäre. Dem Hrn. Ober-Anfsehcr wirder sobald seine Umstände es erlauben, die Feder zu führen, eiligst schreiben, unter-dessen mögest Du ihnen beiderseits seiner Koplimcnte versichern. Vor allen Dingenerinnert unser lieber Vater an Sparsamkeit nnd gute Wirthschaft, besonders da ihndie verworrene Keysersche Sache in viele Verlegenheit gesetzt. Du kannst glauben, wiedergleichen Verdrießlichkeiten ihn bei der jetzigen Schwäche des Leibes noch mehr mit-nehmen. Er benachrichtiget Dich zugleich, daß seit kurzem neue lutsreessionalss von