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Folge 5 (1885)
Entstehung
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343
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Beneschau, Hultschin, Hostialkowitz, Oderberg,Benckowitz und Ratibor fleißig patrouillireumußten. Der König, der besorgte, daß der ruhmbegierige junge Kaiser den Winterüber den Feldzug fortführen und das Corps des Erbprinzen von Braunschweig an-greifen wolle, setzte sich nun selbst mit einem Theile seines Heeres nach Jägerndorfin Marsch, vertrieb am 24. Okt. ohne großen Widerstand den Feind aus der Stadtund Gegend und ließ Jägerndorf und Troppau zu haltbaren Plätzen Herrichten.Während der Zeit beunruhigten die Östreicher fortwährend die preußischen Truppen.Dieser Neckereien müde brach am 27. Okt. der Erbprinz von Braunschweig mit denTilsiter und Finkensteinischen Dragonern, Werner'schen Husaren, mehreren Infanterie-Regimentern und Artillerie nach Oderberg gegen den General Mitrowski auf. DerFeind retirirte aber, ohne einen ernstlichen Angriff abzuwarten, tiefer nach Mähren.Obgleich nun in der weiteren Folge die Waffen nicht ruhten, so wurden jedoch dieFriedensunterhandlungen jetzt eifriger betrieben; am 6. März 1779 wurde ein Waffen-stillstand geschlossen, und am 13. Mai kam der Friede zu Teschen zu stände. Schonam andern Tage brach das Tilsiter Drag.-Reg. jedoch ohne seinen Kommandeur von Troppau auf und rückte am 3V. Juni wieder in Tilsit ein.

Am 27. Okt. 1778 war der Oberst Karl Freiherr v. Eberstein aneinem erneuten, durch die Kriegsstrapazen herbeigeführten Zufalle seines ihnschon seit Jahren peinigenden Hämorrhoidalleidens erlegen; er verschied zuPolnisch-Neukirch, woselbst er auch beerdigt wurde und wo ihmseineBerliner Freunde" einen Leichenstein mit der in meiner Gesch. S. 1185 an-gegebenen Inschrift setzen ließen.

Vervollständigen wir uns das Bild von Karl's Charakter und Persönlich-keit aus seinen Briefen, sowie aus der seinem Sohne Wilhelm bei dessen Ab-gange ans die Universität mit auf den Lebensweg gegebenen Ermahnungen: somuß es dagegen unverantwortlich erscheinen, wenn in der sonst verdienstvollen,von dem in dem Tilsiter Dragoner-Regimente von seinem 14ten Jahre an biszu seinem Ausscheiden aus demselben gedienten Rittmeister v. Tyßka 1837herausgegebenenGeschichte des k. pr. 1. Dragoner-Regiments", welcher obigeDarstellung zum großen Theile gefolgt ist, eine Mythe Aufnahme gefundenhat, die höchstens in eine Sammlung von Wachstubengeschichten gehört! DerRittmeister v. Tyßka geb. 1792, also 14 Jahre nach Oberst v. Eberstein'sTode, seit Nov. 1806 Fahnenjunker im Regiments, 1813 Ritter des EisernenKreuzes, 1814 Pr. Lieut., 1820 ausgeschieden als Rittmeister sagt aufS. 177, daß (1765) der Regiments-Kommandeur Major Ebersteindamals füreinen der strengsten Offiziere in der Armee galt, und von dessen gewaltigerHärte weiterhin einiges angeführt werden soll" und führt dann auf S. 179 ff.ein wahres Zerrbild vor. Es heißt daselbst:

Am Schlüsse dieses Kapitels, welches den Zeitraum vom siebenjährigenKriege bis zum bayerischen Erbfolgekriege enthält, möge noch einiges über denMajor (nachmaligen Oberst) Baron v. Eberstein erzählt werden, welcherwährend dieser Zeit Kommandeur des Regiments gewesen und dessen schon vor-hin erwähnt worden. Die Art und Weise, wie derselbe seine Untergebenenbehandelt, soll selbst in jener Zeit, welche neben vielen Großen und Gutenauch starke Schattenseiten hatte, für äußerst strenge gegolten haben, und er sollhierin nur von dem General Ramin und noch einem andern übertroffenworden sein.

Von der Strenge dieses Kommandeurs, der als Oberst im Winterquartierezu Topp au im Jahr 1778 gestorben, haben sich noch Sagen erhalten; fol-gende sind von glaubwürdigen Männern, die unter ihm gedient haben, erzählt:Wenn er auf Parade gekommen und einen Trcssenhut, so wie ihn die Kavalleriebis zum Juni 1762 getragen, aufgesetzt gehabt, so ist solches ein Zeichen vonseiner übelsten Laune gewesen, und ein jeder, vom Ersten bis zum Letzten, hatdann gefürchtet, daß das Unwetter über ihn hereinbrechen werde. Alle sannendann nach, ob sie vielleicht in etwas gefehlt haben könnten, musterten schnellihren Anzug, ob dieser auch ganz nach der Vorschrift sei und faßte prüfend nachdem Zopf. Diese Nackenzierde mußte bis auf die hintern Rockknöpfe herab