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Folge 5 (1885)
Entstehung
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Joseph von Bayern wollte der Kaiser Joseph die Gelegenheit zur Vermehrung seinerHausmacht sich nicht entgehen lassen und schloß sofort am 3. Januar 1778 einenVertrag mit dem Nachfolger, dem schwachen und, weil ohne rechtmäßige Kinder, fürden Vortheil seines Hauses gleichgültigen Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalzunter dem Versprechen, für des letzteren zahlreiche natürliche Kinder sorgen zu wollen,auf Abtretung Niederbayerns an Ostreich. Rasch ließ der Kaiser das au ihn abge-tretene Gebiet durch seine Truppen in Besitz nehmen. Der nächst Bctheiligte, welchemnach Absterben Karl Theodor's Bayern anfallen mußte, war der Herzog Karl vonZweibrücken. Als derselbe gegen das zwischen dem Kurfürsten und Kaiser getroffeneAbkommen Verwahrung einlegte und von Seite Sachsens und Mecklenburgs einGleiches geschah, nahm sich der König Friedrich von Preußen der bedrohten Gerecht-same des Herzogs von Zweibrücken an; er setzte seine Armee schleunigst auf denKriegsfuß. Da aber diese Drohung den Kaiser von seinem Vorhaben nicht abbrachte,so brach er, unter förmlicher am 3. Juli erlassener Kriegserklärung, von Schlesienans, wohin er mit dem Erbprinzen von Braunschweig schon am 5. April gegangenwar, durch die Grafschaft Glatz über Nachod am 5. Juli in Böhmen ein, wohm vonder anderen Seite her der Prinz Heinrich mit dem vereinigten preußisch-sächsischenHeere einrückte. Zur Beobachtung des in Mähren stehenden östreichischen Generalsv. Ellrichshausen mußte der General v. Werner mit einem Corps zurückbleiben,welches aus den Tilsiter und Finkenstcinischcn Dragonern, den Wcrner'schen Husarenund zwei Infanterie-Bataillonen bestand. Der Oberst v. Eberstein hatte schonam LS. März bei dem schlechtesten Wetter und Wege aus seiner Garnison aufbrechenund ohne Rasttag zu halten und in Gewaltmärschen nach der Weichsel gehen müssen.Am 27. April betrat das Regiment die schlesische Grenze, den 1. Mai ging es durchBreslau über Neiße und blieb bis S. Juli bei den Dörfern Neuutz und Rückertswaldein Kantonnirnngsquartieren stehen. Bei dem weiteren Vormarsche über Patschkauvereinigte sich das Werner'sche Corps mit demjenigen des Generals von Stutterheim,zog dann über Neustadt und lagerte bis 3. Aug. bei Jägerndorf. Am 28. Juli griffder Major v. Fraukenberg mit 3VV Tilsiter Dragonern ein feindliches Husaren-Regiment an und schlug es in die Flucht. Nach Verlegung des Lagers nach Kreuzen-dorf unternahm der General v. Werner am II. Aug. einen Uberfall des vom GeneralKnebel befehligten östreichischen Corps. Der Oberst v. Eberstein befand sich hier-bei bei der Leibschwadron seines Regiments; durch seine Umsicht gelaug es, in einemschwierigen Terrain eine Stelle ausfindig zu machen, an der es möglich war, von derAnhöhe ins Thal zu kommen. Er eilte sogleich hinab und stellte sich schnell auf;die andern Schwadronen des Regiments folgten rasch nach, und nun fing die ausdem jenseitigen Thalraude stehende Kavallerie an zu wanken. Als die feindliche In-fanterie sich umgangen sah, zog sie sich eilig in den Wald zurück und kam nicht mehrzum Vorschein. Der noch feststehende Theil der feindlichen Linie machte dann beidem Herankommen der Werncr'schen Husaren ebenfalls Kehrt. Das gleich zu Anfangdes Gefechts dem Feinde in den Rücken gekommene Regiment des Obersten v. Eber-stein formirte sich auf der Höhe und verfolgte den Feind, welcher sich wieder gesetzthatte und sich mit den Husarenherumschoß. Hierbei zeichnete sich der Hauptmannv. Uchtritz besonders aus. Die Östreicher wurden nach Heidepiltsch zu und bis andas Hartauer Zollhaus getrieben. Im Ganzen hatten die Dragoner, ohne selbsteinen Mann zu verlieren, gegen 100 Gefangene gemacht und fand in dem feindlichenLager eine ansehnliche Beute. Der König ernannte den Capitän von llchtritz zumMajor. Am 16. Aug. hatte das Regiment das feindliche Lager bei Hartha undHeidepiltsch zu recognosciren und verlor dabei zwei Dragoner durch den Tod undhatte auch einige Verwundete. Hierauf bezog das Corps das Lager bei Troppau;die Tilsiter Dragoner kamen auf den rechten Flügel an der Kaiserstraße. Bis zum15. Sept. blieb alles ziemlich ruhig, vom 16ten an aber, wo der Feind die Stadtund das Schloß Grätz mit Kroaten, Scharfschützen und Husaren besetzt hatte, fielentäglich Vorpostengefechte und Scharmützel vor. Nachdem der König dem Corps desGenerals v. Werner und v. Stutterheim ansehnliche Verstärkungen zugeschickt hatte,griff der mit dem Oberbefehle betraute Erbprinz von Braunschweig den Feind inGrätz an und zwang ihn, diesen Ort in größter Eile zu verlassen. Am 15. Okt. er-hielt der Chef des Tilsiter Drag. Regts., General v. Appenburg, Befehl, mit seinemRegiments, 10V Pferden von Dallwig, einem Grenad.-Bat. und einer reitenden Batterieden Feind bei Mährisch Ostrau zu recognosciren; spät abends kam er bei Hultschinan und blieb die Nacht bei Kosmitz unter freiem Himmel stehen; auf erhaltenenGegenbefehl marschirte er am Morgen wieder zurück und bezog in und um Steuber-witz Kantonuirungsquarticre, von wo aus das Regiment Appenburg die Gegend von