3 Schwadronen vom Dragoner-Reg. Plettenberg, 3 Schwadronen Husaren und3 Bataillonen aufgebrochen und nach Torgau voraus marschirt; mit dem Uberrestedes Corps folgte dann der Oberst v. Wolffersdorff. Am 8. Sept. erging von demöstreichischen General St. Andre die Aufforderung zur Ubergabe des Platzes; derGeneral v, Wunsch aber ließ die feindliche Stellung durch die Tilsiter Dragonerrecognosciren, wobei diese eine starkes Kanonenfeuer auszuhalten und dem feindlichenrechten Flügel gegenüber so lange gehalten hatten, bis das Hauptcorps herangekommenwar. Eine Kanonade eröffnete dann sofort das Gefecht. Nachdem die zwei auf denrechten Flügel gestellten Schwadronen Dragoner sowohl die feindliche Kavallerie deslinken Flügels bei Zinna vorbei bis in den Wald auf dem Wege nach Schilda ge-worfen hatten und dadurch der feindlichen Infanterie des linken Flügels in denRücken gekommen waren, sodaß diese in größter Unordnung die Flucht ergriffen hatte,warfen sich auch die drei Dragoner-Schwadronen des linken Flügels ungeachtet desheftigen feindlichen Jufanteriefeuers in voller Carriere auf die entgegenstehende feind-liche Reiterei und trieb sie bis in den Wald zurück; hiermit fertig, griffen die Dra-goner wie auch die Infanterie an, sprengten einen Theil auseinander und eroberten8 Kanonen. Die übrige feindliche Infanterie zog sich, ohne nur den Angriff derpreußischen Infanterie (von welcher nur 2 Bataillone zum Schuß gekommen waren)abzuwarten, nach dem Walde auf der Straße nach Eilenburg zurück. Bei der Ver-folgung wurden 400 Gefangene gemacht.
Dies an und für sich nicht sehr bedeutende Gefecht hatte dennoch alle Folgen desgrößten Sieges; denn es verschaffte nicht allein den preussischen Waffen die Achtungwieder, die durch die Niederlage von Palzig und Kunersdorf etwas gesunken war,sondern machte auch noch den König wieder zum Herrn des größten Theils vonSachsen. Der General v. Wunsch ließ in dieser Ansicht von der Bedeutung des er-rungenen Sieges dem Tilsiter Dragoncr-Rcgtmente (das 2 Lieutenants, 4 Un-tcroff., 82 Dragoner, 180 Pferde durch den Tod und 2 Offiziere und 100 Dragoneran Verwundete verloren hatte) für die 8 eroberten Kanonen sogleich 800 Thalcr zurVertheilung an die Unteroffiziere und Gemeinen auszahlen; außerdem erhielten diebeiden Majore v. Pogrell und v. Löhberg jeder 000 Thlr., die beiden „Capitaiusmit Schwadronen:" v. Gramm und Baron v. Eberstein jeder 300 Thaler, jederStabscapitain 100 Thlr und jeder Lieutenant und Fähnrich 30 Thlr. baar aus-gezahlt.
Mittlerweile war der vom Könige nachträglich zum Entsätze Dresdens abgeschickteGenerallient v. Finck aus dem Lager bei Waldan am 9. Sept. bis Großenhain ge-kommen, hatte die erfolgte Übergabe Dresdens erfahren und Wardann nach Torganzu marschirt. Nach Vereinigung mit den Truppen des Generals v. Wunsch ging nun12. Sept. das ganze Corps' nach Eilenburg, welches der Feind bei seiner An-näherung verließ. In der Nacht brach General v. Wunsch mit den Tilsiter Dragonern,2 Schwadronen Husaren und„0 Bataillonen wieder auf und marschirte auf Leipzigund zwang die Stadt zur Übergabe. Darauf brach das Corps den andern Nach-mittag wieder aus über Döbeln und, von da mit dem Finck'schen Corps wieder ver-einigt, nach Nossen dem östreichischen General Haddick entgegen, der mit seinenleichten Truppen eine Kette von Meißen bis Nossen gezogen hatte.
Es fielen nun mit dem Feinde, mit welchem sich die Reichsarmee vereinigt hatte,fast täglich Gefechte vor, unter welchen das vom 21. Sept. das bedeutendste war undbei dem das Tilsiter Drag.-Reg. stark eugagirt war und an Toten: den Licut.v. Gröben und Fähnreich v/Liebenau, 30 Dragoner und 03 Pferde, an Verwundeten:die Capitaius v. Kracht (auch gefangen) und v. Hundt, die Lieutenants von Locken(der an der Wunde starb), v. Pfeil und v. Cronhielm und einige 90 Dragonerverlor.
Da am 30. Sept. der Feldmarschall Daun das preußische Lager recognoscirenund dadurch seine Absicht durchblicken ließ, daß er angreifen wolle, der General v. Finckaber glaubte, denselben nicht abwarten zu dürfen, so ließ er sogleich das Gepäck nachStrehla zurückgehen und folgte dem Corps in der Nacht vom Isten auf den 2ten Okt.Das Drag.-Rg. Plettenberg machte die Arrieregarde und der Capitainv. Eberstcin maskirte diesen Marsch, indem er mit einer Schaar von 300 Dragonernund Husaren von Korbitz aus gegen Deutsche Bohra und Oschatz und dann erst nachStrehla ging. So geschah es, daß die östreichischen Vorposten von dem mit dergrößten Ordnung und Stille ausgeführten Aufbruche der Preußen nicht das Geringstebemerkten, und, als der Feldmarschall Dann am 2. Okt. früh Morgens zum Angriffeheranrückte, fand er zu seinem Vcrdrnssc, daß sein Gegner sich ans der Schlinge ge-zogen habe. So wurden die Absichten Daun's und seine weit gehenden Hoffnungen