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Folge 5 (1885)
Entstehung
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Tag berannt und eingenommen wurde. Nach Zurücklassung einer Besatzung voneinem Bataillon rückte General Wunsch am 30stcn vor Torgan, das ebenfallskapitulirte. Da nun das Corps ans die erst am 2. Sept. nachkommende Artilleriehatte warten müssen, konnte es nicht früher als am 3ten nach Dresden aufbrechen.Am 4ten bei Tagesanbruch stießen die die Avantgarde bildenden Dragoner undHusaren zwischen Koßdorf und Großenhain ans das ungarische Palatinat-Hnsaren-Negiment, warfen es über den Haufen, »lachten davon 300 Gefangene und erbeuteten5,0» Pferde. Allein diese so rasch ausgeführten Unternehmungen und glücklichen Er-folge nahmen dennoch die kostbare, knapp zugemessene Zeit hinweg, um noch recht-zeitig zum Entsätze der von der Reichsarmce bedrohten sächsischen Hauptstadt beitragenzu können. Dem Könige fallen hier zwei Fehler zur Last, einmal, daß er den Befehlgab, zu der vor dem Entsätze Dresdens zu erzwingenden Einnahme der beidenFestungen Wittenberg und Torgan, die ja sofort hätte fallen müssen, wennDresden gehalten worden und in preufischen Händen geblieben wäre, und dannder andere, daß der König in der ersten Bestürzung über die verlorene Schlacht beiKunersdorf dem in Dresden kommandircndcn Generallieutenant Grafen Schmettanam 24. Aug. einen Brief geschrieben hatte, Schmettan solle, im Fall einer BelagerungDresdens kapitulircn, wenn er freien Abzug erhalten und die einige Millionen Thalerenthaltenden Kassen mitnehmen könnte, denn auf einen Entsatz habe er gar nicht zurechnen. Zu spät sah der König diesen Fehler ein; als der Feind die durch seinenSieg errungenen Vortheile nicht benutzte und Friedrich nach der unheilvollen Schlachtvon Kunersdorf von seiner Hülflosigkcit rasch sich wieder erholte, schrieb der Königzwar dem Grafen Schmettan von Fürstenwalde ans am 25. Aug.:daß dieser ihmden wichtigsten Dienst leisten werde, wenn er ihm Dresden in der gegenwärtigenKrisis erhalte" und entsendete noch an demselben Tage den General v, Wunsch und,als die Roth noch höher gestiegen war, am 2. Sept. auch noch den Gencrallicnt.v. Muck mit Trupppen ab; leider aber hatte der erstere die Nebenaufgabe, vor demEntsätze Dresdens jene beiden an sich unhaltbaren Plätze zu nehmen. Und da nunauch dem Grafen Schmettan weder von dem Anmärsche des Generals v. Wunsch,noch von dem des Gcncrallieutennnts v. Finck eine Nachricht gegeben worden war: soerfolgte am 4. Sept. die Räumung Dresdens, bevor General v. Wunsch vor derNeustadt erschien, trotzdem er auf die erhaltene Nachricht von den bereits eingeleitetenÜbcrgabevcrhandlungen am 5. Sept. noch vor Tagesanbruch von Großenhain auf-gebrochen war, um Dresden zu entsetzen:es möchte kosten, was es wolle". Und soblieb ihm nichts übrig als abends den Rückmarsch nach Großenhain anzutreten. Derdurch diese Umstände für den ganzen nächsten Verlauf des Krieges herbeigeführteNachtheil konnte auch durch die nächsten glücklichen Erfolge nicht wieder gut gemachtwerden, welche durch die Tapferkeit der Armee errungen wurde. Denn als Friedrichim ersten Jahre des 7jährigcn Krieges im Okt. 1756 Sachsen znr Übergabe gezwungenhatte und sich im Besitze der Landeshauptstadt befand, hatte er sich hiermit den hoch-bedeutsamen Gewinn verschafft, daß er in den Steuern, welche er aus dem wohl-habende Lande zog, reiche Mittel zur Verstärkung seiner Wehrkraft fand. Trotz demblutigen Überfalle bei Hochkirch am 14. Okt. 1758 hatte er es behauptet. NachUbergabe der Hauptstadt wurde wenigstens das von den Reichstrnppcn bedrohte Landdurch die nun folgende rühmliche Schlacht bei Torgan gesichert, wodurch es möglichwurde, daß, als im Jahre 1761 der tapfere Prinz Heinrichmit schlecht geschulten,ans Krüppeln, unerwachsenen Burschen und Vagabondcn" bestehenden Truppen Sachsenselbst zur Hälfte hatte behaupten können, am 23. Okt. 1762 der glänzende Sieg beiFrciberg errungen wurde, welcher dann den am 15. Febr. 1763 zu Hubertnsburggeschlossenen Preußen genau in den Grenzen wie im Jahre 1756 wiederherstellendenund feierlich anerkennenden Frieden znr Folge hatte

Wie an der Gewinnung dieser glorreichen, dem preußischen Staate, außer derExistcnsberechtignng, die Stellung einer geachteten und sehr gefürchteten! europäischenMacht verschaffenden Schlacht das Tilsiter Dragoner-Regiment und namentlichsein damaliger Kommandeur Karl Freiherr v. Eberstein einen hervorragendenAntheil genommen, wird ans der späteren Darstellung erhellen, zunächst aber liegt unshier außer der näheren Darlegung dieses Verdienstes noch die bis zu dem epoche-machenden Ende des 7jährigcn Krieges ununterbrochen bewährte Theilnahme desRegiments an den Erfolgen der weiteren kricgrischcn Unternehmungen ob.

Nach der vergeblichen Anstrengung des Generals v. Wunsch, durch forcirtcnMarsch die Kapitulation Dresdens zu verhindern, war derselbe nach Großenhainzurückgegangen, hatte dort ein Lager bezogen, war aber auf die eingetroffene Nachricht,daß Torgau vom Feind bedroht werde, schon wieder am 7. September 1753 mit