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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
332
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163 Gemeine zu Gefangenen gemacht. Die Preußen verloren keinen Mann und zogensich, als das schwedische Lager in Allarm kam, wieder auf ihr Hanptcorps zurück.

Nachdem die schwedische Armee bis Prcnzlow zurückgegangen und Generalv. Wedell ihr bis Suckow gefolgt war, erhielt er vom Könige Befehl, nach Sachsenzu marschiren. Er brach am 28. Okt. nach Berlin auf, vereinigte sich hier'mit derhier anlangenden Armee des Generals Grafen Dohna und bildete mit seinem Corpsdie Avantgarde, an deren Spitze der General v. Malachowsky mit seinen Husaren undden Plettenberg'scheu Dragonern marschirte. Der Marsch ging über Barnth,Dahme, Herzbcrg nach Torgnn und von da am 15. Nov. nach der stark vom Feindebesetzten Stadt Ailcnbnrg, welcher gegenüber auf den Anhöhen an der Mulde deröstrcichische General Haddick stand. Unter einer von Mittag bis spat Abendsdauernden Kanonade zogen sich die Plettenberg'scheu Dragoner und die Husarenrechts um die Stadt, setzten durch eine Furth der Mulde über den Fluß und gingendem Feinde in die linke Flanke; ihnen folgte die übrige Reiterei der Armee. AberGeneral Haddick wartete den Angriff nicht ab, verließ vielmehr in größter Eile dieStadt und seine Stellung und zog sich gegen Grimma zurück. Wegen des großenUmweges konnten die preußischen Reiter nur noch die feindliche Arricregarde und daserst nach Einbruch der Nacht erreichen; es kam daher nur zu einem kleinen Gefechte,in welchem die Östreicher 160 Gefangene und 4 Kanonen einbüßten.

Die Östreicher und die Reichstruppen machten nunmehr Anstalt, Sachsen zuräumen und in die Wintcrgnaticre nach Böhmen und Franken zu gehen, als sie er-fuhren, daß der König aus Schlesien gegen sie im Anzüge sei. Auch von Dresdenzogen die Belagcrungstrnppen ab, ohne Fricdrich's Angriff abzuwarten. Nur dievom General v. Mantenffel beobachteten Schweden tummelten sich noch impreußischen Vorpommern herum. General Graf Dohna erhielt nun Befehl, mit einemTheilc seiner bisherigen Armee (wobei das Regiment Plettenberg) sie auch von dazu vertreiben. Er marschirte durch das Zcrbst'sche, durch Brandenburg, Wittstock bisStavcnhagcn in Mecklenburg, wo er 20. Dez. ankam. Der Moraste an der Trebelund der feuchten Witterung wegen konnte jedoch nichts Ernstilchcs vorgenommenwerden, und so wurden zunächst Winterquartiere bezogen. In der Nacht vom 31. Dez.auf den 1. Januar I75S aber brach General Dohna mit der Armee wieder auf,rückte nach Damgarten und gestattete der Besatzung freien Abzug. Nach dem daraufbewirkten Ücbergange über die Pricknitz ging das Reg. Plettenberg mit der Avant-garde bis Richtcnberg und Franzburg vor und nahm dem Feinde wehere Gefangeneund viel Bagage ab. Nach durch General Mantenffel erzwungenem Übergänge überdie Peenc unweit Anklam sahen sich die noch bei Greifswaldc stehenden Schwedenim Rücken vom General Dohna und in der Fronte vom General Mantenffel be-droht; sie zogen sich deshalb am 8. Januar nach Stralsund zurück und überließendie Besatzungen von Anklam und Dem min ihren: Schicksale.

Den 14. Januar gingen die Plettenberg'schen Dragoner und einige BatailloneInfanterie zur Belagerung von Anklam ab, woselbst sich ihnen am 21. Jan. die Be-satzung ergab, nachdem beide Thore durch das Frei-Rcg. Graf v. Hordt, unter Deckungdurch den Lieutenant v. Üchtritz vom Reg.-Plettenbcrg, erstürmt worden waren.Nachdem anch D cmmin kapitnlirt hatte und nach Rückzug der Schweden nach Stralsundund Rügen, verlegte der General Graf Dohna seine Armee in Mecklenburg und inSchwedisch-Pommern in Winterquartiere mit dem HauptquarticrRostock; das RegimentPlettenberg kam zwischen Barth und Damgartcn zu liegen: in Liedcshagcn, Bartels-Hagen, Fetlgast w. Hier stand das Regiment bis Anfang Mai, worauf die Armee erst dasnger bei Greifswaldc bezog und dann bei Anklam über die Peenc zurückging. Die inStralsund und Rügen so gut wie eingesperrt gewesenen Schweden bekamen durch die in-zwischen erfolgende Annäherung der Russen wieder Luft. Gegen diese mußte sich nunGeneral Dohna wenden; er ließ jedoch, um Pommern soviel wie möglich zudecken, denGeneral v. Klcistmit den Plettenberg'schen Dragonern, 2 Schwadronen Husaren,2 Infanterie-Regimentern und 2 Gren-Bataillonen zurück. Diese Truppen blieben inihrem Lager bei Barlo w, auf dessen rechten Flügel drei, auf dem Linken zwei Schwa-dronen der Plettenberg'schen Dragoner standen, bis zur Mitte August unbehelligt.Danach der verlorenen Schlacht bei Kunersdorf der General Kleist Befehl erhaltenhatte, mit 4 Bataillonen zum Könige zu stoßen, die übrige Infanterie nebst derReiterei über Berlin nach Sachsen marschiren zu lassen: so ging die letztere Abtheilnngüber Berlin nach Jüterbogs zum Corps des Generals v. Wunsch, woselbst sie am26. Aug. eintraf. Am folgenden Tage brach dies verstärkte Corps über Zahna, wodie Dragoner und Husaren einen Vorposten von einigen Hundert pfälzischen Dragonernund östreichischcn Husaren aufgehoben hatten, nach Wittenberg, das noch denselben