Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
328
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ZW

zu besorgen. Die Bataille ging morgens 6 Uhr cm und dauerte bis halb 12 Uhrm einen, Feuer. Nachdeme haben sie Jhro Majestät bis in die Nacht verfolget undverjaget Von nnserm Regiment ist geblieben der (teneral und 6 Okkt'e. DasRegiment hat der Obrist Röül bekommen, >6 Lancms haben wir erbeutet und eskommen noch immer welche au, so sich verlaufen gehabt. Der Himmel hat mich nochhierbei bewahret und habe keinen Schaden gelitten, als daß mir mein Pferd totgeschossen worden, welches ich mit Sattel und Zeug eingebüßet. Auch habe dieEhre, dem gnädigen Hrn. Ouelo zu melden, daß mein jüngster Stiefbruder(Ludwig Ernst Karl) alleweil bei dem Regiment angekommen, und ich habe denHrn. Qdristen gebeten, welcher ihn morgen au Ihr Majestät prässntirsn wird, undzweifle ich nicht, er wird Officicr werden ec. Im Königl, Lager bei Taslavv, denIS. Maij 1742."

Dieser glorreiche Tag von Chotnsitz hatte für Preußen die glücklichsten Folgen.Die Üstreichcr zogen sich über die Saßawa zurück und der König bezog ein Lagerbei Knttenb erg. Am 11. Juni schon kam ein Präliminar-Friede zu Breslau zu stände.Nach Abschluß des Friedens trat die preußische Armee in drei Kolonnen den Rückmarschaus Böhmen an. Das Regiment (nunmehr das Nöhl'sche) rückte am 5. Sept. >742wieder in Tilsit ein. Bald darauf ließ sich Karl v. Eberstein, wie schon früherin I. >740, ein Werbe-Kommando ins Reich geben und besuchte bei dieser Gelegenheitseine Oheime in Harzgerode und Groß - Leinungen; nach einem Briefe war eram 12. Nov. >742 in Harzgcrode, dann von Nordhausen aus vom 15. bis18. Januar 1743 wieder daselbst mit dem Hauptmann v. Melliu und Licut. v.Wulfsen (4 Folge, S. 311); am 24. Januar befindet er sich noch in Nordhauscn, am17. April in Eichen im Burbacher Grunde, in welcher Gegend er sich noch bis EndeJanuar 1744 aufhält (gibt 6. Dez. 1743 in Dillenburg einen Brief zur Post,4. Folge 33), im Mai 1744 war er in Groß-Leiuungen (4. Folge 236).

Nach Ausbruch des zweiten Schlesischen Krieges marschirte Karl's Regimentam 26. Aug. 1744 aus Tilsit und kam in Berlin zu stehen, woselbst es getheiltund aus selbem zwei Regimenter, Röhl und Stosch, gebildet wurden. Das ersteBataillon behielt der General Röhl als Chef und wurde das Stammbataillon zudem späteren l. (Manischen) Dragoner-Regimente.Der Sec.-Lieut. Karl Baronv. Ebcrstein" blieb beim Regiment Röhl. "Dies gehörte zu dem Corps des FürstenLeopold v. Anhalt, welches zuerst bei Gattcrsleben, dann bei Halle a. S. zurBeobachtung der Sachsen stand. Die Winterquartiere erhielt das Regiment in Berlin,wo es am 15. Okt. 1745 einrückte. Als der am 8. Nov. selbst nach Berlin gekommeneKönig schon einige Tage darauf von dem feindlichen Anschlage Kenntnis erhielt, daßer noch im Laufe des Winters an fünf Orten zugleich angegriffen werden solle, ginger sofort wieder nach Schlesien zu seinem Heere, nachdem er dem Fürsten v. AnhaltBefehl gegeben hatte, in Sachsen einzurücken. Das Röhl'sche Dragoner-Regimentverließ Berlin am 15. Nov., ging über Halle und von da mit dem Corps des altenDessaucrs nach Sachsen, der am 29. Nov. Leipzig durch Kapitulation, ebensoTorgan am 6. Dez. einnahm, und drang dann über Meißen bis gegen Dresdenvor, welches der sächs. Feldmarschall Graf v. Rutowsky mit einem Heere von35000 Mann in einer starken Stellung bei Kesselsdorf zu decken suchte. Auf demMarsche dahin wurde am >2. Dez. das Regiment von den Sachsen unvcrmuthct amKcilbnsche in den Defileen von Zehren unweit Meißen angegriffen und erlitt großenVerlust. Der Chef-General Röhl, wurde von einem feindlichen Ulanen erstochen.Am 15. Dez. um Mittag erschien der alte Dessauer mit seinem ans 34 Bataillonenund 33 Schwadronen bestehenden Heere vor der feindlichen Stellung bei Kessels-dorf, verrichtete hier das bekannte Gebet:Lieber Gott, Du weißt ja, daß ich keinsolcher Lump bin, der Dich wegen jeder Kleinigkeit behelligt; Du siehst, wie es hiersteht, hilf mir diesmal wider die hundsföttischen Feinde, oder wenn Du mir nichtbeistehen willst, so bleibe wenigstens neutral und laß mich die Sache allein aus-seihten", und ließ dann sofort 6 Bataillone Infanterie gerade gegen Kesselsdorfanstürmen. Unmittelbar folgte dieser Infanterie das Dragoner Reg. Bonin unddiesem als zweites Treffen das Reg. Röhl. Die zuerst zurückgeschlagene Infanterieerstürmte aber dann das Dorf und nahm 24 Kanonen. Die den aus den, Dorfevertriebenen Truppen zu Hülfe kommende sächsische Fußgardc wurde von den Stille'schcnKürassieren und den Röhl'schcn Dragonern gänzlich zerstreut, und die Dragoner warfendann bei der ersten Attacke^dic sächs. Carabiniers und die Grenadiere zu Pferde überden Haufen, erbeuteten 1 Standarte und Heerpauken, griffen hierauf ein Bataillonder sächs. Garde und ein Jnf.-Rcg. an, hieben einen Thcil nieder und nahmen denRest gefangen. Der übrige feststehende Theil der Sachsen wurde dann auch aus-