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Folge 5 (1885)
Entstehung
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327
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anhaltische Dragoner Regiment Hofjunker am anhaltischen Hofe gewesenist. Der unrühmliche polnische Erbfolgekrieg hatte folgende Veranlassung.

Der wesentlich mit durch Preußens Unterstützung zum Reichsoberhaupte gewähltesöhuclose Kaiser Karl VI. bemühte sich eifrigst, zu der zu Gunsten seiner TochterMaria Theresia geschaffenenpragmatischen Sanktion" die Zustimmung dereuropäischen Mächte zu erlangen; mit dem Könige Friedrich Wilhelm I. vonPreußen schloß er dieserhalb 1728 das sogenannteewige Berliner Bündnis" ab, undder letztere vollzog dasselbe mit dein Zusätze, er wolle der kaiserlichen Tochter zurBehauptung ihrer Erbrechte »öthigenfalls 10 060 Mann zu Hülfe schicken, voraus-gesetzt, daß Osterreich nach Erlöschen des Hauses Pfalz - Ncuburg den preußischenJülich-Berg'schen Erbrechten nicht entgegentrete, wie das aber von Seiten der auf diewachsende Macht Preußens eifersüchtigen Staaten England und Frankreich der Fallwar. Als nun 1733 nach dem Tode August III. von Polen-Sachsen der größereTheil des polnischen Adels den königlich französischen Schwiegersohn StanislausLesczinski und nur der kleinere Theil den Kurfürsten Angustlll. von Sachsen zumKönig gewählt hatteund letzterem wegen dessen bereitwilliger Anerkennung der prag-matischen Sanktion Ostreich seine Unterstützung verlieh, erklärte Frankreich zusammenmit Spanien und Sardinien den Krieg an Ostreich. Der König von Preußen hättenun gegen erneuerte aufrichtige Zusicherung des Herzogthnms Berg sein ganzes schlag-fertiges Heer dem Kaiser zurVcrfügung gestellt; als abcrsolcheZusichcrung sehr lau erfolgte,beschränkte sich der König darauf, die in demewigen" Bündnisse zugesagten 10 000Mann Hülfstruppen zu stellen. Dies Corps begleitete der König nebst dem Kron-prinzen selbst in's Feld; das zugetheilte Dragoner-Regiment Prinz Eugenvon Anhalt-Dessau marschirtc am 4. Febr. 1734 ans seiner Garnison Tilsitans, rückte anfangs März in Charlottenburg ein und stieß am 3. Juni zur Reichs-armee im Lager bei Heilbronn, wo auch der Vater des Prinzen von Anhalt, deralte Dessauer, nebst seinem jüngsten Sohne Moritz und seinem zweiten SohneLeopold eintraf, auf welchen letzter» im folgenden Jahre der Oberbefehl über diepreußische Feldarmee übertragen wurde. Der anfänglich den Oberbefehl führendehochbetagte Prinz En gen ins von Savoyen wollte keine Schlacht wagen, ließ vorseinen Augen die Festung Kehl und Philipsbnrg wegnehmen und verlegte daraufdie Armee in Winterquartiere. Entrüstet verließ der König Friedrich Wilhelm,der sich vergeblich bemüht hatte, den Prinzen zu einer Schlacht und zum Entsätze derFestungen zu bewegen, die Armee und ging nach Cleve, woselbst er infolge des Ver-drusses schwer erkrankte. Diesem kläglichen Feldzuge folgte ein noch kläglichererFriede; demselben zufolge wurde Lothringen zunächst dem der Krone entsagendenKönige Lesczynski, nach dessen Tode aber an Frankreich abgetreten, wohingegen derseitherige Herzog Franz Stephan mit Toskana entschädigt und zugleich der Schwieger-sohn des Kaisers wurde. Die gerechten Forderungen Preußens aber (VerzichtleistungSachsens auf Jülich und Berg, Gewährleistung Bergs w.) blieben gänzlich unberück-sichtigt. Im Nov. 1735 trat Karl's Dragoner-Regiment, welches sich bei demmißlungenen Entsätze von Philippsburg befunden hatte, den Rückmarsch an undrückte im Januar 1736 in Tilsit wieder ein. In der Rangliste von 1736 findenwir Karln als jüngsten Fähnrich aufgeführt. Am 8. Okt. 1741 avancirte er zumSec.-Lientcnant, nachdem das Regiment in diesem zweiten Jahre des ersten SchlesischenKrieges nachträglich mobil gemacht worden, im Juni ansmarschirt, zu dem Beobachtungs-heerc des Fürsten Leopold v. Anhalt-Dessau im Lager bei Genthin gestoßen, erstin weitläufigen Kantonnirungen längs der Elbe vertheilt worden war nnd^dann inund um Berlin Winterquartier bezogen hatte. Karl's Schwadron lag in Treuen-brictzen, von wo aus er seinem Oheim Grafen v. E. unter dem 21. März 1742meldet,wie sie nach Schlesien zu marschiren gestern beordert worden" (4. Folge 245).Diesem gemäß brach das Regiment am 26. März wieder auf, traf anfangs Mai imLager der königlichen Armee bei Czaslau ein und trug in der den Österreichernam 17. Mai gelieferten Schlacht wesentlich zu dem siegreichen Erfolge derselben bei.Die kaiserliche Kavallerie, die damals für die beste galt, wurde zum ersten Male, unddas vollständig, von der preußischen geschlagcm Am Tage nach der Schlacht schreibtLieutenant Karl v. Eberstein seinem Oheim, dem Grafen Ernst Friedrich v. Eberstein:

Hiernächst habe die Ehre, Ew., Hochgeb. unterthänigst zu benachrichtigen, daß wirgestern, als den 17. mit dem Östreicher eine Bataillc geliefert bei dem DorfKottuschetz (Chotnsitz sbei Czaslau) und solche geschlagen haben, daß sie, Grinse,meist den 3ten Theil verloren haben mag; sie rstirirsn sich noch täglich und wirhaben, dem ohngeachtet wir sie 1'/- Meil verfolget, auf 3 Meile keinen Feind mehr