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von Pickelsheim, Alexander Ludwig er Kalb, Lieut, v, Werder, Ernst Friede-mann v. Werthern, Agnes Magdalena v. Werthern geb. v. Häseler, Fr.Geh. Räthin v. Sel mnitz, Fr. Witwe v. Rössing und'.Hedwig Eulalia,des Domherrn Anton Albrecht v. Eberstein älteste Tochter.
Als Enkel eines Kriegsheldcn von europäischem Rufe und Ruhme, alsSohn vorzüglicher Eltern ächt christlichen Sinnes und christlicher Lebensführung,wuchs Karl ans einsam aber romantisch gelegener Burg auf dem Hochplateaudes linterharzes in einfachem und doch wahrhaft vornehmem, glücklichstemFamilienlehen auf. Außer dem selbstverständlichen Verkehre zwischen Burg Ncu-haus und Schloß Beichlingen, dem Stammsitze der mütterlichen Werthern-schen Familie, walteten nicht nur zu den vielen andern verwandten Adels-snmilien vertraute Beziehungen ob, sondern auch zu den benachbarten graflichstolbergischen und schwarzburgischen Häusern, und vor allen zu dem fürst-lich anhaltischcn Hanse Bernburger Linie. Der ganz in der Nähe residirendcFürst Wilhelm von Anhalt, von dessen Fürstenthum Harzgerode Karl'sv. Eberstein Vater der Ober-Aufseher war, wie auch dessen ebenfalls einen Theildes Jahres in Harz gerade weilender Nachfolger verkehrten als Freunde mitChristian Ludwig. Der Bruder der Gemahlin des Fürsten Wilhelm, FürstinAugusta Sophia, der Prinz, nachmalige regierende Fürst Wilhelm vonNassau-Dillenburg, weilte am Hofe seines Schwagers fast von frühesterJugend an und betrachtete den Burgherrn ans Neuhaus als seinen väterlichenFreund. Derselbe war auch zugegen, als bei des letzten Fürsten von Anhalt-Harzgerodc Leichenbegängnis Karl's ältester Bruder Ernst Friedrich dieParetttation hielt, und nahm diesem das Versprechen ab, auch ihm einstmals dieLeichenrede zu halten. Dieser intime Verkehr des Fürsten von Nassau-Dillenbnrgmit der Eberstcinischen Familie gaben diesem Anlaß, zwei Söhne ChristianLudwig's v. Eberstein, den ihm lieb gewordenen Karl und dessen Bruder ErnstRudolf, wahrscheinlich gleich bei der Rückkehr nach den Leichenfeierlichkeiten1709 mit sich nach Dillenburg an seinen Hof zu nehmen und beide Brüderzu seinen Kammerjunkern zu machen.
Damals war Karl in seinem hoffnungsreichsten Alter. Frühzeitig, im MaiI7i3, verheirathete er sich mit Maximiliane,, der einzigen Schwester desOber-Stallmeisters seines Fürsten Johann Karl Friedrich Freiherrnv. Büring.
Als einige Jahre darauf sein ältester Bruder, der spätere Graf ErnstFriedrich sein amtliches Domicil in dem benachbarten Mainz nahm und vonda aus nicht nur mit dem fürstlich dillenburgischen, sondern auch mit demfürstlichen Hofe zu Oranienstein wahrhaft freundjchaftliche Beziehungen unter-hielt: da war es wohl erklärlich, daß Karl, der so ununterbrochen eine derartigeAtmosphäre athmete, auch seine häuslichen und wirtschaftlichen Verhältnisse aufdiesen Fuß einrichtete. Hierzu waren indessen seine Mittel damals unzureichend.Wenn auch der Vater, als Besitzer der Burg Neuhaus, des Rittergutes Paß-bruch, zweier Mannlehngüter zu Gehofcu und als Jnhaber„der aus vierGütern und nahe an zwei Quadratmeilen Forsten bestehenden Ämter Lein-nnd Morungen, sowie Eigenthümer des Kupferbergwerks und von Kuxenanderer Bergwerke, in guten Verhältnissen lebte: so theilte sich ja doch diesernicht unbedeutende Besitz unter sieben Söhne.
Karl's Schwager, der Ober-Stallmeister v. Büring, hatte ihm zwar inAussicht gestellt, daß Derselbe ihm bzw. seinem ältesten Sohne das im freienGrunde Burbach gelegene Reichsrittergnt Eichen, welches zu dem Gebietedes von der Neichsbnrg Friedbcrg aus verwalteten mittelrheinischen Kreisesder unmittelbaren freien Reichsritterschaft dieSseit Rheins in der Wctterau undzugehörigen Orten gehörte —, und den Zehnten zu Löhnbcrg vererbenwolle; indessen noch bei Lebzeiten des Ober-Stallmeisters v. Büring bewirkte dievöllige Überschuldung der Güter, daß Karl es für angezeigt hielt, nicht erst denTod seines Schwagers abzuwarten, um dann den Besitz derselben als eines