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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
316
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Im Jahre 1710 übergab ihm der Fürst zu Anhalt-Bernburg die Inspektionüber dessen ererbtes Fürstenthum Harzgerode und Forst mit dem Prädikatals Ober-Aufseher und Ober-Forstmeister, welche Amter er bis zu seinemim 67, Jahre am 24, Okt, 1717 abends zwischen 6 und 7 Uhr sehr plötzlicherfolgten Tode versah. An seinem Todestage hatte er noch des Morgens frühin der Kirche zu Rötha das Abendmahl genommen, war aber darauf bei derMittagsmahlzeit vom Schlage getroffen, Am 16. Febr, 1718 wurde er in dasvon ihm 1710 für seine Nachkommen erbaute Erbbegräbnis zu Rötha*) inGegenwart der Leinunger und Morunger Amtsunterthanen beigesetzt.

Seineliebreiche und vergnügte" Ehe wurde gesegnet mit II Söhnen und4 Töchtern, von welchen 4 Söhne und 3 Töchter vor ihren Eltern starben,also nur 7 Söhne und eine Tochter dieselben überlebten, als

1. Graf Ernst Friedrich, Domherr zu Merseburg, kursächs, Kammcrherr,Etatsrath und Gesandter an den knrfürstl, Höfen von Mainz, Trier undDüsseldorf;

2. Wolf Dietrich, kursächs. Hauptmann;

3. Karl, fürstl, nassau-dillenb, Ober-Jägermeister und Kammerjunker;

4. Anton Gottlob, fürstl. anhalt. Ober-Berghauptmann;

5. Ernst Rudolf, damals Kammerjunker des regierenden Fürsten von Nassan-Dillenburg, nachmals fürstbischöfl. eichstädtischer Ober-Stallmeister.

6. August Christian Wilhelm, Stifter der noch blühenden MorungerBranche.

7. Wilhelm und

8. Magdalene Elisabeth.

Der unter Nr. 3 aufgeführte

Karl Freiherr v. Eberstein,

Inhaber des St. Hubertus-Ordens, wurde der Stifter der noch heute blühenden

dillcuhnigri-Lianchr.

Derselbe wurde am 25. Nov. 1687 nachmittags 1 Uhr auf dem SchlosseNeu Haus geboren und den 30. sj. w. durch den Rotha'schcn Pfarrer getauft.Seine Pathen waren Georg Graf zu Stolberg, Joachim Werner Spiegel

*) Bei Gelegenheit der Konfirmation in der Kirche zu Rötha ereignete es sicham Palmsonntage 1834, daß die um den Altar herumstehenden Kinder in das darunterbefindliche Erbbegräbnis einbrachen. Über diesen Vorfall berichtet mein Vetter Ernst(Senior der Dillcnbnrger Branche) ans Buhla in einem Briefe Folgendes:

Im Jahre 1834 war ich in der Kirche zu Rötha, als die Konfirmanden bordem Altare einbrachen; glücklicherweise nahm kein Kind Schaden, da das darunterbefindliche Erbbegräbnis nicht gewölbt, sondern nur mit Holz bedeckt und dann mitEstrich übergössen war (nur ein Kind behielt infolge des Schrecks lebenslang blasseLippen). Die Konfirmation wurde ausgesetzt, Lichter angezündet und mit dem Pastorund Ortsvorstchcr stieg ich hinab, fand drei kupferne Särge und einen von Holz,der durch den Deckcneinsturz zerbrochen war. Ich ließ die Kirche absperren, schriebeinigen Maurermeistern und beauftragte den Schulzen Einccke mit Zustimmung desKirchcnvorstandcs, das Begräbnis mit Steinen zumauern zu lassen. Es geschah aufKosten der Kirche. Nach einiger Zeit erfahre ich, daß in Harzgerode altes Kupferverkauft sei an einen Inden; mein Verdacht wuchs, ich ging mit Arbeitern nachder Kirche, ließ auf meine Kosten und Gefahr die Gewölbe aufreißen, und wasfanden wir? Keinen Sarg mehr, nur ein Häufchen Knochen und Kupferhammer-schlag. Ich machte Anzeige bei Gericht, die Untersuchung ergab leider nicht dennöthigcn Anhalt, um gegen die in Verdacht Stehenden einschreiten zu können. Zurselbigen Zeit wurde auch im Schlosse Mausfcld das Grabgewölbe beraubt. Deinemsel. Vater brachte ich damals einige Stücke Kupfer, eine Tüte mit Kupferschlag undeinige Zähne.