amtlichen Stellung die Benutzung Eberstein'scher Original-Urkunden und Aktenin den ihnen untergebenen Archiven unmittelbar offen stand; sie waren daher inder Lage, eine bedeutende Menge Einzelheiten aufzufinden, außerdem aber auchLicht gebenden Zusammenhang hinein zu bringen.
Wie die beiden oben S. l03 ff. abgedruckten beiden Briefe des HauptmannsOtto Christoph o. Ebcrstein an den Hofrath Wilhelm bzw. Kammerherrn KarlTh eodor v. E. ausweisen, hatten diese beiden Vettern durch den genannten Haupt-mann Kenntnis davon erhalten, daß ein jeder von ihnen denselben historischenZweck im Auge habe.
Ihre Art der Sachbehandlung und die sich Ihnen ergebenden Resultatewerden ebenfalls am sprechendsten gekennzeichnet durch ihre diesbezüglicheKorrespondenz.
Jntelligenzblatt der Allgemeine» Kitrrntnrzritnng 5io. lW, Mittwochs den 14. Gilt.
l78!j. vermischte Anzeigen, pngv lllstZ.
Da ich schon seit mchrern Jahren an Vatis zu meiner Familiengeschichte sammle undnumnehro bald im stände sein werde, etwas Vollständiges darüber zu liefern; so er-suche ich alle Hrn. Gcncalogisten und Altcrthumsforscher, Archivare, Konsistenten undwer immer Nachrichten über meine Familie gesammelt haben und besitzen mag, mirdieselben gefälligst einzuschicken. — Ilm allem Mißverstand vorzubeugen, muß ich be-merken, daß die Familie v. Ebcrstein ursprünglich aus Franken herstamme und schonim lt. und 12. Jahrhundert an der Rhön in den Hochstiftern Würzburg und Fnldangesessen war, von da sie sich im 16. Jahrhundert nach Thüringen gezogen, woselbstsie heute noch ihren Sitz hat.
Das Wappen der Familie v. Eberstcin ist ein silbernes Dreieck im blauen Felde,an dessen Enden eine silberne Lilie angebracht ist. Der Aufsatz ist eine blaugekleidcteMohrin ohne Arme mit einer goldenen Krone und einem schwarzgewickeltem Zopf.Zuweilen erscheint auch die Mohrin mit fliegenden Haaren. In ältern Wappen ist eshie und da eine weiße Frauenfigur mit abgestumpften Armen, weißgekleidet und mitfliegenden Haaren.
Ich werde jede mir zukommende Nachricht mit besonderem Danke erkennen, undwenn Auslagen damit verbunden sein sollten, dieselben mit eben der Erkenntlichkeitersetzen.
Freih. von Eberstein, Thurn n. Taxischer GeheimerRath und Regierungs-Präsident.
Schreibe» des Höhraths Wilhelm u. Ebcrstein an seinen Ucttcr den Kammer-
Herrn Karl Theodor u. Eberstcin in Ucgrnsbnrg <1. «t. Dresden, 1. Dez. 17S9.
Hoch- und Wohlgeborner Freiherr, hochgeehrtester Herr Kammerherr, wcrthcsterHerr Vetter! Nicht etwa eine Vergessenheit oder Gleichgültigkeit gegen Ew. Hoch- undWohlgeborcn Wünsche ist die Ursache des Verzugs meiner Antwort ans Dero Anlangenwegen Kommunikation von Familiennachrichtcn, sondern wirklich eine Konkurrenz vonGeschäften, die mich an die nöthigsten Theile meiner Privat Vorrsspouäsoes kaumkommen lassen, haben mich abgehalten bisher, an diese Materie mich zu machen.
Die Beschäftigung, deren Ew Hoch- und Wohlgcboren sich in Absicht auf eineZnsammensetzung von Familiengeschichte der Ebersteinischen Stämme, die sich in ver-schiedene Kreise und Provinzen Deutschlands verbreitet haben, ist von mir eine so zubegünstigende Absicht, daß ich dabei mit aller möglichen Beihülfc Ihnen, mein thenerstcrHerr Vetter, beizustehen mir zu so einer angelegentlichen, als angenehmen Pflicht mache.
Erlauben Sie mir aber, auch Sic zu ersuchen, nicht zu schnell mit Edition etwasGedrucktem deshalb heraus zu gehen, weil sonst ein paar historische Schwierigkeitenunanfgelöst und dem genealogischen, mit der Geschichte der deutschen vsrritoriarnm be-kannten Prüfer zur Lritigus, die den kicksm der ganzen Genealogie, zumal wenn einHr. v. Eberstein selbst der Editor ist, schwächet, Gelegenheit geben. Da ich selbst et-liche Jahre, sowohl mit Sammlung alles was in unserer Familie in Sachsen aufbe-wahret, sowohl was deshalb in andern Ahnenproben, die eine v. Ebcrstein geehelicht,sich vorfindet, und was in gedruckten Loriptis sowohl in Lehns- und Civil Actis zuEisleben bei der Oberaufsicht und in hiesiger Lehnsknrie anzutreffen mich viel be-mühet, um mich wegen der Isgitimatio all causam, die Mansfeldschen Forderungen be-treffend, mich zu orientiren; so bin ich bei der Gelegenheit so in Absicht des Genea-logischen u. der Chronologie zu Werke gegangen, daß ich