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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
302
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(so nennt ihn irrthümlich Schcinnat stattGeorg") 15465) durch sein Absterben diefuldischcn Lehnen auf die Fechenbachc verfallet, die von meinem Vor-Ur-Alter-VaterPhilipp in Mitbelehnschaft genommene Vettern im Würzburgischcn aber NamensKilian und Georg, welche 1550 noch gewiß gelebct haben, solchem Konraden vielleichtso nahe nicht müssen verwandt gewesen sein, weil sie die Fechenbachc haben exkludirenkönnen.

Sollte dann nicht möglich sein, daß die Ascendcnz sowohl dieses letzter»Konrad's"als auch der 1533 in Mitbelehnschaft genommenen Philipp's, Kilian und Georg aus-zilfindcn, desgleichen die gemachten Proben derer Ebersteine, so auf dem Stift Fuldaprübendirt gewesen, abschriftlich durch Dero Vermittelung zu erhalten sein? diesekönnten mir vielleicht dienlich werden. Weiß nicht, ob Herr Baron v. Sickiugcn,Kammer-Präsident, noch lebt, könnte, wann Ew. Hochwohlgeboren es räthlich erachten,auch an diesen mit schreiben, denn ich ihn von seiner Jugend auf gekeunet. NachWürzburg will auch schreiben, woselbst Engelhard und Theodor Domherrngewesen, und wann ich erfahren könnte, wie die Ebersteine geheißen, so in MainzDomherren gewesen, geschähe mir sehr dauknehmigcr Dienst. 55) Daun es sind mirderen Namen und alles unter denen bei meinem Nappell 1729 weggekommenen Kollek-tionen mit verloren gangen. Ew. Hochwohlgcb. lassen mich doch bittselig sein undmir diejenigen Nachrichten auch augcdeihen, welche Sie vor den Hrn. v. Buseck zuBayreuth kommunicirct haben.

Bei denen mir jetzt mitgethcilten Nachrichten muß mir einige Erläuterung vonDero Güte ausbitteu: 1) Sollen Eberhard und Philipp die letzten an der Rhöngewesen sein; müssen sie also entweder 2 Brüder oder Vater und Sohn, oder garvon 2 Differcnten Branchen gewesen sein, wovon die Zuverlässigkeit, wie auch derenSterbensjahr erbitte2) finde in Dero I. Theil der Hoheit des Adels p 42, daßKonrad v. Eberstein Annen v. Kralücke zur Ehe gehabt, mit welcher er eine TochterAnnam erzeuget, so an Georg v. Hasclstcin verheirathct worden, wcßhalber Erläuterungbitte, ob dieses eben der Konrad gewesen, der 1540 und mit ihm die Lehne desAmts Schacken erloschen, so theils an die v, Fechenbach gekommen? 3) Sind Ew.Hochwohlgeboren der Meinung, die Karsbachische Familia sei ausgestorben, es lebenaber davon noch verschiedentliche, so in Meißen begütert sind. Ew. Hochwohlgeborenhaben doch die Barmherzigkeit vor mich, elucidircu nicht allein alles auf's genaueste,sondern helfen mir auch weiter, ob nicht aus vielen Stücken ein zuverlässiges 4'ntumendlich zusammen zu bringen möglich. Ich ersterbe in wahrer Dienstwidmung undHochschätzung ec.

Ein gleicher Eifer, wie den noch in seinen letzten Lebensjahren in derBienenarbeit des AufspürenS und der Zusammenstellung der Materialien zueiner Familiengeschichte begriffenen Grafen E. F. b. E., beseelte auch seinenGroßneffen den sächs. Landcsregierungs- Hof- und Justitienrath Wilhelm unddessen Vetter I. Karl Theodor p. E., vormals fnrstl. Thurm- und TaxischenRegiernngs-Präsidentcn, späteren Staatsminister bei seinem Vetter, dem vonNapoleon zum Fürsten Primas des Rheinbundes, darauf zum Großherzog vonFrankfurt erhobenen Koadjutor Karl Theodor Frhrn. v. Dalberg. Beide hattennun vor ihrem Groß-Oheim den Vortheil voraus, daß ihnen vermöge ihrer

*) 1546 wurden Lüdiger v. Mansbach, Philipp v. Karsbach und Oswald v. Fechenbach mit denvom Stifte Fulda lehnriihrigen Eberstein'schen Gittern beliehen, welche sie theils von ihren Frauen geb.v. Eberstein (2 Töchtern u. 1 Enkelin Philipp's v. E.) überkommen theils von ihren Schwägerinnen Annaund D orothea zugekauft hatten.

*") Noch 138 Jahre hiernach, im I. 1884, würde auch mir selbst die Kenntnis hiervon von großem Be-lang gewesen fein. Der Minister Karl Theodor v. Eberstein besaß solche in Autopsie; nach einer an meinenGroßvater Wilhelm gerichteten Zuschrift desselben hatte sich im Dome zu Mainzim ersten Auffchwörungs-bucheEber st ein"" bloßmit dem Schilde ohne Helmdecke, Helm und Aufsatz" befunden. Auf meine durch dieseNotiz veranlaßte, an das Hochwürdige Domkapitel gerichtete Bitte: eine authentische Abschrift der betreffendenUrkunde nebst Zeichnung sowie der Ahnenproben durch Vermittelung der Bibliothekverwaltung mir geneigtestverschaffen zu wollen, hahe ich unter dem 10. August d. I. von Sr. Hochwürden dem Herrn Domkapitularvr. Moufang unter Bedauern, meinem Wunsche nicht entsprechen zu können, die Erwiderung erhalten:

daß die früher mit Recht berühmte Mainzer Dombibliothek nicht mehr bestehe, da sie am 13. Juni 1?93bei Beschießung der Stadt ein Raub der Flammen ward, wie dies; im ckstail in Klein's Geschichte von Mainzin 179293 beschrieben ist. Es wurden Akten des Domkapitels zum Theil gerettet, und manches davon be-findet sich in München und Wien. Es wäre möglich, daß Sie dorten einigen Aufschluß erhalten könnten."Inden: ich hiermit Herrn Domkapitular vr. Moufang für diesen Fingerzeig meinen verbindlichen Danksage, benutze ich diese Gelegenheit, etwaigen mit dem Verbleib dieser Dokumente vertrauten Archivbeamten oderandern Forschern meine Bitte zu erneuern.

"**) Der 1539 1 Philipp war der Vater des vor ihm 1- Eberhard (dessen Tochter Katharina inerster Ehe mit Philipp v. Karsbach verheirathct war) und des 1540 -s Georg des Jüngeren, mit demN. Mangold's Linie im Mannesstamme erlosch.