Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
288
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Zehn Tage nach Beendigung dieser Feste wurde Karl und sein Schwager,der markgräfl. Rath und Amtmann zu Günzenhausen Ritter Paul v. Abs-berg (verm. mit Lorenzens v. Eversten: Tochter Anna), in der Nähe vonBayersdorf von den bambergischen Dienern Hieronymus von Würzburgund Bernhard v. der Tann und deren Knechten Heinz Marstaller und HansStande überfallen und hierbei Karl v, Eberstein durch den zuerst genanntenKnecht erstochen und Absberg's Knecht Gall schwer verwundet. Die genanntenÜbelthäter und außerdem noch ein Knecht Namens Konz von Schalcken,welcher erst nach dem Streite in Baycrsdorf ankam, wurden durch denmarkgräfl. Amtmann daselbst Hans Truchscß gefangen genommen.

Als solcher Handel an den Markgrafen Friedrich gelangte,hat derselbesoviel Fleiß fürgewendet", daß Paul v. Absberg und Hans v. Eberstein,Karl's Bruder:, dieser für sich, seine Mutter und seine andern Brüder (Simonund Philipp), ihm, dem Markgrafen bewilligten,gütlich von den ergangenenDingen handeln zu lassen", womit sich auch der Bischof Heinrich von Bambergeinverstanden erklärte. Letzterer sandte zu dem Ende den bambergischen Dom-herrn Hans v. Nedwitz, den Hofmeister Diez v. Thüngen, den Ritter Dariusv. Heßberg und Leupolden Truchscß zu Dachsbach nach Ansbach, wo auchPaul v. Absbcrg und Hans v. Eberstein erschienen. Diese sämtlichstellten diegemeldten Sachen, Karl v. Eberstein's Entlcibung und alles andere be-rührend, das sich desselben Handels halb vor, in und nach der Geschicht begebenund verlaufen hat, gänzlich zu des Markgrafen gütlichen Spruch". Es einigtensich nun die Parteien dahin, daß Heinz Marstaller, der Karln den tödlichenStich beigebracht, an Paul v. A. und Hans v. E. 1000 Gulden rhu. zahlensollte,mit denselben des obgcnannten Karl v. Eberstein seligen Seelenheil niitStiftung einer ewigen Meß und eins ewigen Lichts an dem End, da erbegraben liegt, und Aufrichten eines steinen Kreuz zu Bayersdorf, da sichder Handel verlaufen hat, auch andern guten Werken zu suchen und zu bestellen", und daß die Gefangenen nunmehr mit ihren Pferden und ihrer HabeaufUrfehde, auch Bezahlung ihrer Atzung und was zu ihrer Enthaltung daraufgegangen, ledig gezählt und gelassen werden sollen".

Karl v. Eberstein starb am 28. Febr. 1496 und wurde zu Ansbachbegraben. Er war in St. Mariä Brüderschaft zum Schwanen. Sein im Chorder Gumbertnskirche zu Ansbach aufgestelltes Epitaphium trägt eine am oben:Rande mit einem Engel gezierte Tafel mit der Inschrift: L.o. llni. N. (100(1.X0VII. a. LontnA nacll Kant rnatkiss. v'sollill. 6. s'b'r. vn. vsst. Karl vo.IZKs'stoi. ll. Aal. All. Da Karl im Febr. 1496 erstochen wurde, so muß es stattX0VII also X0VI heißen. Vielleicht ist der schön gearbeitete Grabstein erst1497 vollendet worden und hat jedenfalls der Bildhauer die Unrichtigkeit ver-schuldet.

Die Gebrüder Rudolf und Günther v. Bünau zu Droyßig behaupteten,der Eberstein zu Flurstedt" und dessen Bruderder Haus hält zuFlurstedt" schuldeten ihnen 9 oder 10 Jahre lang jährlich 10 Gulden Zins undersuchten deshalb den Gerichtsschreiber Valentin, die Gebrüder v. Eberstein(Hans und Simon) auf den 29. Mai 1497 vor Gericht zu laden. Diesgeschah am 20. April 1497 durch den Hofrichter zu Leipzig Hans v. Obernitzauf den 27. Mai. Der Gerichtsbote Blcssing Wayner überantworte 24. Aprildie Vorladung dem Hans v. Eberstein persönlich. An: 24. Mai 1497 batder Amtmann zu Dornburg Christoph v. Tanbcnheim den Oberhofrichter v.Obernitz, die v. Bünau ins Amt vor ihren ordentlichen Richter zu weisen, woihnen die v. Eberstein: Simon, des Herzogs Georg zu Sachsenehrbar Mannund Amtsverwandter" und dessen Bruder, des Rechten zu gestehen und zupflegen sich erböten.

Der jüngste Sohn Heinrichs: Philipp, begleitete Friedrich den Weisen imJahre 1493 nach dem gelobten Lande und blieb seit jener Zeit mehere Jahreim Auslande. Pon Palästina begab er sich nach Italien und diente daselbst