— 287 —
Philipp v. Eberstein von dem Herzoge Albrecht von Sachsen zu rechtem ge-stimmten Lehn:
zu Dornburg: einen freien Satilhof, eine Scheune und einen Garten davormit ihrem Umfange und Erbzinsen, S'/z Hnfe Land an Artackcr, 3 Wein-berge und '/« der Früchte am Tarembergc, alle vor Dornburg gelegen,22 Acker Holz auf dem Forste, ein Wiesenfleck unter der Burg;zu Zimmern: t /g der Gerichte im Dorfe und die Halste am Lehnpfcrde mit
den besessenen Mannern und Erbzinsen;zu Wurms tedt, Oberndorf, Stü bnitz, Golmsdorf, Kosenitz, Wilsdorf, Nencnstedt
Hirschrode, Dorndorf und Priesnitz Erbzinsen;in den Dörf ern Dorndorf, Naschhansen, Kosenitz, Wilsdorf und auf
dem Acker vor der Stadt Dornburg ans ihren Gütern Erbgerichtc;zn F lurstedt; 2 freie Satilhöfe mit Scheunen, Garten und Umfang, 4 HufenLand an Artacker, 60 Acker Weide und Wiesen, Erbzinsen, einen Backofen,ein Fischwasser auf der Ilm und 2 Weinberge an dem Steingraben;zu Ober-Trebra, Wickerstedt, Darnstedt, Wiegendorf, Sulzbach undHerressen Erbzinsen
mit allen ihren Rechten, Freiheiten, Würden, „inmaßen Heinrich v. Eber stein,ihr Vater, die vormals" von dem Herzoge Wilhelm (ff 1482 zu Weimar)hernach von dem Kurfürsten Ernst (ff 1436) und dessen Bruder Herzog Albrcchtzn Lehn empfangen, welchen letztem die oben aufgeführten Lehngüter in brüder-licher Erbtheilung (26. Aug. 1485) zugefallen waren. Zeugen: die Ritter Jorgv. Schleinitz und Dietrich v. Harras und der Kanzler vn. Johann Erolt.Vat,. Lipzck.
Gleich nach seines Vaters Tode verkaufte Hans, der älteste der oben ge-nannten Gebrüder von Eberstein, die halbe freie Hofstätte und die freieHufe Artland zu Zimmern an Rudolf v. Watzdorf, welcher auch 3. Mai1488 diese Stücke „inmaßen wie die v. Thun und Heinz v. Ebirstein dievorzeiten innegehabt", von dem Herzoge Albrecht zu Mannlchn empfing.
Am 26. Febr. 1490 verkaufte Hans v. Eberstein für sich und seine BrüderSimon, Karl und Philipp ihre Besitzungen zu Dornburg und Zimmern,und ihre Gefälle in Wurmstedt, Oberndorf, Steudnitz, Golmsdorf, Kosenitz,Wilsdorf, Naustedt, Hirschrode, Dorndorf, Priesnitz und Naschhausen, außerdemauch ihren freien Kretzschmar zu Dornburg an Rudolf v. Watzdorf,welcher 2. März 1490 auch alle diese Güter und Gefälle mit Ausnahme desKretzschmars im Auftrage des Herzogs Albrecht von dessen Sohne HerzogGeorg zu Mannlehn erhielt. Zeugen: Ritter Dietrich v. Schönberg, Hofmeister,0r. Johann Erolt, Kanzler, Dietrich v. Schleinitz, Georg v. Miltitz, Ritter,Ulrich v. Wolffersdorff, Domdechant, Or. Sigmund Pflug, Domherr zu Meißen,Friedrich v. Witzleben und der Untermarschall Sigmund v. Maltitz.
Am 1.5. Okt. 1491 empfing Rudolf v. Watzdorf auch die Schenkstatt oderKretzschmar zu Dornburg, „ctwan Heinrichen v. Eberstein und seiner Erbengewest", von dem Herzoge Georg zu Sachsen zn Mannlehn, jedoch nur unterder Bedingung, daß sich genannter Watzdorf mit dieser Beleihung „gar nichtsbehelfcn" sollte, im Fall der Nachweis geführt würde, daß der Herzog Wilhelm„solchen Kretzschmar mit seiner Freiheit Heinrichen v. Eberstein und seinemWeibe allein zu ihren Leiben und nicht erblichen geliehen."
Heinrich's v. Eberstein 3r. Sohn Karl hielt sich längere Zeit am mark-gräflichen Hofe zu Ansbach und auch zn Neustadt au der Atsch am Hofe derverwitweten Markgräfin Anna, des Kurfürsten Friedrich von Sachsen Tochter,auf. Im Gefolge dieser Mnrkgräfin ritt Karl am 14. Febr. 1496 in Nürnbergein, um den Festlichkeiten beizuwohnen, welche die Reichsstadt aus Anlaß derdurch die Vcrmittelung des Herzogs Albrccht von Sachsen und dessen Abge-ordneten Ritters Dietrich von Harras zn stände gekommenen Aussöhnung nachlangen Streitigkeiten mit des Herzogs Neffen Markgraf Friedrich IV. vonBrandenburg in den Tagen vom 14. bis 18. Febr. veranstaltete.