— Am 20. Nov. 1446 befahl Markgraf Albrecht seinem Landrichter Hanseno. Seckendorf zn Brnnn, den von Jorg v. Wiescnthau Gcrlachen v. Eber-stein Ritter, auf das Landgericht geladenen Schäfer Ulrich Kracnbürgel „fürden benannten Gerlachen, scimc Herrn zu weisen."
Am 8. Okt. 1466 verschrieb Bischof Anton zn Bamberg dem RitterGerlach v. Ebcrstcin für auf Erfordern zu leistende Burgdicnstc auf demSchlosse Altcnburg bei Bamberg 20 Gulden rhn. jährlichen Gehalt, die ihmder Kammermcister an jedem Martinstage verabfolgen sollte.
Nach der Ilmgeldsrcchnung der Stadt Bamberg v. I. 1448/49 (nicht1348/49) gab die Stadt Wein als Ehrengeschenk u. a. an „Hern Gerlo ch envon cwerstein" (46. Bericht des histor. Vereins zu Bamberg).
In den Jahren 1449 und l450 nahm R. Gerlach Thcil an dem Kriegegegen Nürnberg und die mit den Nürnbergern verbundenen 30 Reichsstädte.An den Markgrafen Albrccht Achilles hatten sich unmittelbar angeschlossenaußer R. Gerlach auch dessen Neffe Lorenz v. Ebenstem, jedenfalls aber auchdes letztem Vater und Gcrlach's Bruder: Karl v. Ebenstem ans Marktstcinnch,der in diesem Kampfe gegen die Reichsstädte seinen Tod fand. Auch derHerzog Wilhelm von Sachsen war persönlich im Felde erschienen. DiesesHerzogs wegen sandten Lorenzens Bruder Heinrich v. Eberstein undR. Gerlach's Söhne Wilhelm und Erasmus der Stadt Nürnberg ihreFehdcbriefe.
Nachdem der Markgraf eine große Anzahl Dörfer verbrannt hatte, zog er10. Juli 1449 vor Hei deck. Im Felde vor Heidcck litt der Markgraf selbstMangel, aber trotzdem ruhten seine Pläne nicht. Am 25. Juli schreibt er anElch und Gerlach v. Ebcrstein: „Sobald Wir hie fertig werden, wöllen Wirns Lichtenau zn ziehen und fürdcr nf die Städte Rothenburg, Nörd-lingcn, Dinkcsbühel und Hall, Uns zu unterstehen, ob Wir Uns ihr Hoch-muths ein wenig erholen mügcn". Auf dem Zuge nach Heidcck wurde zuGnnzenhanscn ein „Anschlag für.Hcideck" entworfen, worin es heißt: „50 Pferde,200 zu Fuß füllen Walting (!'/- Stunden südwcstl. von Heidcck) Puchen(plündern) und Führer sein Peter v. Lcntershcim und auf Lorcnzen v. Ebcr-stein warten (ihm gehorchen); dem sind zu bcschicdcn von Hansen v. Rcchberg50 Pferde, 200 zn Fuß". Nachdem .Heidcck gefallen war, gelang es demMarkgrafen Albrecht am 13. Aug., auch das Nürnberger Schloß Lichtenau(auf einer Insel der fränk. Rezat, 2 Stunden unterhalb Ansbach gelegen) ein-zunehmen. Vor Rothenburg a. T. erschien der Markgraf Albrecht zum erstenMale nach dem 15. August mit 600 Reisigen. Dieser Stadt hatte R. Gerlachsamt 13 vom Adel ebenfalls entsagt. Aus der Unzahl kleiner Scharmützel,welche sich bei den täglichen Raubzügen entspannen, ragen hervor: die Eroberungvon Bayersdarf durch die Nürnberger am 5. Nov. und ein Rückzugsgefechtam 12., das für die Nürnbcrgischeu ein ungünstiges Ende nahm.
Das wichtigste Ereignis, das sich im Laufe des Nürnberger Krieges zuge-tragen, ist die Schlacht bei den Pillenrcntcr Weihern im Lorcnzer Reichs-waldc am II. März 1450. Der Markgraf Albrecht war mit 350 Mann zuRoß und 50 zu Fuß aus seiner Stadt Schwabach nach Pi llcnr eut (2 Stundenvon Schwabach und ebenso weit von Nürnberg) gezogen und hatte einen derdortigen, den Nürnbergern zustehenden Weiher abgraben lassen, um zu fischen.Die Nürnberger zogen ihm mit 600 Mann zn Roß und 4500 zn Fuß »ach.Da der Feind in solcher Stärke anrückte, hielt es der Markgraf mit seinenHauptlentcn für das Beste, wieder nach Schwabach zurückzukehren. Er waraber nicht weit dahinwärts gezogen, als die feindliche Reiterei ihn erreichte.
Der Markgraf machte sofort „sein Geschick zu dem Streit und beruft dencdelcn Enstachium Schenken (v. Gehern), daß er sollt nehmen 4 der Edelenzn ihm und sollt sein an der Spitzen; und die fünf sein: Eustachius Schenk,Heinz Fuchs, Erasmus v. Eberstein . . . und des Haufen ist Hauptmanngewesen Herr Sigmund v. Lentersheim".