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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
221
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dem Bischöfe Johann 15 000 Gulden gegen Verpfändung von Ochsenfurt vor-gestreckt. Um Ostern 1438 hatte letzterer zwar dem Herrn v. Hirschhorn ver-sprochen, die Zinsen pünktlich zu zahlen und für ihre bisherigen Unkosten6000 Gulden zu erlegen, jedoch diesen Vertrag weder erfüllt, noch Bürgen dafürgesetzt. Die Ritter Hans und Philipp v. Hirschhorn sendeten deshalb demBischöfe einen Fehdebrief ck. 6. 30. Nov. 1438, und als sie erfuhren, derBischof reise zu einer mit dem Markgrafen Friedrich abzuhaltenden Tagesfahrtüber Höchstadt a. A. nach Kitzingen, sammelten sie 200 Reiter, lauerten demmit 30 Reitern von Schlüsselfeld her kommenden Bischöfe auf und nahmen ihn7. Dez. 1438 zu Elsendorf gefangen. Sobald die. Nachricht von Johann's Ge-fangennchmnng nach Würzburg gelangte, verordneten die Domkapitulare unddie bischöfl. Räthe eine Anzahl von ihren Mitgliedern zum Schutze auf dasSchloß Frauenberg. Auch erließen sie 29. Dez. Sendschreiben an den Mark-grafen von Baden, die Grafen von Württemberg, die Bischöfe von Trier, Köln,Speier und Augsburg, an den altern Grafen v. Öttingen und an die Gesell-schaft des h. Gcorgenschild, worin sie den ganzen Hergang der Sache ausein-ander setzten und sie zur Befreiung des Bischofs mitzuwirken aufforderten.

Die Unterschrift dieser Sendschreiben lautete: Geben unter unserm, desKapitels, Jnsiegel am Montag nach dem heil. Christtag anno 38. Eitel Hiltmar,als der Älteste an eines Dcchants Statt, und das Kapitel des Domstifts vonWürzburg, Georg v. Bebenburg, Hofmeister, Eberhard v. Eberstein und Engel-hard v. Münster, Hauptleute auf unser Frauenberge.

Die Ritter v. Hirschhorn hatten ihren Gefangenen auf Umwegen überErlangen nach Schloß Reicheneck gebracht. Nach langen Verhandlungen wurdeendlich 18. März 1439 des Bischofs Freilassung dadurch bewirkt, daß sich dasStift und dessen Ritterschaft verbindlich machte, die auf 26 000 Gulden ange-wachsene Schuld zu bezahlen, zu welchem Zwecke 52 Stiftsritter die Bürgschaftfür je 500 Gulden übernahmen.

Des Bischofs Rath Eberhard v. Eberstein zahlte diese von ihm über-nommenen 500 Gulden den v. Hirschhorn baar aus. Darauf verschrieb ihmund seinen Söhnen Jorg und Hermann 31. Mai 1436 der Dechant MartinTruchseß und das Kapitel des Stifts Würzburg für die 500 Gulden rhu., welcheder Bischof Johann ihm schuldig war, und für die von ihm dem Stifte geleistetenDienste alle Rechte des Domkapitels an dem Dorfe Waldsachsen bei Markt-steinach zu einem Leibgedinge dergestalt, daß die genannten v. Eberstein die ihnenverschriebenen Zehnten, Gülten, Zinsen ?c. so lange nutzen sollten, als noch einervon ihnen am Leben sei (Nachtr. v. 1878. S. 9. Nr. 10 und Gesch. 301Nr. 205).

Der Bischof Johann v. Brunn starb 9. Januar 1440. Schon sieben Tagevorher war Herzog Sigmund von Sachsen zum Stiftspfleger unter derBedingung gewählt, daß er das Bisthum erst nach der Konfirmation desjenigenPapstes antreten sollte, welchen nach Johann's Tode das Domkapitel als denrechtmäßigen Papst anerkennen würde. Da das Kapitel jedoch zuvörderst dieBeilegung der Streitigkeiten zwischen den Päpsten Eugen zn Rom und Felixzu Basel abwarten wollte, zog es Sigmund vor, sich ans den Rath des Mark-grafen Albrecht Achilles 28. Sept. 1440 heimlich ans Würzburg zu entfernenund sich in Ansbach von den Bischöfen von Bamberg, Eichstädt und Augsburgweihen zu lassen. Vor seiner Abreise übergab er dem Eberhard v. Eberstein,seinem Hauptmann auf dem Frauenberge, die Schlüssel des Schlosses.Diese Schlüssel händigte Eberhard gutwillig den sechs Rüthen ein, welche ihrerPflicht gemäß das Schloß zu bewahren hatten.

Darüber aber, daß Sigmund, der Zusage untreu, die Zustimmung zu seinerErnennung bei dem vom Baseler Konzil anerkannten Gegenpapste Felix nach-gesucht und sich in Ansbach hatte weihen lassen, erhob das Domkapitel bei denHerzögen Friedrich und Wilhelm von Sachsen Beschwerde, und diese verwendetensich bei dem Markgrafen Albrecht, daß er ihren Bruder Sigmund von feind-