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Folge 5 (1885)
Entstehung
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daß das Guth Brücken an Niemand verpachtet werden soll und darf, der hiesclbst eineandere Pachtung oder ein anderes Land- oder Gnthseigcnthuin hat. Denn da es sicheben nicht für einen vornehmen Pachter eignet, so kann selbiger sehr gut mit derWohnung in dem sogenannten Lcutehanse zufrieden gestellet werden, zumal wenn erauf den Seitengebäude noch des Herrn Witschels bisherige Stube nebst Kammererhält, dem dagegen die daneben befindliche gelbe Stube über der Küche eingegebenwerden soll. Wird das Gnth durch einen Verwalter oder Hofmeister administrirt oderbcwirthschaftet, so entspricht dieß noch mehr meinen Wünschen.

Nachdem dieß alles nach meinem Willen aufgesetzt worden, ich sorgfältig alleserwäget, auch wohlbedächtig den Aufsatz mehrmals durchgelesen, so habe meine Unter-schrift eigenhändig auf allen Seiten hinzngefügct; So geschehen Brücken den1. November 1825.

Friederike Christiane von Möllendorf geb. von Eberstein.

Da sich am 1. d. M, der traurige Fall ereignet hat, daß der 2te Sohn meinesStifsbrudersohnes, des Major Carl von Ebcrstcin, mit den Taufnamen Gustav mitTode abgegangen ist, so ändere obige Bestimmung des H. 1. dahin ab, daß, da diesermein Stiefbrndcrssohn unter dem 3l>. v. M. ein 2tes Ehcbündniß mit einer Fräuleinvon Mansberg eingegangen ist, und zu vermuthen stehet, daß auch ans dieser EheSöhne erfolgen, der älteste derselben an die Stelle des verstorbenen Gustav treten soll,also daß auf ihn und seine Nachkommen die Nutzung des Mohrungischcn Majoratsin der angegebenen Art übergehen solle, auf die nachgeborncn Söhne aber nur auf denStcrbcfall desselben und so fort, wie im Testamente angegeben.

Hierbei erwähne, daß, da mein voller Taufnamc Friederike Christiane ist,ich solchen, wie gewöhnlich, bei obigen Unterschriften abgekürzt hingeschrieben habewelches aber der Gültigkeit dieses meines Anhangs zu meinem Testamente nicht schadensoll, wesbalb ich mich mit meinem vollen Tanfnamcn hier unterzeichne. Brücken denl7. August 1826.

Friederike Christiane von Möllendorf geb. von Eberstetn.

Couvert.

Anhang

zu meinem Testamente, das im Landgerichte zu Eisleben deponirt ist.

Friederike Christiane von Möllendorf geb. von Eberstein.

Mein letzter Wille.

Fernerer Nachtrag und Erläuterung zu meinem Testamente.

In dem zu meinem Testamente gehörigen und unter dem 1. November 1825. auf-gesetzten Anhange habe ich Z. 22a. meiner treuen Gesellschafterin, der Fräulein Natalievon Linsingen, unter der vorausgegangenen Bedingung, unter andern ausgesetzt, daßsie sämtliche zur Zeit meines Ahlebens in meiner Wohnstube nebst Kammer vorbcfind-lichc Mobilicn erhalten sollte. Da ich aber nicht wünsche, daß hierdurch meine ganzeWohnstube geräumt würde, auch vielleicht darüber Streitigkeiten entstehen könnten,weil meiner Bequemlichkeit halber eine Veränderung vorfallen könnte, so will stattdieses Unbestimmten folgendes bestimmt derselben aussetzen:

1) das große schwarze Sopha mit dem schwarzen Moire-Ueberznge und den dazugehörigen acht Rohrstühlen.

2) den gelb fonrnirten Schreibeschrank, der sonst in meiner Wohnstube stand, mitder dazu gehörigen Stntzuhr, die in den obern Aufsatz paßt.

3) Den Ausziehtisch, welcher in der gelben Stube stehet, und einen Klapptisch vonBirkcnmaser, der als runder Kaffeetisch zu gebrauchen.

4) Dasjenige Bett, auf welchem sie bisher geschlafen, nchmlich Gestell und Feder-betten. Letztere bestehend in einem Unterbette, drei Pfühlen, zwei Kissen von blauund weißen Barchent, und einem Deckbette und Kopfkissen von grün und weißerFedcrleinewand. Dazu sollen gegeben werden, zwei mal Ueberznziehen mit allemZubehör von roth und weißer Leinewand.

5) Meine sämtlichen Kleidungsstücke (mit Ausnahme der 2 Pelze, und 2 andernMäntel, Schwals Mützen und guten Kragen, worüber ich noch bestimme,) nebstmeiner Leibwäsche, an Hemden, Röcken, Nachtjacken, Schnupf- nnb Halstüchern,jedoch mit Ansnahmc des nachher bestimmt angegebenen und demnach hiervonAusgenommenen, als Anhang zu K. 2d.

6) An Tischzeug soll dieselbe erhalten:

a) Ein Gedeck mit 12 Servietten, das sogenannte Ducaten Muster.

b) Ein Gedeck mit 12 Servietten.

c) Ein Gedeck mit 6 Servietten.