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zinsen erst zn erheben, und letzlich ward ich krank, und dieses hat mich auf alleArt am meisten belästiget und beunruhiget. Jetzo befinde ich mich gottlob wiedermunter. Die Lehnstammszinsen von Morange» sind noch nicht einge-gangen, sollen aber nach Versprechen des nächsten bezahlet werden. Die Lehn-stammszinsen aus der Erbschaftskassc sind noch nicht bezahlet, weil derPachter den Johannistermin und außer diesem verschiedene Debenten ihre Zu-treffen noch nicht abgetragen haben. Diesen allen ohngeachtet aber wurde ichmeiner gnädigen Frau eine Geld-Remise von 33 Thlrn. und fast noch einmalso viel gcthan haben, wenn nicht ein ohnvermntheter Umstand sich ereignete,welcher mich nöthiget, Gelder in Lassa, zu behalten. Es hat nämlich der ver-storbene Herr Graf, sowie fast alle Herren von Eberstein, die gewöhnlicheVasallen-Kopfsteuer ä 2 Thlr. pro Person seit mehr als 20 Jahren jährl. ab-zutragen vergessen und auch dieses für Dero Herrn Gemahl abzutragen unter-lassen. Bis hierher hat man stille dazu geschwiegen, allein jetzo hat man alterund auch meines Herrn Kurandcn wegen anbefohlen, binnen äato und 14 Tagenden gesamten Nachtrag bei Vermeidung der Exekution zu thun. Dieses würdenun für den Hrn. Kammerherrn, meinen Hrn. Kuranden, seit mehr als, oderdoch seit 20 Jahren jährlich 2 Thlr., also 40 Thlr. betragen. Um nun diesemÜbel vorzubeugen, habe von denen vorräthigen Geldern sogleich 6 Termine undden letzten Lätare-Tcrmin baar eingesandt und wegen des andern Vorstellunggethan und gute Worte gegeben, auch die Schuld, wie rechtens, auf den vorigenKurator, Hrn. Graf, geschoben. Der Himmel gebe einen guten Erfolg, damitich das Vergnügen genießen kann, einer so sehr zn verehrenden Verwandten imkleinen nützlich gewesen zu sein. Wenn diese Gelder nur nicht an die Hannö-verische Hypothekkasse bezahlet werden müßten, so hätte die Sache keine Schwie-rigkeit, indessen müssen wir den Erfolg abwarten, den ich dann schuldigst, Gottgebe, Mit Vergnügen melden werde.
Über das Quantum, welches Ew. Gnaden an Hochdero Forderungschwinden lassen wollen, würde ich mich gern gleich anfangs erkläret haben, , !
wenn nicht eine gewisse — wie soll ich es nennen, Leotimont mich davon ab-gehalten hätte. Betrachten Sie Selbst den Fall, meine verchrcnswcrthc FrauBase. Ich habe mich mit meinen Brüdern, auch für meinen jungenVetter, verbunden, dem Hrn. Obersten diese Last tragen zu helfen, und zwarin einer Absicht, die mich Ihrer Gnade nicht unwürdig machen würde. — Sollich, um mir oder denen Meinigen eine kleine Summe zu ersparen, Ihnenzu einem ansehnlichen Nachlaß rathen! Das kann, das werde ich nicht thun.
Sind Sie nicht, meine gnädige Frau, eine Doms, die mich mit Ihrem Vertrauenbeehret! Sollte mich Ihr Vortheil nicht ebenso als der meinige intressircn?
Indessen muß ein Entschluß gefasset werden. Ich weiß auch, daß man sichHoffnung machet, Ew. Gnaden würden bis auf das halbe Quantum nachlassen;allein das bindet Ihnen (Sie) nicht. Indessen da nun ein Entschluß gefassctwerden muß, da dieser um des Friedens willen zu fassen nothwendig ist, so fassenSie ihn, verehrtestc Frau Base, mit den Herrn Beiständen und machen ihnDemjenigen bekannt, der sehr um Verzeihung bittet, daß er seine Bedenklichkcitengeäußert hat, der sich darüber fast beschämet befindet, der aber mit immer gleichstarker, wahrer Freundschaft und vollen Verehrung ist und verharret Ew. Gnadenunterthäniger Diener und tr. ergebenster Vetter
Groß-Leinungen, 4. Aug. 1776. A. v. Eberstein.
N.S. Das Morungsche Haus ist noch nicht ans den Todesfall des Hrn.
Lieut. v. Eberstein, der zu Königberg verstorben, beliehen, weil derTotenschein irregulair gewesen, und also erhalten wir die Lehnstammszinsenvon dessen Antheil nicht eher als nach der Belehnung (vgl. meine Nachr.v. 1883. S. 274).
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