8. Endlich ist durch den Tod des Hrn. Grafen dessen Antheil an dem Berg-werke an die noch florirenden 4 Branchen, als die Branche des Hrn. Kammer-herrn, die Branche ves Hrn. Dom-Kustos, die Morung'sche Branche unddie meinige Branche gefallen. Allein zum Unglück ist durch des verstorbenenHrn. Grafen üble Wirthschaft dieser Antheil jetzo mit wenigstens 3000 Rthlr.Schulden für Kohlen und Hütten-Materialien behaftet, und außerdem hat solcherzu den gemeinschaftl. Schulden zu tragen 333 Thlr. 8 Gr. zu einem KapitalK 2000 Thlr., welches die Berg-Kommun denen sämtl. Erben des sel. Hrn.Major Wilhelm v. Eberstein schuldig ist, und 200 Thlr. zu einem KapitalK 1200 Thlr.. welches zu Kompletirung derer Ober-Heldrungischen Zinsen aufdas Bergwerk geleget worden und wovon denn von der sämtlichen Berg-Kom-mun jährl. 60 Thlr. an die Herren Erben des Hrn. Major Wilhelm v. Ebersteinbezahlet werden. A. v. Eber stein.
Schreibe» de? I. Karl Fr. Festen. u. E. an seine Schwägerin in Mannheim, dieÜberinlsnng der Lchnstainmszinsrn der, verstorbenen ürndrrs Ludwig ErnstKarl an dessen hinterlasse»! Tochter betreffend, nnd worin er sich ganz damiteinverstanden erklärt, daß der Hauptmann Alkrecht u. E. die kor-mundschaft über seinen Sender Karl Christian nnd dessen Kinder über-nommen habe. (I. «I. Tilsit, I. Januar 1775.
Hochwohlgeborne Freifrau, gnädige Frau Schwägerin! Ew. Gnaden sindvermittelst Demselben sehr geehrtesten Zuschrift vom 12. dieses Monats meinerSchuldigkeit mit der größten Politesse zuvor gekommen nnd geben mir dabei diegütigsten Merkmale Demselben ^euoisassn Wohlwollenheit, welche mich in diegrößte Dankempfindung setzen nnd meine Verpflichtung gegen Demselben hoch-geschätzte Person ans alle Weise vermehren müssen. Erlauben Ew. Gnadendemnach, Ihnen durch diese wenigen Zeilen die vollkommenste Hochachtung undErgebenheit zu versichern, womit ich die Ehre habe, Dcncnselben zu allen Zeitenverbunden zu sein, wobei ich die aufrichtigsten. Wünsche für Demselben voll-kommene Glückseligkeit und Wohlfahrt in die Höhe schicke nnd mich nebst denenMeinigen, welche sich ganz ergebenst und unterthänig empfehlen und meinenWünschen für Dero beständige Wohlfahrt beipflichten, in Dero Amoisussn An-denken von neuem einkitte. Dero jungen Familie, welche in Gedanken umarme,wünsche zu diesem Neuen Jahr, daß selbige unter dem Schutz Gottes zu seinerEhre und Verherrlichung und zu der lieben Eltern Freude aufwachsen und er-halten bleiben mögen.
Ew. Hochwohlgeboren belieben hiernächst in Dero geehrtesten Schreiben zugedenken, wie ich gemeldet haben solle, man müßte den Lehnstammszins desverstorbenen Bruders Ludw. Ernst Karl dessen hinterlasseuer Tochter genießenlassen. Mir ist zwar davon nichts mehr erinnerlich, indessen sind des armenKindes Umstände sehr jämmerlich. Der gute selige Bruder hat immer ans dieBeendigung seines Prozesses gehofft und zum voraus bei seiner NothdurftSchulden darauf gemacht nnd Gelder aufgenommen, sodaß ich fürchte, daß,wann auch die ihme zukommenden Gelder ausgezahlet werden, vor das armeKind nicht viel übrig bleiben dürfte. Ich habe selbsten auf die Anweisungseiner sächsischen Usvsnüss noch ein Ziemliches ihme vorgeschossen; allein waser sonsten schuldig sein soll, belänft sich an die 4000 Thlr. Und dieses ist dieUrsache, warum ich mich nicht so ckirsoksiemiU in die Sache meliren mag, dannich mir hierdurch eine Weitlänftigkeit aufladen würde, welcher ich gehörig vorzu-stehen mich außer stände befinde und worzu meine Herrendienst-Geschäfte undAmt, gleich meine eigenen Angelegenheiten mir keine Zeit übrig lassen. Derstärkste Kreditor, deine das Gut gehöret, worauf der sel. Bruder gewohnet undwelches er in Pacht gehabt hat, treibet jetzo die Sache in Wetzlar, sowie ichunter der Hand erfahren, und dieser hat das Kind auch noch auf demselbenGute ohne alle Aufsicht nnd Erziehung. Man muß solchemnach die Endschaftder Sache mit Zeppenfeld noch erst abwarten und sehen, was auf des sel.