Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

147

Die frhrl. v. Ebersteimscheu Beistände zu Mannheim, welche der irrigenMeinung waren, das Amt Leinungen hätte die Familie Eberstein gemein-schaftlich besessen, und welche von der Übernahme der Nachlassenschaft desGrafen Friedrich v. E. Seitens des Oberstl. v. E. zu Tilsit Kenntnis erlangthatten, ersuchten deshalb letztern um Auskunft über diese Angelegenheit undwennmöglich um Berichtigung der Forderungen, welche die Erben desknrpfälz. Kammerherrn v. E. an den genannten Grafen gehabt hatten:

An den üönigl. preußische» Glirisi-Lirntcnnnt und Voininviulnnten dezz u. Appen-

liurgischen Orngonrr-ttriziinenw zn Tilsit, Frhrn. u. Eliersirin.

Hochwohlgebomer Rerchsfreiherr, hochgeehrtester Herr Obristlieutenant! DerVersicherung nach hat die Frau von Eberstcin geborene Freiin von Dalbergbereits vor einem Monat an Ew. ?c. ein Schreiben abgelassen und darinnenum gefällige Berichtigung oder allenfallsige Auskunft mehrerer an den verstor-benen Herrn Grafen von Eberstein habenden und aus jährl. Einkünften vonden frhrl. v. Ebcrsteinischen gemeinsamen Bergwerken abkommenden Fo-derungen angestanden. Dieser Zeit her hat dieselbe sowohl, als deren in unsgdft. angestellten Kuratel, nichts Sehnlichcrs gewünscht, als hierüber die gefälligeRückantwort zu erhalten. Jndcme aber dieselbe annoch nicht erfolgt, gleichwohlcnunsere obhabcnde Knratelpflicht unter anderen dahin zielet, auf die Eintreibungder von dem zur Mitverwaltung angeordneten Kuratoren Herrn Grafen von Eber-stcin eingenommenen beträchtlichen Ertrügen nm damchr zu gedenken, als äußer-licher Vernehmung nach Ew. zc. dessen Verlassenschaft unterm 19. Febr. a. o.anzutreten sich nicht allein gerichtlich erkläret, sondern auch der Verkaufdes frhrl. von Ebersteinischen gemeinsamen Amts Leinungeu, wo nichtwirklich beschehcn, dannoch gleichwohlcn vorgenommen werden solle, wovon unsgleichwohlcn die gesicherte Nachricht um desto mehr angelegen ist, als die unsererKuratel untergebenen frhrl. v. Ebcrsteinischen Minorennen an dem von-äoininio mitbctheiligt. Ew. w. werden uns also die so nöthige Auskunft zuertheilcn belieben wollen, deren wir uns auch versehen, sonsten aber mit vielerHochachtung verharren Ew. zc. gehorsame Diener

Mannheim, 20. Juli 177.?. v. Venningen. Frhr. v. Frik.

Antwort dep Miierstiieut. Zoh, Karl Fr. Frhr». v. Eliersirin «I. <1. Tilsit, lll. Aug. 1773.

Hochwohlgeborne Reichsfreihcrrn,. hochgeehrteste Herren! Nachdeme ich michvon Ew. Hochwohlgcb. mit einem Schreiben, untern 20. passato an mich abge-lassen, beehret finde, so ermangle nicht, in schuldigster Antwort darauf zu erwidern,wie ich nicht allein von meiner Frau Schwägerin in Mannheim ein Schreiben vom2. Juni datirt erhalten, sondern derselben auch unterm 18. Juli die schuldigeAntwort darauf behörig zugefertigct, als worauf mich hierdurch lediglich beziehenmuß, indeme mir von alle demjenigen, was zwischen meinem Bruder etwa vorseinem Unglücksfall, oder nach demselben, auch etwa zwischen dessen Frau Gemahlinwährend der unglückseligen Situation meines Bruders mit dem verstorbenenGrafen v. Eberstein verhandelt worden ist, weiter gar nichts bekannt ist, alsdaß ich durch den Dritten gehört habe, wie der verstorbene Graf die rsvsnrwsmeines Bruders in Sachsen einznhebcn Vollmacht gehabt, auch selbige jederzeiteingehoben haben soll, daher mir auch nie änderst vorstellen können noch kann,als daß gedachter Graf sich alljährlich mit meinem Bruder, oder wen derselbeetwa darüber autorisirt gehabt, berechnet habe. Ich meines Theils habe nie-malen mit des Bruders Einkünften in Sachsen etwas zn thun gebabt; indessenweiß ich wohl, daß selbige nicht so beträchtlich sind, als Ew. Hochwohlgeb.sich, wie es Dero Schreiben vermuthe, vorstellen. Besonders haben die Berg-werke seit 4 Jahren fast gar nichts getragen, vielmehr sind solche durchdie gar schlechte Administration d. Hrn. Grafen und der übrigen dort befind-lichen Vettern, auch durch die schweren Prozesse mit denen Sangcrhauser Gewerkcnmit großen Schulden belastet worden, und ist der Graf allein auf sein Antheil

10»