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müssen und den Lehenstamm, welchen der Graf ohnstreitig der Familie freilassen sollte, sakrificiren und der Witwe die Interessen davon all «Zwo vitas zueiner jährl. Alimentation verwilligen müssen. Die liquiden Schulden belaufensich auf Z0/w Rthlr. Der Herr Ober-Forstmeister v. Hausen, als der Vaterdes jungen Erben der Allodia, dieses einsehend, zog bald den Kopf zurückund cediret dessen Erbrecht unter gewissen Anforderungen, reisete wieder nachMainz und ließ alles in statu guo. Es mußte demnach entweder zu einemKonkurs kommen, oder es müßte einer aus der Familie zutreten und den Unter-gang der Familie, welche Leinungen wegen vieler Ursachen, besonders wegender Hütte und Bergwerke, nicht in fremde Hände lassen kann, abzuwendensuchen. Das Morung'sche Haus und besonders die Frau Witwe Jäger-meistern hatte solche vor die übrigen Branchen gefährliche und nachtheiligeAbsichten, als dieses Haus von jeher gehabt. Sie suchten also die Sache aufdie lange Bank zu schieben, einen Konkurs zn erregen zc. Da nun von denenübrigen Vettern keiner im stände war, dieses Werk durchzusetzen, so lagen sämt-liche Verwandte mir an, daß ich mich der Sache annehmen und die Erb- undNachlassenschaft des Grafen unter gewissen Bedingungen übernehmen möchte.Die Liebe zur Familie und um selbige zu konserviren hat mich also auch be-wogen, mit dem Herrn von Hansen mich auf eine billige Weise zu setzen undmir alle seine Iura cediren zu lassen dergestalt, daß ich des Grafen ganzeNachlassenschaft ouw Invsntario unter gewissen Bedingnissen und mit einemgewissen Schulden-Quanto übernommen. Allein ich finde auch dabei noch soviele Schwierigkeiten, daß ich, wann ich nicht schon graue Haare hätte, solchegewiß bekommen würde. Lässet mich Gott indessen noch einige Jahre leben,so hoffe dennoch, alles durch seinen Beistand zu überstehen, auch unsere Kommune-Angelegenheiten in ganz andere Verfassung zn setzen, besonders das Berg- undHüttenwesen, woraus die Familie ihren Hanptunterhalt hat und wovon wirbereits seit 4 Jahren wegen der damit geführten unordentlichen Administrationund wegen der darauf gemachten vielen Schulden nichts gehabt haben. Ichhabe bei meinem Dortsein den vorigen Winter solche Veranstaltung getroffen,daß keiner von denen dortigen Herrn Mitintcressenten sich mehr in die Admi-nistration mischen darf. Die einkommenden Gelder müssen einzig und alleinzum Betrieb des Werks und zu Bezahlung derer Schulden, welche auf demWerke ruhen, angewendet werden; und giebt Gott nur den ferneren Segen, sohoffe, in einigen Jahren alle Schulden bezahlet und das Werk in guter Aus-beute ganz frei zu sehen. Es ist ohnverantwortlich, wie der sel. Graf unddie dortigen Herrn Mitintcressenten zum größten Nachtheil der Abwesendengewirthschaftet haben. Ich habe längst dargegcn geschrieben und gesprochen, ichbin aber mit meinem Bruder Ludwig allhier zu schwach gewesen, die Übrigenim Zaum zu halten, besonders da der Graf sich der Vollmacht des Duhm-Herrn und des Bruders zu seinen Absichten wohl zu bedienen wußte. Elfterererfährt aber auch jetzo den Schaden darvon, da er über 2000 Thlr. Schuldenans sein Antheil bezahlen muß.
Ew. Gnaden schreiben mir, ich möchte mich Demselben und Dero Kinderannehmen und Vatersstelle vertreten. Ich wünschte von Herzen, daß ich diesemDero Verlangen und Zutrauen, welches Dieselben endlich in mich zn setzen be-lieben, ein Genüge leisten könnte; allein da ich von gar keinen Umständengründlich informiret bin, so müßte ich vorher darum und worin ich eigentlichmeine bona oküoia vor Dieselben und Dero Kinder verwenden solle, gehorsamstbitten. Ich werde gerne alles, was in meinen Kräften ist, zu Dero Satisfaktionanwenden. Hiernächst ersuche mich von dem Zustand meines unglücklichenBruders und von denen Umständen desselben, welche mir so verschiedentlicherzählet werden, aufrichtig zu informiren. Sollen solche aber, wie ich fast vcr-muthe und fürchte, ein Geheimnis bleiben, so wird es nöthig sein, daß dem-selben von Seiten Sr. Knrfürstl. Durch!, ein Vormund bestellet wird, welcherso lange, als der arme Bruder lebet, dessen Privat-Angclcgenheiten in der
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