Druckschrift 
Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
130
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Verhandlungen, verbunden mit dem nothwendigen Studium der Familien-wie der mansfeldschen, mit Besonderheiten und Eigenthinnlichkeiten behaftetenVerfassung, so zu sagen in den Geschäftsgang unmittelbar ein. Nicht nurhatte der Konsnlent seines Vaters, ein ehemaliger preußischer Justiz-Kom-missionsrath Brauer zu Klettenberg, der wie überhaupt wenig mit dersächsischen Verfassung, noch viel weniger mit den wirklich heikeligen mans-feldischen Angelegenheiten und der Ebersteinischen Familienverfassung bekanntwar, aus diesem Grunde eine Menge falscher Schritte gethan und konnteauch selten in Leinungeu persönlich anwesend sein; von weiten seines Gesell-schafters Martini, der wenig zu praktischen Sachbchandlungen zu brauchenwar, hatte Wilhelm aber auch keinen Nutzen; und so mußte er den» so guter konnte sich selber helfen.

Der gräfl. Ebersteinische Schwiegersohn Baron v. Hausen, der Vaterdes Allodialerben, den Wilhelm in Leinungen antraf, offerirte nun sud äuto23. Okt. 1772 in väterlicher Gewalt seines Sohnes eine Cession aller An-sprüche desselben an den gräflich Eberstein'schen Nachlaß sämmtlichen 13 Herrenv. Eberstein Neuhäuser Linie gegen ein Aversional-Quantum und Übernahmealler Passiva, ohne sich auf eine sepuratic» lsuäi et liäsieommissi adaloclio einlassen zu wollen. Die Witwe und Geschwister waren auch bereit,sich mit ihren Ansprüchen abfinden zu lassen. Wäre aber dies Projekt, aufdas Wilhelm durch Schmeichelreden der Mornngischen Frauen verleitet'"),beinah eingegangen wäre, zur Ausführung gekommen: so wären aus solcherGeburt einer neuen Kommune statt der schwebenden 7 Rechtshändel unver-meidlich 13 und mehr erwachsen. Da nun der Oberstlieutenant Karl aufdies Projekt nicht eingehen konnte, anderenfalls aber unfehlbar der wegendes zu einem Familienwerke gestifteten Berg- und Hüttenwerks unterallen Umständen zu vermeidende Konkurs in drohender Aussicht stand: sodrangen die Vettern der Wolf Dietrich'schen Branche und der Haupt-mann Friedrich von der Morunger Branche nach stattgehabter Familien-Konferenz, in welcher sie sich gegenseitig die Nothwendigkeit darlegten.Leinungen nicht in fremde Hände kommen zu lassen, mit Gründen undBitten dahin, daß der Oberstlieut. Karl aus Tilsit Leinungen allein über-nähme. Mit der sicheren Aussicht nun, daß er für die nächste Zeit einensehr schweren Stand und nicht den geringsten Nutzen haben werde, brachtederselbe der allgemeinen Wohlfahrt der Familie das wirkliche Opfer undgab den vereinigten Vorstellungen und Bitten der Vettern nach. Zu seinen:

^ Der Vater war hellsehender; derselbe äußert sich in einem Briefe v. 28. Nov.1774 unverholen dahin: doch ich will davon abbrechen und Dich nur bitten, laß Dichnur weder vom männlichen noch iXI!, weiblichen Geschlecht breitschlagen, denn ichgestehe Dir frcimüthig, im Punkte des Herrn Lieutenants in Morungen scheint mirDeine weitläufige Deduction verdächtig; sollte nicht etwa die Freund-lichkeit von dessen junger Frau etwas dabei konkurriren, daß Du denPophans dies abscheuliche Thier , welches zu allen unrichtigen Sachengebraucht wird, so fürchterlich er (der drohende Konkurs) an sich sein könnte, wann es

dahin gelangte, hier auch anwenden willst? Du solltest demnach alles mögliche

beitragen, daß alles noch bei meinem Leben in Ordnung käme, und denen nicht dasWort reden, die niemalen an was anders gedacht, als wo sie nur Geld herkriegenwollen, es leide darunter, wer da wolle. Es ist ein Glück vor die Herren, daß ichmit der Fr. Jägermeisterin nicht harmonire, sie sehen es wohl ein, und werden gewißalles mögliche anwenden, um die Uneinigkeit zu erhalten. Siehst Du das nicht,mein Freund? Sie sind klüger und haben Deine schwache Seite längst gefunden,das sehe ich aus allem.