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Folge 5 (1885)
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aufregt, so werden Ew. Hochwohlgeboren Gnaden es mir gütigst verzeihen, wennich es wage, Hochdicselben bittend anzugchen. Je weniger ich es mir aber er-laube, durch eine breit ausgesprochene Schilderung sowohl des mäßigen Ein-kommens meiner beschwerlichen Stelle, als auch der für mich so drückenden Folgeneiner länger denn sechs Jahre getragenen Substitution lästig zu werden, destomehr wage ich es nicht nur in llnterthänigkeit, sondern auch mit freudigem Ver-trauen zu bitten.

Die Fürsprache, mit der Sich Männer von Würde, Umsicht und Bildungbei Ew. Hoch- und Wohlgcboren für mich verwendeten, spricht ebenso ermuthi-gcnd, als ehrenvoll für mich. Die gnädige Erfüllung meines Gesuchs würdedem Glücke meines Lebens einen neuen Zuwachs geben und mich zur feurigstenDankbarkeit und dem eifrigsten Streben einer Solchen Wohlthat würdig zuwerden, entzünden, zugleich aber auch die Huldigung der Verehrung bleibendmachen, mit welcher ich beharre Ew. Hochwohlgeboren nnterthänigcr Diener

Wollwcber.

Leider aber bewährte Wollweber, der bis zum Jahre 1849 die Pfarreinnehatte, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht. In dem ersten Jubel überdie ihn: ohne sein Zuthun in den Schoß gefallene Stelle hatte sich Woll-weber dein die Special-Verwaltung der Patronatgeschäfte und in Gemeinschaftmit dein Superintendenten die Kirchen-Inspektion führenden Justizamtinanngegenüber aus freien Stücken erboten, er werde zu dem höheren Orts be-fohlcnencn Neubau der Kirche 1000 Thlr. aus seiner Tasche beitragen.Diese schon lange schwebende Banangelcgenheit hatte sich dann noch durchinanchfache Verhandlungen mit dem Konsistorium, der Kirchen- und Schul-abtheilung der Mcrseburger Regierung und dein Bauinspcktor hingezogen;endlich aber setzte es Wollweber, mich die Genreinde leicht zu seiner Ansichtbestimmend, durch, daß kein Neubau, sondern nur eine sehr überflüssigeund noch dazu fehlerhaft ausgeführte Reparatur vorgenommen wurde. Alser nun nach Beendigung derselben und bei der Abnahme der Baurcchnungenvon dem Justizamtinann um Einzahlung der von ihm zugesagten 1000 Thalerersucht wird, erwidert er er:i, bewahre! zu einem Neubau habe ich micherboten gehabt, 1000 Thlr. zu geben, nicht aber zu einer Reparatur!" Nichtindessen dieser Zug allein charaktcrisirt ihn zur Genüge er machte sichauch noch eines kunstarchäologischen unverzeihlichen Vandalismus schuldigin Bezug auf die Denkniäler, mit denen die Gehofencr Kirche reich ausge-stattet war. Er hatte dein damals noch kranken Major Gustav, als erdiesem Anzeige von der Inangriffnahme der Kirchcnreparatnr erstattete, ge-schrieben, sein Patronatsherr brauche sich nicht nach Gchofen zu bemühen,er Habe bereits namentlich für die Unterbringung der Denkmäler aus dasBeste gesorgt! Wie aber hatte er solches gethan! Das prachtvolle, noch bisdahin intakt und in seiner ursprünglichen Schönheit erhalten gebliebeneEpitaphium des Feldmarschalls Ernst Albrccht v. Eberstein und seinerGemahlin Ottilie Elisabeth v. Ditfurth, welches von einem Schüler desberühmten Bildhauers Uorseni (des Urhebers des wunderbar schönenTriller'schen Denkmals in der Marktkirche zu Sangerhansen) gearbeitet wordenwar und 6000 Thlr. gekostet hatte, war nach Aussage der Maurer Burkhard,Kürbs und Mehrstedt auf Wollweber's ausdrückliche Anweisung zertrümmertund in Stücke geschlagen morden! Und zwar hatte sich dieser Vandalismusnicht allein ans die den Hintergrund bildende, die Namen der Ahnen ent-haltende hohe und breite Tafel von dunkelem Marmor und die schönenweißen Marmorsäulen mit reichen Sockeln und Kapitellen, sowie auf diebeiden knieenden Statuen erstreckt, sondern selbst auf die emblematischen