— 19 —
W jungen Herrn, sondern 2 Fräulein und die Gemahlin schwangeren Leibes, welcheaber auch eine Loslbuwaw oder Fräulein zur Welt brachte. Also eroberte oderals Mitbelehnter bekam Graf Günther der Junge zn Sondershausen alleseine Herrschaften.
Und als nun Frau Katharina, geborene Fürstin zu Henneberg, ihrenWitwcnsitz oder Lcibgcdinge, beides zu Rndelstadt und zu Blankenburg,bezogen und wirklich eingenommen, ist von dcrselbigen in Städten nnd Dörfernsolcher beiden Ämter der reine Gottesdienst besser als zuvor befördert worden;da denn die ganze Bibel, zu Wittenberg M 40 st 41 durch Johann Lustgedruckt und in 2 Thcil gebunden, in Ihr fürstl. Gnaden Ämter gehörige Pfarr-kirchen 1542 Donnerstag nach Jnvocavit überantwortet worden. Außer wassonsten von denen Leuten, feinen, fleißigen Männern, Hrn. Albrccht vrooons,I. fürstl. Gn. Hofprcdiger (erstl. obersten Pfarrherrn der Kirchen zu Nudelstadt,1541 uf den Aschermittwoch vocirt und ckis UoiUtdoii 1551 verstorben), auch vonHrn. LartRolowaso 6ornllg.räo, so von Stadt Jlmen 1557 zum Pfarramte derKirchen Rudelstadt berufen, und von 1). Uiool. Usroono, gräfl. Schwarzb. Super-intendent zu Arnstadt, gut Exempel im Lehramtc und unsträflich Leben denenbenachbarten Pfarrern sind gegeben worden. Jedoch ist die Kirche und die StadtRudelstadt wegen des llsnra- nnd Wucherstrcits zwischen ietzgedachtcm HerrnBartholomäum Gcrnhard und beiden Junkern seßhaftig zu Rudelstadt: Georgv. Schönfcld und Georg v. Schönberg, so in währendem Streite im AmthauseTodes verblichen und nach Arnstadt sein Leichnam müssen geführet werden (1565);dann vor das 2tc wegen Hrn. Valentins Agclli*), auch zum 3ten wegen N. Imm.,Pfarrers allda, welcher es mit Victorwo LtriZsIio Synergisten und mit 1), Joh.Slossslio, auch mit den heimlichen Calvinisten zu Wittenberg nnd derselbenLatrono Oasp. Lonosro, U. und ^.eaä.-Ilmpmokoro 1571, hielt und in ein Hornblies, in etwas geärgert worden. Diese Hcnnebergische Fürstin nnd Schwarz-burgische Witfrau starb 7. Nov. 1567 im 28. Jahre ihres Witwenstuhls.
Ferner betreffend Hrn. Günther Grafen zu Schwarzburg den Jungen,ist dieser Herr dein Papstthnme eine Zeit lang anhängig verblieben, darum I. G.erstgeborner Sohn Graf Günther der Streitbare bald in der Jugend aufdie katholische Universität Ingolstadt in Bayern überschickt worden; der andereSohn Graf Johann Günther mußte die papistischen orckinss wider seinen Willenannehmen und ward Kanonikus in den hohen Stiftern zu Köln, Straßbnrg,Würzburg nnd Bamberg.
Das folgende 1539. Jahr (zu rechnen vom Stcrbjahre Hrn. Henrich's zuSchwarzburg) ist unter andern daher in Beruf kommen, daß nacher Arnstadtdie Schmalkaldischen Bnndesverwandten den 19. Nov. ein Bnndstagausgeschrieben nnd gehalten haben, ausgangs dessen die Stadt Riga in Lieflandnnd andere sie in ihr Vcrbündnis aufgenommen; ist wohl vermuthlich, daß dieDiskurse der anwesenden ansehnlichen Rcligions-Stände zu der Zeit unter-währendcn Konvention bei diesem Graf Günther sonderl. Alteration verursachethaben und nicht ohne Nutz bei I. G. möchte abgangen sein. Wird auch starkkolligirt, weil I. G. zwiermal auf dem Reichstage zu Spei er 1544, da derjunge Kurfürst zu Sachsen um allen Mißverstand mit Kaiser!, und Königl.Majestät gänzl. vertragen worden; dann wieder 1545 zn Worms, da verab-schiedet wurde, daß das Speicrische Kammergericht gleichmäßig nnd unparteiischsollte besetzet werden, und allezeit persönlich erschienen: daß diesem Herrn endlichdas Licht des heil. Evangclii immer je näher durch göttliche Erleuchtung insHerz geschienen; denn in diesen lianvsntibrm Impsrmlibus unsere Religionssachevon denen protestirenden nnd Schmalkaldischen Bnndesverwandten mit großemEifer ist getrieben worden. Stärkte auch nicht wenig diese Gedanken, daß S. G.beneben Xckamo Lolmrsobuc -bio auch von der löbl. Akademie Wittenberg einen
5) Dieser wollte um die Investitur seines Pfarrdicustes zu Schmalkalden undnicht bei v. Ilereoni, so in allen Punkten gut Philippisch, zu Arnstadt sich bewerben.
2*