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Folge 5 (1885)
Entstehung
Seite
15
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und diesmal keiner Partei nichts gegeben, genommen, erlaubt und verbotenhaben". Daraus klärlich zu vernehmen, daß der Erfurter ihr gnädigster Herrzu Mainz, Erzbischof Al brecht, mit der Veränderung der Religion nichttotalster, sondern st, ^naistrrirr zufrieden. Und solches ist wegen der.Sonders-häuser Herrschaft, st. der daran stoßenden Ämter Keula und Straußberg,so auch erzbischöfliche und mainzischc lsuäg. oder Lehen sind, Graf Güntherdem Jüngern nicht unvcrborgen blieben; seind auch angezogene Hammclburgscheund andere beigefügte Konkordata zu Erfurt am 12. Mai 1535 durch den Druckpublicirt worden.

33.

Uber diese 17 angeführten Motive hat sich min viele Jahre diese unserealte gnädige Schwarzburgische Herrschaft hoch alterirt, und die daraus ge-schöpften Gedanken haben sie nachmals gebissen, wie die feurigen Schlangen.

Wie denn auf dem Reichstage zu SP ei er 1529, allda die evangelischenFürsten und Stände zum ersten Protestircnde genannt worden, Graf Güntherder Jüngere auch persönlich erschienen ist, und wohl noch mehr stärkerepsrsrmsiorms, in Aromio saalsmae stachLlicas Fuß zu halten, so Von andernansehnlichen katholischen Fürsten, Bischöfen, Prälaten, Äbten, Grafen und Herrenin Diskursen vorgelaufen, Sr. Gn. Herzen tief eingebildet worden.

Jedoch wenn es auch gleich eitel türkische, tartarische Kaiser, eitel zornigeKönige und Fürsten regnete und schneiete 9 Jahre lang in einander, dazu alleTeufel, schreibt Luther, müßte Gottes gnädiger Wille endlich prävaliren undemporschwcben. Darum obgleich die4oder 3 wohlgedachtcn SchwarzburgischenGrafen und Herren nicht allerdings die evangelische Lehre vor sich annehmenwollten, daß demnach viele oder etliche I. I. I. G. G. G. arme Unterthanen,welche bei Kurfürst Johann zu Sachsen, so unterweilen zu Torgau, unter-weilen zu Weimar in Thüringen Hof gehalten, um Zulassung und Beförderungdes reinen Wort Gottes flehentlich und einschlich in llnterthänigkeit suxplicanZoanhielten, zu Arnstadt von andern Schwarzburgischen Örtern erleuchtete Herzenund Augen überkamen.

Man hat auch beiläufig diese Nachrichtung, daß um und in der StadtLcntcnberg das heilige und reine Wort Gottes etwas ehr als zu Arnstadtsoll aufgenommen und angenommen worden sein aus Ursachen des GrafenAlbrccht zu Mansfeld, der sich jederzeit für einen sonderbaren FreundLuther! in der That bewiesen^), sonderliche und vertraute Freundschaft mitHans Heinrich Grafen zu Schwarzburg und Herrn zu Lcutenberg jederzeitgcpflcget, und ein Herr den andern oft besuchte; darauf erfolget ist, daß sowohldieser Leutenbergische Herr hinter die eigentlichen Personalia Imtllsri und bib-lischen Fundamenta seiner Lehre vorkommen ist und fleißig erkundiget, auch mitWunder erfahren, daß ringsum um I. G. Lande her, als zu Neustadt anderOrla, Pößneck, Saalfeld und anderswo der Antichrist ausgestänpct wurde.

Daß auch dieser löbliche Herr zu völliger Erkenntnis des heil. Evangcliiweiter progrediren möchte, nahm er 1530 die allergewünschte und güldene Occa-sion wohl in Acht, begab sich in Person auf den Reichstag nach Augsburg,ließ ihm alles, was sich in dieser allcrwichtigsten Glaubenssache begab, mit hohemErnste angelegen sein. Da wirkte der getreue Gott durch ein und ander gott-selig Nachsinnen in diesem Grafen und Herrn, daß auch aus I. G. Herzen diegroßen Warten und Klötze, darüber er und andere Stände oft geschwitzt undsich sehr geängstiget, fein aus dem Wege geräumet wurden. Denn allda zu

I. Gn. haben 1546 auf den todkranken Luther zu Eisleben irgend 6 Stundenvor seinem seligen Abschiede selbst Einhorn gcschabet und Sr. Gn. Räthe einer, Konrndv. Wolframsdorf, zuvor selbst ein Löffel voll, damit der voctor desto weniger Absehenhätte, genommen. Dieses Grafen Albrccht Gemahlin hat im letzten ParoxysmoI). Martin den Puls mit kräftigen Stärkwassern selbst angestrichen; auch wurde gnädigeund rühmliche Anordnung gethan, daß sein toter Leichnam in einen von Zinn gegossenenSarg eingelegt worden.