Druckschrift 
2 (1861) Markgraf Friedrich, erster Kurfürst von Brandenburg aus dem burggräflichen Hause Zollern
Entstehung
Seite
547
Einzelbild herunterladen
 

547

dem jüngcrn Herzog Ludwig, Grafen von Graisbach, wieman ihn auch nach einer ihm schon 1414 abgetretenenHerrschaft nannte, vorzüglich die verschwenderische Gunst,womit der alte Herzog einen unehelichen Sohn, Wiclandvon Frehberg, bevorzugte. Das Gerücht klagte den altenHerzog sogar an, daß er darnach trachte, seinem einzigenrechtmäßigen Sohne die Nachfolge in das Herzogthum zuentziehen.

Unter diesen Umständen suchte der jüngere LudwigSchutz gegen die Absichten seines Vaters, indem er sichden Widersachern desselben anschloß. Noch immer unver-mählt, ging er auf den Plan einer Verehlichnng mit desMarkgrafen Tochter Margareth ein, die ihm ungeachtetseines buckeligen Körpers zur Gattin geboten wurde; wäh-rend der Vater ihm eine Prinzessin des Königs Johannvon Chpern zur Gemahlin bestimmt hatte. DaS Annehm-bare einer Vermählung mit der Tochter des Markgrafenvon Brandenburg wurde noch erhöhet durch das Erbietendes letztern, der Prinzessin zur Mitgift alle dem väterlichenHerzogthume in den frühern Kriegen abgewonnenen Be-sitzungen herauszugeben.

Schon am 31. October 1438 kam auch zu Nenmarktder Hcirathscontract zum Abschluß. Der Markgraf tratdarin namentlich seine Hälfte an Floß, Parkstein, Weiden,Monhcim und Laufs, zwei Theile an der Herrschaft Grais-bach, so wie ganz Vohendreß und Hilpoltstcin den Verlob-ten ab. Wie in früher Jugend bei ihrer Vermählung mitdem Herzog von Mecklenburg, dem sie die diesem imKriege abgenommenen Festen Dömitz und Gorlosen wieder

35*