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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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Der mythische und der geschichtliche Walt her 391

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Unverkennbar ist dies alles eine Parodie. Sichtlich auchdas komische Wortspiel mit dem Namen des Dichters: er nenntihn nicht 'Herr Walther', wie ein andermal, wo er, scherzhaftin seinen Tadel über die zweifelhaften Elemente am ThüringerHof einstimmend den Anfang eines uns verlorenen WaltherschenLiedes zitiert:Guten Tag, gemischte Gesellschaft." Er nenntihn hier mit seinem Zunamen, den ja auch Gottfried von Straß-burg mit ausdeutendem Wortspiel verwendet hatte, und wil£dadurch allerlei komische Nebengedanken auslösen, wie etwa:der sich nur von armseligen Vögeln nährt, der Besitzer einesHofes, wo die Vögel satt werden, der einsam im Wald zusammenhaust mit den Vögeln, der weiß freilich einen guten Fleisch-braten und dicke Bratenstücke zu schätzen; denn er hat sienötig." Walthers parabolischer Wunsch nach größeren Braten-portionen, vorgetragen in einem politischen Spruch, wirdwieder im eigentlichen Wortsinn ausgelegt und mit dem ganzheterogenen Minnesang Walthers verknüpft, als wolle der gel-treue Minnesänger seine Angebetete damit versorgen, und dannder ausgehungerten Dame der geröstete fürchterliche Küchen-meister zur Stillung ihres ungeheuren Appetits empfohlen.Walther hatte einst nach seinem ersten Besuch der Wartburgsich belustigt über den Saus und Braus, den er da vorfand, überdie ewig vollen Becher. Jetzt macht ihm von dorther Wolframbemerkbar, wie er selbst nur als wehleidiger ausgehungerterMinnesänger, als Bewohner der Vogelweide und Genosse der ge-fiederten Brüder, die er so oft erwähnt, sich mehr als gebührlichaufrege über große Braten und sparsame Portionen.

Selbst hiermit war es dem Schalk, der Wolfram im Nackensaß, noch nicht genug.

Wir besitzen von Walther einen bisher völlig rätselhaftenund daher ganz blaß wirkenden Spruch über einen tragikomischenAbstecher nach dem Kloster Tegernsee. Er hat, um dies Asylmüder und bedürftiger Wanderer kennen zu lernen, einen Um-weg von mehr als einer Meile gemacht. Aber er ward bitter ent-täuscht : er bekam dort bei Tisch nur Wasser, das heißt: Wasserzum Händewaschen vor der Mahlzeit und nachher beim Abschied,wohl auch Wasser zum Trinken. Die Hauptsache, der erwarteteWein, blieb aus: alsein also Nasser", d.h. nur mit Wasser inner-lich und äußerlich Begossener, mußte er von dannen ziehen.Das Ganze blieb für moderne Leser ohne Wirkung, weil ohne

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