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1,1 (1925) Mittelalter
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Literatur und Kunst des Mittelalters

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um den Streit zu schlichten, damals das Amt eines Küchen-meisters ab und verlieh dieses den Rothenburgern. DieseRivalitäten und ihr Ausgleich hatten offenbar weithin Auf-sehen erregt. Walther stand damals längst seinen einstigenGönnern, den Reichsministerialen, die ihre Macht eigennützigund gewalttätig auf das Verwerflichste ausgebeutet hatten,feindlich gegenüber, und im Lager des Landgrafen Hermannvon Thüringen, der gleich den übrigen Fürsten eifersüchtig aufjene höchste Klasse des Hofadels herabschaute.

Auch in unserem Nibelungenlied hat der Vorgang einenReflex gefunden. Es kennt am Hofe der burgundischen Königein Worms auch einen Küchenmeister Rumolt im Range einesder obersten Hofbeamten. Offenbar kann dieser Rumolt erst,nachdem dies Amt am deutschen Königshof offiziell bestand, indas epische Personal eingefügt worden sein. Mit anderen "Worten:was sich auch aus vielen anderen Gründen ergibt, erst bald nach1202 ist die uns vorliegende Gestalt des Nibelungenliedes ent-standen. Über die Rolle, die Küchenmeister Rumolt im Nibe-lungenliede spielt, über die Warnung, die er vor der Abreise desburgundischen Königs an den Hof Etzels ausspricht, hat sichWolfram in seinem Parzival mit Worten lustig gemacht, dieeine viel umstrittene Handhabe geboten haben für die Chrono-logie der drei Redaktionen unseres Nibelungenliedes. Und aufWalthers Spruch von den knickrigen Reichsköchen, der inThüringen, wo man gegen Philipp animos genug gestimmt war,zündend eingeschlagen haben muß, antwortete er mit köstlichemHumor in seinem 'Willehalm'!

Den jungen Rennewart, der als Küchenjunge seiner un-würdige Dienste tun muß, weckt der Küchenmeister desMorgens dadurch aus dem Schlafe, daß er ihm mit einemglühenden Holzscheit seinen Bartflaum absengt. Der so be-schimpfte Held springt auf, bindet mit Riesenkraft den Frevleran Händen und Füßen zusammen wie ein Schaf, wirft ihn sounter einen Kessel auf den umloderten Rost und streut über ihnstatt Salzes Brände und Kohlen. Daran knüpft Wolframnun, höchst abrupt und gewaltsam herbeigezogen, den Spaß:Herr Vogelweide sang von einem Braten. Dieser Bratenhier (der dicke Küchenmeister) war dick und lang. Davonwäre auch seine Dame satt geworden, der er beständig in seinenLiedern mit so treuer Verehrung huldigte."

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