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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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ÜBER DEN URSPRUNG DES MITTEL-ALTERLICHEN MINNESANGS, LIEBES-ROMANS UND FRAUENDIENSTES

SITZUNGSBERICHTE DER BERLINER AKADEMIE DERWISSENSCHAFTEN 1918, S. 9941029, 10721098.

Vorbemerkung.

Das Wesentliche der nachstehenden Untersuchung teilte ich derAkademie mit in der Gesamtsitzung vom 2. Juni 1904 (Sitzb. 1904,S. 933). Noch früher (Klassensitz, vom 19. Mai 1904, s. Sitzb. 1904,S. 900) hatte ich das Hauptergebnis, die Hypothese ausgesprochen,daß ein charakteristischer Bestandteil der höfisch-ritterlichen Sitte,Bildung, Dichtkunst des Mittelalters aus arabisch-persischer Umformunghellenistischer Einflüsse stamme, hatte die allgemeine kulturelle Bedeu-tung dieses vermuteten Zusammenhangs hervorgehoben und darausFolgerungen für die mittelalterliche Geistes- und Literaturgeschichtegezogen, welche dieser, falls sie sich bewähren sollten, eine völlige Um-wälzung ihrer bisherigen Anschauung und Methode in Aussicht stellenwürden. Mit der Veröffentlichung hielt ich zurück, weil das schwierigeProblem dazu trieb, meine Untersuchung, die verwachsen war mitmeiner in ihrem Ergebnis teilweise parallelen Forschung über dieIxmginus- und Gralsage (s. Archiv für d. Studium der neueren Sprachen1902 Band 108, S. 31; Deutsche Literaturzeitung 1903, Spalte 282124,305058, oben S. 159173), auf eine breitere Reihe von Einzeltatsachenzu stützenundmeingesammeltesBelegmaterial,das nur zum geringstenTeilausgenutzt war, vollständiger zu verwerten. Andere Arbeiten haben michdaran bis heute verhindert. Aber da gleichzeitig mit meiner Mitteilungund später, besonders neuerdings, auf ganz verschiedenen Forschungs-gebieten, selbständig und unabhängig von mir wie untereinander, JosefStrzygowski für die abendländische Kunst, Rudolf Zenker für dieromanisch-nordische Sagengeschichte, Ernst Kornemann für die Kultur-geschichte des späten römischen Altertums, Franz Kampers für die Gral-sage zu verwandten Einsichten kamen und sich teilweise auf meine Dar-legung beriefen, halte ichmich verpflichtet, meine früheren Betrachtungenin ihrem damaligen Erkenntnisstand zusammenzufassen und der wissen-schaftlichen Welt zur Prüfung vorzulegen, indem ich, ohne etwas Ab-