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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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DER LONGINUS-SPEERIN ESCHATOLOGISCHEM LICHTE.

SITZUNGSBERICHTE DER BERLINER AKADEMIE DERWISSENSCHAFTEN 1920, S. 294321.

Vor einigen Jahren behandelte ich, veranlaßt durch einen Auf-satz Albert Leitzmanns, ... die Redensart mit dem Juden-spieß rennen. Sie erscheint in Schriften des 15.17. Jahrhundertshäufig, fast sprichwörtlich, oft ganz abgeblaßt, und bezeichnetden Wucher, überwiegend als Tadel habgieriger Christen, diesich durch skrupellose Gewinnsucht den Juden gleichstellen.Die ältesten Belege gibt uns bisher Sebastian Brants Narren-schiff: im 93. Kapitel (wucher vnd furkouff) brandmarkt derAusdruck das von Christen geübte Aufhäufen und Zurück-halten wichtiger Lebensmittel wie Getreide und Wein zurkünstlichen Preissteigerung, wodurch der arme Mann ausge-beutet und in Hungersnot gebracht wird; im 76. Kapitel (Vongroßem ruemen) verhöhnt er das Protzentum des neuen Reich-tums, jener Emporkömmlinge, die adlig und hoch sein wollen,gern 'Junker' (also turnierfähige Ritter) heißen möchten, ob-gleich ihr Vater noch rant mit eym Juden spyesz. Der seltsameAusdruck bezeichnet also soziale Auswüchse, unter denen wirheute in den Jahren des Weltkrieges und seiner Folgen selbstso schwer leiden wie wohl noch keine Zeit vor uns. Heyne hattein dem Wort ein ironisches Turnierbild, einen Volkswitz erkannt,der das wucherische Treiben unter dem Gleichnis des Lanzen-rennens mit einer unlauteren Waffe verspottet, Leitzmann(Ilbergs Neue Jahrbücher 1916, I, S. 23) dem zugestimmt, aberUrsprung aus gelehrten Kreisen für wahrscheinlich erklärt undAnknüpfung an die Spieße der Landsknechte vorgezogen. Erglaubte, im Einklang mit einer Andeutung Goedekes, daßirgend ein bibelkundiger Mann die unmenschliche blutsauge-

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