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Literatur und Kunst des Mittelalters
Das war die Konsequenz der imperialistischen staufischenÜberzeugung, daß der Träger des Waisen auch den Erdkreis demChristentum gewinnen, vor allem das Grab des himmlischenKönigs den Ungläubigen entreißen müsse. Und es war sicherlichwieder ganz im Sinne Wolfgers.
Diese poetische Publizistik im Interesse der Reichspolitik,für die Sache Philipps, fand bald nachher ein Ende, ohne daßder Dichter durch ein Lehengut nach mittelalterlichen Begriffendauernd an den Dienst des Königs gefesselt wurde. Da hat ihmWolfger die Hand geboten: das lehrt das Geschenk für denPelzmantel in Zeiselmauer.
Damals zog sich der Bischof von der aktiven Teilnahme ander Politik des Königs zurück. Er suchte in der Hoffnung aufdas zur Erledigung kommende Patriarchat von Aquileia einenAusgleich mit dem so scharf angegriffenen Papst. Und als erdas Patriarchat wirklich errungen hatte, mußte er naturgemäß,gegebenen Zusicherungen folgend, sich noch mehr zurückhalten.In derselben Zeit etwa hat auch Walther auf die politischePublizistik im Reichsdienst verzichtet.
Walther tritt wieder auf den Plan gegen den Papst, als derKonflikt zwischen diesem und dem nach Philipps Ermordungallgemein anerkannten Otto ausgebrochen war. Im Jahre 1212und im Frühjahr 1213 unternimmt er gegen die hierarchischePoütik des großen Innocenz die leidenschaftlichsten Angriffe.Wie mag sich dazu wohl der Patriarch von Aquileia innerlichgestellt haben?
Wolfger hatte als Reichslegat schon 1205 und 1206 nochfür Philipp, dann 1209 und 1210 noch entschiedener für Otto dieterritorialen und politischen Rechte des Reichs in Italien gegendie Herrschaftsansprüche des Papstes verfochten. Der frühergenannteBoncompagno bringt in seinem Briefsteller ein SchreibenWolfgers an den Papst, worin folgende Worte vorkommen: „DerBogen der Legation ist nicht der meine, sondern des Reichs,den ich nicht spanne und nicht nachlasse, den ich aber mit allemNachdruck so gespannt zu erhalten suche, wie ich ihn empfangenhabe. Und diesen Bogen zu ergreifen, habt Ihr selbst michgelehrt, denngeradedurchEure Befehle bin ich gezwungenworden, Otto Treue zu schwören."
Der Brief ist seinem Wortlaut nach nicht echt: in seinemSinne ist er es zweifellos. Das beweisen die Taten Wolfgers in